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Bad Schwartau Schandfleck „Drei Kronen“ wird zum Wohnprojekt
Lokales Bad Schwartau Schandfleck „Drei Kronen“ wird zum Wohnprojekt
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11:02 18.01.2017
Diese leerstehende Ladenzeile gehört auch zum einstigen Drei-Kronen-Areal, aber nicht mehr lange. Hier entsteht ein Wohnhaus mit 34 Einheiten. Quelle: Foto: Prey
Stockelsdorf

Allzu lange wird es nicht mehr dauern, bis Stockelsdorf am Ortseingang von Lübeck kommend ein ganz neues Antlitz erhält. Denn die Neugestaltung des Areals des ehemaligen Hotels „Drei Kronen“ – gefühlt in der Segeberger Straße, aber postalisch in der Ahrensböker Straße 2-2a – ist in Arbeit. „Wohnen mit Service“ – so lautet das Projekt, in welches die Firma Kawa Bau, die 2016 ihren Firmensitz von Lübeck nach Stockelsdorf verlegt hat, investiert. 34 neue Wohneinheiten werden hier entstehen mit vielen Nettigkeiten wie Grün auf dem Dach. Aber vor allem mit einem speziellen Service für die Bewohner, der im Falle eines Falles das selbstständige Wohnen mit unterstützender Hilfe sichert. Die geplante Investitionssumme beläuft sich auf neun Millionen Euro.

Bereits auf der gegenüberliegenden Straße im einstigen Almer-Areal ist Kawa Bau seit einiger Zeit aktiv und baut das Gebäude um und aus, um dort Büros und auch eine Kita zu schaffen (die LN berichteten).

Michael Jaanineh, Architekt der Firma Kawa Bau, stellte die konkreten Pläne unlängst im Rahmen einer Gemeindevertretersitzung vor. Dabei wurde deutlich, dass die „Wohnen mit Service“-Pläne hinter den Kulissen schon längst nicht mehr nur einfache Pläne auf Papier sind. Denn die wohl größte Hürde in dieser Sache dürfte wahrscheinlich der Ankauf des „Drei Kronen“- Grundstücks inklusive der leerstehende Ladenzeile gewesen sein.

Zwischen der Stockelsdorfer Verwaltung und dem ehemaligen Eigentümer dieses Grundstücks hatte es in der Vergangenheit immer wieder größere Differenzen wegen unterschiedlicher Vorstellungen von der Nutzung des Areals gegeben. Das Resultat war, dass der ehemalige Drei-Kronen-Eigentümer das Gebäude im Laufe der Jahre zu einer unansehnlichen Ruine verkommen ließ, die dann wegen akuter Einsturzgefahr und Gefährdung der Öffentlichkeit vor drei Jahren abgerissen werden musste. Seitdem war das Grundstücke eine Brache.

„Jetzt passiert hier endlich was“, erklärte Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann sichtlich erfreut,„es ist der letzte Schandfleck im Ort, der jetzt verschwindet.“ Und damit das auch möglichst schnell geschieht, wurde bereits direkt nach der Vorstellung der Pläne durch Michael Jaanineh der erforderliche Aufstellungsbeschluss durch die Gemeindevertreter einstimmig beschlossen.

Dennoch braucht alles seine Zeit im Planungsverfahren. Doch Bauamtsleiter Dieter Rodewald zeigt sich zuversichtlich, dass die Bauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen werden.

Maximal 15,60 Meter wird das Gebäude hoch sein, so Michael Jaanineh, „das heißt, die umliegenden Gebäude wie das benachbarte Hotel werden etwas höher sein“.

Das Gebäude, das eine rötliche Fassade bekommen soll, wird ein erstes, ein zweites und ein Staffelgeschoss sowie Grünzonen auf der Dachfläche haben und 34 Wohneinheiten beherbergen – mit einer durchschnittlichen Größe von 50 bis 75 Quadratmeter. Ingesamt sind 25 Stellplätze geplant, 15 davon im Außenbereich. „Alle Wohnungen haben einen Balkon beziehungsweise einen Wohngarten und Balkon“, so der Kawa Bau-Architekt. Und das Besondere dieser Wohnanlage, der „Service“, soll mit der Vorwerker Diakonie realisiert werden, so Michael Jaanineh, „und zwar bis Ende 2018“.

„Im Endeffekt wird alles schöner als das, was jetzt da ist“, so Bürgervorsteher Harald Werner.

 Doreen Dankert

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