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Bad Schwartau Schüler malen für großen „Garten-Zaun“ auf der LGS
Lokales Bad Schwartau Schüler malen für großen „Garten-Zaun“ auf der LGS
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15:43 15.03.2016

Die Werke zeigen Palmen mit bunten Stämmen, rote Vögel mit schwarzen Köpfen oder rote Baumkronen mit blauen Farbtupfern. Kinder und Jugendliche, die an der Elisabeth-Selbert Gemeinschaftsschule in Bad Schwartau Deutsch als Zweitsprache (DaZ) lernen, haben zum Pinsel gegriffen und Gärten gemalt. Für den wohl größten „Garten-Zaun“ auf der Landesgartenschau in Eutin.

Sie haben teils ganz andere Vorstellungen vom Grün: Werke von Daz-Kindern der Elisabeth-Selbert Gemeinschaftsschule sind auf der Landesgartenschau zu sehen.

Weitere Beteiligte

leisten auch andere Gemeinschaften ihren Beitrag zur Landesgartenschau in Eutin. So wird beispielsweise der Musikverein am

2. Juli einen Auftritt haben, die Rassegeflügelzüchter sind vertreten und die Landfrauen übernehmen die gärtnerische Gestaltung eines Bereiches.

Alle Infos: www.eutin-2016.de

„Dieser Bauzaun ist 42 Meter lang und zwei Meter breit“, sagt Karin Klindwort, Vorsitzende des Fördervereins Bildende Kunst Ostholstein, der die Aktion initiiert hat. „Er führt mitten über das Gelände.“ Die Fläche soll mit den gemalten Bildern zum Thema „Gärten unserer Heimat“ gefüllt werden. „Wir haben gutes Acrylpapier und Künstlerfarben mitgebracht“, sagt Klindwort. Die A3-Formate werden gescannt und in den Druck gegeben. In Eutin sind sie dann etwa doppelt so groß zu sehen.

Die Künstlerinnen, neben Klindwort auch Mirabel Brandis und Brita Klang, verfolgen den Malprozess mit wachen Augen. „Einige malen ganz schlicht, andere filigran“, sagt Klindwort. „Die kleinen Kraftpakete malen auf einmal ganz ordentlich, sind minutenlang in die Arbeit vertieft“, freut sich Lehrerin Birgit Clemens. „Es ist schön, sie so zu erleben.“ Viele haben zum ersten Mal überhaupt einen Pinsel in der Hand. Immer wieder staunen die Frauen über die Kreativität und verteilen viel Lob für die bunten Gärten. „Im Prinzip hätten sie ja auch ein Minarett malen können“, sagt Karin Klindwort. Vorgegeben war nichts Konkretes, nur ein Baum und eine Blume schmücken die Tafel als Idee. „In Deutschland ist es ganz typisch, ein Haus mit rauchendem Schornstein zu malen. Das hat hier niemand getan.“ Auch Wolken sind nicht zu sehen. Eher ein ganz blauer Himmel, oder ein gelbgefärbter. Dafür stehen schneebedeckte Bergkuppen in den Fantasiegärten und die Sonne ist zuweilen ganz klein. „Wer schon länger in Deutschland ist, hat rote Häuser gemalt“, schmunzelt sie. Fasziniert ist sie auch von Bildern mit vielen Bäumen. Als sie bei einem Jungen nachfragt, sagt er, es sei ein Wald — in Syrien ein Landschaftsbild, das es kaum gibt. „Es ist unheimlich lehrreich, auch für uns“, beschreibt Klindwort die manchmal ganz andere Sichtweise auf die Umgebung. „Die Bilder werden nebeneinander toll aussehen“, ist sie überzeugt. Kleine und große Vornamen der jungen Künstler zieren die Bilder. „Das macht aber nichts, es soll authentisch sein.“

Etwas erleichtert sind die Frauen schließlich aber doch, dass keine Gewaltszenen zu Papier gebracht wurden. Nur ganz zum Schluss startet noch eine Rakete gen Himmel. Und ein Junge malt eine große schwarz-rot-gelbe Flagge mit den Worten „Danke Deutschland“. Die Frauen sind gerührt.

Die Kunstaktion wird am kommenden Freitag mit anderen Schülern noch einmal wiederholt. Der Kunstverein beteiligt sich noch mit zwei weiteren Projekten auf der Landesgartenschau: So malen Künstler an 20 Dienstagen unter freiem Himmel, und vom 4. bis 14. August ist in der Orangerie eine Ausstellung mit Gießkannen zu sehen — aus Material jeglicher Form.

Von Irene Burow

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