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Bad Schwartau Schwartauer Werke: Drei Orte sind im Rennen
Lokales Bad Schwartau Schwartauer Werke: Drei Orte sind im Rennen
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16:24 06.10.2016
Die Schwartauer Werke haben jetzt bekanntgegeben, dass sie sich für drei potenzielle Standorte interessieren. Quelle: Ulrich Perrey/dpa
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Bad Schwartau

Im Rennen um die Ansiedlung der Schwartauer Werke ist eine Vorentscheidung gefallen: Es kommt zu einem Dreikampf zwischen Lübeck, Bad Schwartau und Schönberg (Nordwestmecklenburg). Das teilte das Unternehmen gestern Nachmittag mit. Aus dem Rennen ist Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) genauso wie die Gemeinde Ratekau (Ostholstein). Es geht um 800 Arbeitsplätze. Die Wirtschaftsministerin in Kiel und Schwerin sind eingeschaltet.

In einer ersten Sondierungsphase für den Fall einer Produktionsverlagerung sei eine Vorauswahl von drei Bauplätzen getroffen worden, „die unseren Anforderungen entsprechen“, teilte Unternehmenssprecherin Stephanie Tron mit. Das Unternehmen sucht 15 Hektar Bauland. Als Standort für ein Werk kämen Gewerbegebiete in Bad Schwartau, Lübeck und – erstmals offiziell bestätigt – Schönberg in Frage. Derzeit keine Pläne gebe es dafür, den Unternehmenssitz, also den Sitz der Verwaltung der Schwartauer Werke, aus Bad Schwartau wegzuverlegen.

„Ich freue mich sehr, dass wir noch im Rennen sind“, sagte Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) zu der Nachricht: „Das ist auch eine Anerkennung dafür, dass wir in den letzten Wochen und Monaten unsere Kräfte darauf konzentriert haben, dem Unternehmen einen Standort und ein Konzept vorzuschlagen, das den Anforderungen bestmöglich entspricht.“

Die Mitteilung der Schwartauer Werke gebe Anlass, „mit Optimismus in die Zukunft zu schauen“, sagte Schwartaus Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU) nicht weniger zuversichtlich. Mit Landesplanung und Landesregierung hätten bereits fruchtbare Gespräche stattgefunden. Schuberth setzt darauf, dass es Sinn macht, Unternehmenssitz und Produktionsanlagen wegen der kurzen Wege an einem Standort zu halten. „Die Identifikation der Werke mit unserer Stadt und umgekehrt werden die Entscheidung hoffentlich letztendlich zugunsten von Bad Schwartau beeinflussen“, hofft Schuberth.

Lübeck hat den Schwartauer Werken ein 20 Hektar großes Areal unmittelbar an der A 20 (Lübeck–Rostock) angeboten. Bad Schwartau buhlt mit einem mindestens 17 Hektar großen Grundstück im Gewerbegebiet Langenfelde Nord um die Gunst des Marmeladenherstellers. Schönberg will auf der „Sabower Höhe“ auf 15 Hektar Platz für den Konzern schaffen.

„Wichtig ist, dass Knowhow, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben“, sagte Can Özren, Sprecher der IHK Lübeck. Auch wenn die Entscheidung noch nicht endgültig gefallen ist, sei er optimistisch, „dass die Vorteile des Standortes Schleswig-Holstein am Ende auch für das Unternehmen ausschlaggebend sind“, erklärte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) in Kiel.

Der Planungshorizont für den möglichen Umzug liege bei drei bis fünf Jahren, teilten die Schwartauer Werke weiter mit. Überraschend will das Unternehmen jetzt auch noch einmal prüfen, ob man am alten Standort selbst durch Veränderungen zurechtkommt. Sobald die Planung deutlich voranschreitet, werde die Öffentlichkeit darüber informiert.

Curd Tönnemann

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