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Bad Schwartau Schnelle Hilfe, wenn der Hund entläuft!
Lokales Bad Schwartau Schnelle Hilfe, wenn der Hund entläuft!
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21:30 28.10.2017
Stadtjäger Gert Kayser (r.) hat das Halsband der Hündin „Tessa“ mit einer Telefonnummer versehen. Uwe Gründlich vom Ordnungsamt und Bad Schwartaus Polizei-Chef Andreas Block begrüßen die Aktion. Quelle: Foto: Sebastian Prey
Bad Schwartau

„Das ist eine außerordentlich gute und praktische Idee“, sagt Bad Schwartaus Polizeichef Andreas Block. Zumal die Polizei seit einigen Monaten nur noch beschränkt helfen darf und kann, wenn ein herrenloser Hund oder anderes Tier gemeldet wird. Den Transport ins Tierheim oder in eine andere Auffangstation müssen seit Anfang dieses Jahres Städte und Gemeinden in ganz Schleswig-Holstein selbst übernehmen. Grund: Der Transport von Fundtieren bindet Personal und ist zudem auch aus medizinischer Sicht nicht vertretbar. Der Bad Schwartauer Polizei-Hundeführer Jörg Hartig: „Zwingerhusten beispielsweise überträgt sich schnell. Damit ist nicht zu spaßen.“

Nicht selten ruft die Polizei oder auch das Ordnungsamt Bad Schwartau bei Stadtjäger Gert Kayser an und fragt, ob er sich vielleicht um einen aufgefundenen Hund kümmern mag. „Das mache ich natürlich gerne, aber ich bin ja auch nicht immer verfügbar“, sagt Kayser, der alle Hundebesitzer in der Stadt eher zu einer pragmatischen Lösung auffordert. „Mit der Steuermarke am Halsband oder einer Telefonnummer kommt der Vierbeiner ohne große Umwege wieder zurück zu Frauchen oder Herrchen. Das ist für alle Beteiligten also ein großer Vorteil“, erklärt Kayser.

Das Ordnungsamt der Stadt Bad Schwartau wird in Kürze in einer Garage einen Zwinger für Fundhunde bereitstellen. „Wenn nachts ein Tier aufgefunden wird, können wir es nicht ins Kücknitzer Tierheim bringen“, sagt Uwe Gründlich vom hiesigen Ordnungsamt. Auch er spricht sich dafür aus, dass Hundebesitzer darauf achten sollten, dass ihr Vierbeiner im Falle eines Falles schnell zugeordnet werden kann. „Das spart Nerven und Kosten“, erklärt Gründlich, denn der Transport von entlaufenen Hunden ins Tierheim kostet Geld.

In diesem Zusammenhang erinnert der hiesige Hegeringleiter Tim Techau an die Anleinpflicht für Hunde jeglicher Größe in Waldgebieten. Vorsicht sei aber auch im Stadtgebiet geboten. „Zirka 20 Rehe, viele Waldkaninchen, Hasen, Füchse und auch Waschbären, die sich verstärkt ausbreiten, können schnell zu einer Gefahr für Hunde werden“, warnt Stadtjäger Kayser. Rudolf Meisterjahn vom hiesigen Umweltbeirat wirbt deshalb zur Vorsicht und Rücksichtnahme. „Richtig sicher untergebracht auch ohne Leine sind Hunde immer in den eingezäunten Hundeauslaufflächen der Stadt“, sagt Meisterjahn.

Viele Tiere tragen heute auch schon einen implantierten Datenchip. Der ist bei entlaufenen Vierbeinern sehr hilfreich. Allerdings muss der Chip auch mit einer entsprechenden Technik ausgelesen werden, die nicht überall vorhanden ist. Kayser: „Tierärzte haben diese Geräte, aber auch die sind ja nicht rund um die Uhr erreichbar.“ Auch bei der Polizeistation Stockelsdorf verfügt man über ein Gerät, mit dem die in Hunde und Katzen implantierten Datenchips ausgelesen werden können.

 Von Sebastian Prey

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