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Bad Schwartau Regenwasser wird künftig umgeleitet
Lokales Bad Schwartau Regenwasser wird künftig umgeleitet
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18:15 02.08.2017
Frank Waize von den Städtischen Betrieben zeigt auf Einladung der WBS die Dimension des neuen Konzepts. Bislang wurde das Regenwasser mit einem kleinen Rohr (25 Zentimeter) abtransportiert. Jetzt werden 500 Meter Betonrohre mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern im Bereich Moorwischpark verbaut. Quelle: Fotos: Sebastian Prey

Die Starkregen-Ereignisse haben in der vorigen Woche in Teilen Niedersachsens große Schäden angerichtet. Außergewöhnlich starke Niederschläge haben auch in Bad Schwartau schon für brisante Situationen gesorgt. Ganz extrem war es im Sommer 2002 – der Mühlenteich trat über die Ufer. Die Mühlenstraße musste gesperrt werden und die Straße Kleinmühlen verwandelte sich in einen reißenden Wildbach. Um solche Ereignisse zu verhindern, muss Bad Schwartau ein neues Hochwasserschutzkonzept umsetzen. Das bestehende System ist angesichts der zunehmenden Bebauung und Flächenversiegelung in den letzten Jahrzehnten nicht mehr zeitgemäß. Zudem muss in Zukunft ob des Klimawandels häufiger mit extremen Starkregen-Ereignissen gerechnet werden.

Anwohner am Moorwischpark sehen neues Hochwasserschutz-Konzept allerdings kritisch.

Neues Gesetz

Seit 2009 gibt es ein neues Wasserhaushaltsgesetz, das die Lage bei Starkregen-Situation entschäfen soll. Demnach soll der Niederschlag in erster Linie an der Quelle gehalten werden – sprich vor Ort versickern. Somit wird auch das Leitungssystem entlastet.

Aktuell läuft im Bereich der Grundschule Cleverbrück und im Moorwischpark der erste von drei Bauabschnitten. Riesige Rohre werden verlegt, ein kaskadenförmiger Durchlauf ist schon installiert und durch den Moorwischpark schlängelt sich ein Graben, der mit rund 200 Tonnen Wasserbauschotter belegt ist.

„Bis Oktober wird hier rund eine Million Euro verbaut“, berichtete jetzt Frank Waize von den Städtischen Betrieben, der auf Einladung der WBS die Maßnahme vorstellte. Knapp 30 Anwohner und Interessierte nahmen an dem Ortstermin teil. Dabei gab es auch durchaus kritische Töne. Grund: Zur Entlastung des Mühlenteichs wird das Regenwasser künftig mit wesentlich größeren Rohrleitungen (60 statt 25 Zentimeter Durchmesser) in den Moorwischparkteich umgeleitet. Von dort soll das Wasser in die Clever Au abfließen. „Der Moorwischpark ist jetzt schon immer sehr nass und feucht. Die Wege sind häufig nicht begeh- oder mit dem Fahrrad befahrbar. Jetzt kommt noch ein Schnapsglas oben drauf. Die Situation wird dadurch nicht besser werden“, vermutet Anwohner Roland Hamelmann. Ähnlich skeptisch beurteilt Klaus Faasch aus der Hindenburgstraße das neue Regenwasser-Konzept. „Teile meines Gartens stehen regelmäßig komplett unter Wasser. Vermutlich wird es künftig noch häufiger der Fall sein“, mutmaßt Faasch. Familienvater Kay Bansemer befürchtet zudem , dass durch die Regenwasserumleitung der Fußballplatz und der Spielplatz regelmäßig unter Wasser stehen. „Die Kinder benötigen aber diese Spielflächen“, so Bansemer.

Aus Sicht von Waize ist die Umsetzung des neuen Regenwasserkonzepts gerade im Hinblick auf die geplante Nachverdichtung der Schmiedekoppel und den geplanten Ausbau des Stockelsdorfer Weges und der damit weiteren Flächen-Versiegelung im nächsten Jahr praktisch alternativlos. „Es gibt zudem Auflagen des Wasser- und Bodenverbandes, die wir einhalten müssen“, berichtete Waize. Rückendeckung bekam Waize von Britta Jüppner. Jüppner hat für das B-H-G Ingenieurbüro an dem Konzept mitgearbeitet. „Die alten Kanäle entsprechen nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben“, erklärte Jüppner, die als Anwohnerin an der Begehung teilnahm. Aus ihrer Sicht seien die Bedenken der Anwohner durchaus nachvollziehbar. „Der Moorwischpark ist generell feucht. Wir reden hier aber über extreme Starkregen-Situationen, die ja nur sehr selten vorkommen. Dann ist es besser, wenn das Wasser im Park und nicht im Wohngebiet steht“, erklärte Jüppner.

Sebastian Prey

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