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Bad Schwartau Kosten von Trog-Lösung: Bad Schwartau fordert Erklärung der Bahn
Lokales Bad Schwartau Kosten von Trog-Lösung: Bad Schwartau fordert Erklärung der Bahn
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11:38 08.02.2019
Darum geht es: Der Bahnübergang Kaltenhöfer Straße soll im Zuge der Schienenanbindung des Belttunnels ersetzt werden. Quelle: Burow
Bad Schwartau

Die Diskussion um die Schienenhinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung reißt nicht ab. Nach dem „geplatzten“ Gesprächstermin zwischen Bahn, Land und Stadt am Mittwoch stellt Bürgermeister Uwe Brinkmann nun klar: Man wolle natürlich auf eine gemeinsame Lösung hinarbeiten, der zuständige Ingenieur im Bauamt, Bernhard Schmidt, sei beauftragt, das Gespräch zu suchen, dennoch gebe es Kostendifferenzen zu erklären und dabei „liegt der Ball im Feld der Bahn“.

Zahlen als Grundlage für ein Treffen fehlen

Es sei von vornherein deutlich gemacht worden, dass ein Treffen nur auf der Grundlage gemeinsamer Berechnungen für die drei Trog-Varianten stattfinden könne, so Brinkmann. „Und dass es diese gemeinsamen Zahlen nicht gebe, sei schon seit einem Treffen der Ingenieure am 31. Januar klar gewesen. Der unabhängige Gutachter, sagt Brinkmann, gehe von rund 90 Millionen Euro für die Sieben-Meter-Trog-Lösung aus, bei der Bahn spreche man hingegen von rund 300 Millionen oder rund 200 Millionen bei einem Bau mit Betriebsunterbrechung. Man habe den Termin nicht „platzen lassen“, sondern seit diesem 31. Januar in einem umfassenden Mail-Verkehr „alle Bedenken ausführlich dargelegt.“

Bauausschuss will maximalen Schutz

Die Hinterlandanbindung war auch am Montag Thema im Bauausschuss. 40 Minuten lang referierte Bernhard Schmidt über den Stand der Dinge. Er forderte zudem ein Signal von der hiesigen Politik, an den bisherigen Forderungen weiter festzuhalten oder doch auf Angebote der Bahn einzugehen. „Ob mit oder ohne Klage – wir sollten den Weg ’maximale Forderung für maximalen Schutz’ weitergehen“, erklärte der Vorsitzende des Bauausschusses Andreas Marks (CDU). Lüder Garms (Grüne): „Es gibt keinen Grund von unserem bisherigen Forderungskatalog abzuweichen.“ Eine Aussage, die auch die anderen Ausschussmitglieder teilten. Lüder Garms (Grüne): „Es gibt keinen Grund von dem bisherigen Forderungskatalog abzuweichen.“ Eine entsprechende Stellungnahme, die diese Haltung noch einmal untermauern soll, will der Ausschuss bei seiner nächsten Sitzung im März verabschieden.

Bad Schwartau wird als Präzedenzfall gesehen

Schmidt berichtete zuvor von bislang sechs Treffen mit Vertretern der Bahn und der Landesregierung. Eine einvernehmliche Lösung sei allerdings nicht in Sicht. „Wir kämpfen bei den Besprechungen um jede Zahl“, sagte Schmidt. Mal gehe es um Schutzfälle, mal um Schutzwirkung oder um die Kosten. „Wir kommen nur sehr schwer voran“, erklärte Schmidt. Dass sich die anderen betroffenen Gemeinden inzwischen mit der Bahn auf einen Kompromiss geeinigt hätten, sei nachvollziehbar. „Sie hatten keine Argumente mehr. Bad Schwartau hat aber sehr wohl noch gute Argumente, um für einen sieben Meter tiefen Trog in der Ortsdurchfahrt zu kämpfen“, erklärte Schmidt. Diese Forderung sei mitnichten überzogen und dürfe auch nicht an den Kosten scheitern. Schließlich leben 60 Prozent der Betroffenen in Bad Schwartau – entsprechend müssten auch die bereitgestellten Mittel für Lärmschutz an der gesamten Strecken von insgesamt rund 500 Millionen Euro verteilt werden. Aus Sicht von Schmidt gehe es bei dem Streit aber ohnehin weniger ums Geld. Auch an vielen anderen Stellen im Bundesgebiet werden solche Trassen neu geplant und viele andere Kommunen blicken nach Bad Schwartau. „Wir sind hier ein Präzedenzfall, das ist der Knackpunkt. Man will uns die Lösung möglichst schwer machen, damit es andere später nicht leichter haben.“

Luisa Jacobsen und Sebastian Prey

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