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Bad Schwartau Schöffen gesucht am Landgericht
Lokales Bad Schwartau Schöffen gesucht am Landgericht
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20:58 15.03.2018
Der Groß Pariner Reinhard Wendt (66) ist mit Freude als Schöffe tätig. Quelle: Foto: Julia Dittmann
Bad Schwartau

Reinhard Wendts Amtszeit als Schöffe am Landgericht Lübeck neigt sich dem Ende zu. 2018 ist das letzte seiner fünf Jahre als ehrenamtlicher Richter. „Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die mir Freude bereitet hat“, berichtet Wendt, der sich aber aus Altersgründen nicht noch einmal bewirbt. Der 66-Jährige: „Jetzt sollten auch mal Jüngere ran.“ Aus Bad Schwartau sollen insgesamt 42 Männer und Frauen zu Vertretern des Volkes in der Rechtsprechung in Strafsachen des Amts- und Landgerichts Lübeck gewählt werden. Bis zum 7. April können sich Interessierte bewerben.

Als Schöffe war Reinhard Wendt mit den Berufsrichtern gleichberechtigt. Er hatte jedes Urteil mit zu verantworten, ob Freispruch oder Freiheitsstrafe. Damit müssen neue Bewerber umgehen können. Der Groß Pariner Wendt ist seit 2014 Schöffe in Lübeck. Für den 66-Jährigen, der bis zu seiner Pensionierung bei einer Krankenkasse gearbeitet hat, ist das Amt eine wichtige Aufgabe. Deshalb hat er sich auch auf den Posten beworben, obwohl die Stadt Bürger vorschlagen kann. Der engagierte Rentner sieht das Ehrenamt ohnehin als sehr hoch an, ist auch seit 43 Jahren bei der Feuerwehr tätig.

Er wurde in die große Strafkammer in Lübeck eingeteilt, die sieben Kammern hat. Die Schöffen werden jedes Jahr per Los einer neuen Kammer zugeteilt und zu Beginn der ersten Sitzung vereidigt. Der Zusatz „so wahr mir Gott helfe“, ist dabei optional, Wendt hat ihn geleistet. Die drei hauptberuflichen Richter in den Kammern werden von zwei Schöffen unterstützt, wobei versucht wird, die Positionen mit je einer Frau und einem Mann zu besetzen. Bei der Urteilsbesprechung mit den drei Richtern und zwei Schöffen muss die Entscheidung mindestens mit vier zu einer Stimme fallen. Das Besondere: Alle Beteiligten haben dasselbe Stimmrecht. Es habe schon mehrfach Initiativen gegeben, Schöffengerichte abzuschaffen, aber in den meisten Fällen sprächen sich die Richter für diese Form der Rechtsprechung aus, weil ihnen die berufsfremde Meinung der Schöffen neue Perspektiven ermögliche.

Wendt ist wichtig, dass Schöffen sich nicht nur der Situation angemessen verhalten, sondern auch kleiden. „Die Richter tragen Talare. Wenn da einer im bunten Hemd daneben sitzt, kann das doch nicht wahr sein. ”

Wer sich für das Ehrenamt interessiert, hat einige Voraussetzungen zu erfüllen. So müssen die Bewerber und Bewerberinnen deutsche Staatsbürger sein, in der jeweiligen Gemeinde wohnen und bei Amtsantritt zwischen 25 und 69 Jahren alt sein.

Nicht berufen werden können hauptamtlich in der Justiz Tätige, Religionsdiener, Bürger, gegen die ein Ermittlungsverfahren schwebt, die zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurden oder insolvent sind.

Das Landgericht kann Bürger auch verpflichten, das Amt auszuüben, da es sich um eine Bürgerpflicht handelt. Dies sei laut Wendts Kenntnis in Bad Schwartau aber noch nicht vorgekommen.

Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils sind für die Tätigkeit vonnöten. Juristische Vorkenntnisse hingegen muss ein Schöffe nicht vorweisen. Im Gegensatz zu den Richtern haben Schöffen auch vor Prozessbeginn keinen Einblick in die Akten. Sie sollen lediglich aufgrund ihrer Beobachtungen während der Verhandlung eine Entscheidung treffen.

Reinhard Wendt empfiehlt jedem die Bewerbung. „Es benötigt aber Zeit und einen gesunden Menschenverstand.“

Bewerbungen

Bad Schwartauer, die sich für das Schöffenamt in allgemeinen Strafsachen bewerben möchten, können sich bis Sonnabend, 7. April, beim Ordnungsamt Bad Schwartau unter Telefon 0451/ 2000

2300 oder 20002312 melden.

Ratekauer, die Interesse haben, können ihre Unterlagen bei der Gemeindeverwaltung Ratekau, Fachdienst Zentrale Verwaltung, Bäderstraße 19, 23626 Ratekau, schriftlich einreichen oder per E-Mail an ilka.boehm@ratekau.de senden. Bewerbungsformulare können von der Seite www.schoeffenwahl.de heruntergeladen werden. Bewerbungsende ist Freitag, 20. April.

Wer Jugendschöffe werden möchte, richtet die Bewerbung an das Jugendamt des Kreises Ostholstein, Lübecker Straße 41, 23701 Eutin.

Julia Dittmann

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