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Bad Schwartau Schulbesuch auf dem Dach der Welt
Lokales Bad Schwartau Schulbesuch auf dem Dach der Welt
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19:12 20.10.2017
Der Schulbetrieb ist straff organisiert – der Appell auf dem Pausenhof gehört dazu. Quelle: Fotos: Klaus Schuback/hfr

Klaus Schuback (68) hat in seinem Leben schon einiges gesehen und erlebt: Fünf Jahre umsegelte er mit seiner Ehefrau Marlies die Welt – lernte dabei über 40 Länder auf fünf Kontinenten kennen, als Manager in einem großen Konzern agierte er in den USA und Osteuropa. Doch was Schuback kürzlich erlebt hat, hat ihn schwer beeindruckt. „ So etwas habe ich zuvor noch nie gesehen “, erzählt Schuback begeistert. Für die Reinhard und Marianne Athenstaedt Stiftung war er in Zanskar unterwegs – 4500 Meter über dem Meeresspiegel in einer abgelegenen indischen Provinz. Dort auf dem Dach der Welt unterhält die Stiftung eine Schule.

Auf eine ungewöhnliche Reise hat sich kürzlich der Bad Schwartauer Klaus Schuback begeben. Er hat für die Reinhard und Marianne Athenstaedt Stiftung in Indien eine Schule auf dem Dach der Welt besucht. Selbst für den Globetrotter Schuback ein unvergessliches Erlebnis.

Weitere Projekte

Die Stiftung wurde 2000 von Marianne Athenstaedt gegründet. Weitere Projekte der Stiftung stehen an: So werden pädagogische Hilfen für die Ausbildung der Kinder organisiert und weitere Internatsplätze geschaffen. Wer sich für die Stiftung interessiert und sie unterstützen möchte, kann im Internet auf www.athenstaedt-stiftung.de weitere ausführliche Informationen über die Aktivitäten erhalten.

„Bereits die Anreise war aufregend. Zuerst flogen wir über Delhi nach Leh. Der Flughafen dort zählt zu den gefährlichsten Flughäfen der Welt. Aufgrund der geographischen Lage bereitet das Landen dort oftmals Probleme“, so der Entdecker.

Um sich an die Höhe zu gewöhnen, blieb Schuback mit seinem Stiftungs-Kollegen Fabian Klose noch einige Tage in Leh, bevor es mit dem Jeep weiter nach Zanskar ging. Eine dreitägige Knochentour über 450 Kilometer. „Da sind hier selbst die Feldwege besser, als die Straßen dort.“

Seit 2015 ist Schuback Mitglied im Vorstand der Stiftung und kümmert sich dort vornehmlich um die Finanzen. Rund 50 000 Euro gibt die Stiftung jährlich aus – das Geld fließt komplett in den Schulbetrieb in Zanskar, eine abgelegene Region im westlichen Teil des Himalayas. Es ist eines der höchstgelegenen besiedelten Regionen der Erde. Die etwa 10000 Einwohner sind überwiegend tibetischer Abstammung. Aufgrund der isolierten Lage in Zanskar kommen nur wenige Touristen in die Dörfer.

Wer sich dort hin „verirrt“, wird es nicht vergessen. So wie Manager Schuback, der in einer Familie untergebracht war. „Herkömmliche Gasthäuser gibt es da nicht“, berichtet Schuback, der somit hautnah das Leben in einem Drei-Generationen-Haus kennenlernte. „Ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber sehr spannend“, berichtet Schuback, der alles so gut wie möglich mitgemacht hat. „Beim Schneidersitz musste ich aber passen“, erzählt er mit einem Lächeln. Das Leben auf dem Dach der Welt hat es wirklich in sich. „Viele Strecken werden zu Fuß gemacht. In der Höhe eine Herausforderung.

Die Schulkinder gehen teilweise eineinhalb Stunden zu Fuß zur Schule. Die sind aber gut trainiert“, berichtet Schuback.

Der Zweck der Athenstaedt-Stiftung ist in erster Linie die Beschulung der Kinder in der abgeschiedenen Region. Die Stiftung finanzierte den Schulbetrieb mit 160 Mädchen und Jungen. Mit dem Geld werden die Gebäude, die von der Stiftung errichtet wurden, erhalten und ausgestattet, Lehrer vergütet und die Schulspeisung bezahlt. Zudem werden die 60 Internatsplätze finanziert. „Wir wollen den Kindern ein besseres Leben ermöglichen“, sagt der Bad Schwartauer, der allen Strapazen zum Trotz jetzt schon weiß, dass er Zanskar ein weiteres Mal bereisen wird. „ Die prächtige Natur, die schneebedeckten Gipfel und vor allem die aufgeweckten Kinder sind es auf alle Fälle wert.“

Selina Feddern

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