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Bad Schwartau Schafe „mähen“ verwilderte Wiesen
Lokales Bad Schwartau Schafe „mähen“ verwilderte Wiesen
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20:24 18.10.2013
Schäfer Olaf Holtz (51) führt mit Praktikantin Jasmin Frank (17) die Schafe Richtung Schwartauwiesen. Quelle: Fotos: Britta Kessing
Bad Schwartau

Schafe und Ziegen sollen die Lösung für Bad Schwartaus verwilderte Wiesen sein. Olaf Holtz vom Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer hat 300 kleine „Rasenmäher“

in die Stadt gebracht, die nun nach und nach verwilderte Grünflächen abgrasen sollen. Stadtverwaltung und Umweltbeirat haben die Aktion kurzfristig organisiert, um mögliche Gefahren abzuwenden: Das Gremium hatte gewarnt, dass die riesigen Gestrüpp-Flächen zum einen Wildschweine anlockten und dort zum anderen ganz leicht ein Flächenbrand entstehen könne (die LN berichteten).

Heidschnucken, Pommernschafe und auch 20 Ziegen futtern sich nun zunächst im Bereich der Schwartauwiesen am Rande des Kurparks satt. Anschließend sollen weitere Grünflächen abgeweidet werden, unter anderem auch im Moorwischpark. Gestern Morgen sind die Tiere aus Ratekau angereist, wo sie gerade einen anderen „Arbeitseinsatz“ beendet hatten.

Die spontane Anfrage aus Bad Schwartau sei ein Glücksfall gewesen, erzählt Schäfer Olaf Holtz. Weil die Tiere seines Vereins neuerdings nicht mehr auf den Wiesen am Lübecker Flughafen grasen dürften, „sind wir ständig auf der Suche nach neuen Futterflächen“. Wegen fehlender Weidemöglichkeiten müsse sich der Landschaftspflegeverein jetzt auch von einer seiner zwei Herden trennen, berichtet Holtz.

Die Schafe würden geschlachtet; für die Ziegen sucht der Schäfer ein neues Zuhause (siehe oben).

In Bad Schwartau würden die Tiere drei bis vier Wochen im Einsatz sein, kündigt Holtz an, solange sollten die „Essensvorräte“ der Solbadstadt wohl reichen. Allerdings könnten nicht alle zugewucherten Bereiche abgegrast werden: „Es gibt hier auch Flächen, die so zugewachsen sind, dass wir die Tiere da nicht draufstellen können“, erklärt der 51-jährige Schäfer. So zum Beispiel ein Areal im Bereich der Schwartauwiesen, wo sich ausschließlich Schilf ausgebreitet hat.

Diese Flächen sollten nun möglichst kurzfristig maschinell abgemäht werden, so Bad Schwartaus stellvertretende Bürgermeisterin Ellen Brümmer (CDU). Ansonsten sei der Besuch von Ziegen und Schafen „eine wunderbare Lösung, die man auch für die Zukunft im Auge behalten sollte“, so die stellvertretende Verwaltungschefin. Sie wolle nicht ausschließen, dass diese Option in der Solbadstadt noch häufiger in Betracht gezogen werde.

Gert Kayser ist ebenfalls froh, dass „jetzt etwas passiert“. Der Vorsitzende des städtischen Umweltbeirats hatte im Vorfeld auf ein schnelles Handeln von Seiten der Stadt gedrängt, um etwaige schlimme Folgen des Wildwuchses zu verhindern. Er begrüße die jetzige Aktion, zeigt sich Kayser zufrieden mit der Reaktion der Verwaltung.

Nachdem der Umweltbeirat fehlende Pflegemaßnahmen bemängelt hatte, machte sich die amtierende Bürgermeisterin Brümmer Anfang dieser Woche selbst ein Bild der Lage. Er freue sich, dass man „schnell eine gute, einvernehmliche Lösung gefunden“ habe, betont Kayser. Damit sei man „einem sinnvollen Pflegekonzept für Bad Schwartaus Grünflächen schon einen großen Schritt näher gekommen“.

Ziegen suchen ein Zuhause

20 Ziegen hat der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer abzugeben. „Für kleines Geld“, wie Schäfer Olaf Holtz sagt. Er sucht für die zahmen Tiere ein Zuhause mit einem großen Grundstück.

Wer Interesse hat, kann sich beim Verein in Lübeck melden unter Telefon 04 51/30 17 05. Abgegeben werden keine Einzeltiere, nur mindestens zwei zusammen.

Jennifer Binder

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