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Bad Schwartau Rollen zum Leben erweckt
Lokales Bad Schwartau Rollen zum Leben erweckt
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20:17 01.02.2016
Lucas Zink (l.) und Andreas von Steegen. Quelle: Lutz Gallinat

Es war eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Soiree: Am Sonntag hat der Schauspieler Andreas von Steegen im Museum der Stadt Bad Schwartau sein bühnenreifes Programm „Theater....Theater! Bretter, die die Welt bedeuten“ präsentiert. Begeistert zeigte sich dabei Johanna Borowski aus Bad Schwartau. Sie lobte vor allem die Sprechtechnik. Er sei ein enormer Schauspieler. Sehr gut gefallen hatte es auch Renate Koch aus Bad Schwartau: Von Steegen lebe in den Rollen.

Er rezitierte dabei emphatisch, ausdrucksvoll, mit phantastischer Mimik und Gestik und fast ausschließlich frei und auswendig das „Vorspiel auf dem Theater“ , den Eingangsmonolog des Faust und den Eingangsmonolog des Mephisto aus „Faust 1“ von Goethe, den Monolog des Franz Moor aus den „Räubern“ von Schiller und den Monolog des Mortimer aus „Maria Stuart“ Schiller. Der Rezitator, der bereits auf allen Lübecker Bühnen spielte, stellte einmal mehr seine Vielseitigkeit unter Beweis. Von Steegen befreite dabei viele Figuren vom scheinbaren Staube und erweckte sie eindrucksvoll zu neuem Leben. Er konnte seine Stimme hervorragend modulieren und chamäleonartig in verschiedene Rollen schlüpfen.

Andreas von Steegen, der einfühlsam, nuanciert und akzentuiert rezitierte, würzte das kulturelle Event mit reizvollen Gedichten von Heinz Erhardt und Eugen Roth. Heinz Erhardt war mit seinen treffsicheren Reimen ein Routinier der Wortakrobatik in heiter-ironischen und grotesken Versen. Eugen Roth war sehr erfolgreich mit seinen heiter-besinnlichen und witzig-ironischen Versbüchern von tiefem Wissen um die Welt sowie um den Menschen und seine Fehler bei der Bewältigung von Alltagsproblemen. Von Steegen präsentierte die Poeme süffisant und verschmitzt lächelnd, was bei den Zuhörern oft Lacher auslöste.

Nach der Pause sprach der Künstler über sein Leben und seine Entwicklung als Schauspieler. Er leitete bereits als Schüler eine Theatergruppe am Katharineum, wo er auch den später den berühmten Schauspieler Mathieu Carriere kennenlernte. Er studierte dann einige Semester Literatur, Philosophie und Theaterwissenschaften in Wien und wechselte dann zur berühmten Hamburger Schauspielschule. Er lernte bei seiner Bühnenlaufbahn viele Schauspieler kennen, wie Karlheinz Böhm, für dessen Engagement im Rahmen der Entwicklungshilfe er sehr viele Benefizkonzerte veranstaltete.

Für die musikalische Umrahmung sorgte Lucas Zink, der virtuos und brillant Improvisationen am Cajon bot, einem Schlaginstrument südamerikanischen Ursprungs. Beide Künstler wurden von den zahlreichen Zuhörern mit sehr viel Beifall bedacht.

gal

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