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Bad Schwartau Schwartau verunreinigt: Es ist Soja-Öl
Lokales Bad Schwartau Schwartau verunreinigt: Es ist Soja-Öl
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08:57 12.11.2013
Bad Schwartau

Bei dem Schmierfilm auf der Schwartau handelt es sich um Soja-Öl. Das hat jetzt der Fachdienst Boden- und Gewässerschutz des Kreises Ostholstein mitgeteilt. Damit hat sich die erste Einschätzung bestätigt, dass es pflanzliches Öl ist, das in den Fluss gelangt ist. Bad Schwartaus Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU) zeigt sich erleichtert: „Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung.“ Umweltschützer warnen derweil jedoch vor möglichen Folgen der Verunreinigung für die Tierwelt: Auch pflanzliches Öl könne in größeren Mengen Schaden anrichten.

Ende der vergangenen Woche war der Ölfilm auf der Schwartau entdeckt worden (die LN berichteten). Verursacher ist nach LN-Informationen eine Mühle in Hobbersdorf (Ratekau). Beim Befüllen eines Tanks soll die Flüssigkeit ausgelaufen sein; der genaue Hergang ist bisher nicht endgültig geklärt. Ebenfalls unklar ist, wie viel Öl tatsächlich in den Fluss gelangt ist. Dazu könne man derzeit keine Angaben machen, heißt es von Seiten des zuständigen Fachdienstes beim Kreis, es könne aber „nicht ganz wenig“ gewesen sein.

Eine Einschätzung, die Naturschützern Sorgen macht: Zwar sei reines Pflanzenöl sehr viel weniger bedenklich als Industrieöl, erklärt Ingo Ludwichowski vom Naturschutzbund (Nabu) Schleswig-Holstein, „auch hier ist es aber eine Frage der Dosis“. Große Mengen im Wasser könnten zum Beispiel das Gefieder von Enten genauso verkleben wie andere Öle. Auch könne ein Ölfilm auf dem Fluss verhindern, dass ausreichend Sauerstoff durch die Oberfläche gelangt - was für Lebewesen im Wasser durchaus zur Gefahr werden könne. Ludwichowski: „Man kann nicht pauschal sagen, dass eine Verunreinigung mit pflanzlichem Öl harmlos ist.“

Zwei Ölsperren sollen jetzt verhindern, dass sich die Flüssigkeit weiter ausbreitet (siehe Grafik). Die Kreisverwaltung als zuständige Behörde hat eine Fachfirma mit der Reinigung des Gewässers beauftragt; das Öl wird gebunden und abgepumpt. Zwei bis drei Wochen soll es noch dauern, bis alles beseitigt ist. Eine direkte Gefahr sieht man beim ostholsteinischen Fachdienst Boden- und Gewässerschutz nicht; die Maßnahme sei präventiv und solle eben die Szenarien verhindern, vor denen Nabu- Fachmann Ludwichowski warnt.

Bürgermeister Schuberth ist zufrieden, dass „die erforderlichen Schritte eingeleitet wurden“. Die Stadt selbst sei an der Schadensbeseitigung nicht beteiligt; entsprechend entstünden Bad Schwartau auch keine Kosten. Die muss nach Angaben der Kreisverwaltung der Verursacher tragen (die Höhe ist noch nicht bekannt). Außerdem muss der Betrieb mit einer Anzeige wegen Gewässerverunreinigung rechnen. Bei der Polizei wertet man den Vorfall als „Unfall“. Von Seiten der Firma wollte man sich auf LN-Anfrage bisher nicht zu der Sache äußern.

Jennifer Binder

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