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Bad Schwartau Schwartauer Werke suchen einen neuen Standort
Lokales Bad Schwartau Schwartauer Werke suchen einen neuen Standort
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10:10 08.04.2016
Kaum zu trennen: Konfitüre sowie andere Brotaufstriche mit dem Sieben-Türme-Siegel und Lübecks Nachbarstadt Bad Schwartau. Quelle: Olaf Malzahn
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Lübeck

Die 800-köpfige Belegschaft wurde über die Pläne der Konzernspitze informiert. Dem Vernehmen nach sucht das Unternehmen nach einem Areal mit Blick auf die Sieben Türme - seinem Logo - idealerweise mit Autobahn-Anbindung. Um die Ansiedlung des Unternehmens gibt es ein Rennen zwischen Lübeck und seinen Nachbarkreisen. Auch eine Kommune in Mecklenburg-Vorpommern mischt mit.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) gibt sich kämpferisch: „Wir wollen das Unternehmen auf jeden Fall in Schleswig-Holstein behalten.“

Nach LN-Informationen sollen zunächst zwei von drei Firmensitzen in Bad Schwartau aufgegeben werden, zunächst das alte Werk I an der Lübecker Straße, danach das Corny-Werk. Die Fabrikationsstätten befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wohnbebauung, ihre Erweiterung ist deshalb unmöglich.

Erst 2012 war ein Werk II für 20 Millionen Euro auf der Stadtgrenze zu Lübeck errichtet worden. Um das Unternehmen ist in der Region ein erbitterter Wettkampf entbrannt. Verlieren möchte der Kreis Ostholstein das Unternehmen von Weltruf auf keinen Fall. „Wir haben unsere Arme weit ausgebreitet“, sagt Kreisbaudirektor Bernd Straßburger. Die Nähe zu den Sieben Türmen als Symbol für die Marke sei dem Unternehmen sehr wichtig.

Eine Kontaktaufnahme der Schwartauer Werke bestätigt Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Das Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Es geht um ein 15 Hektar großes Gelände an der Kronsforder Landstraße.

Mit im Rennen ist hinter der Landesgrenze Schönberg (Nordwestmecklenburg). Mönkhagen (Stormarn) an der A 20 hat sich von den Plänen verabschiedet.

Schwartaus Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU) erklärt: „Eine so große Fläche wie gewünscht können wir nicht anbieten.“ Er bedauert, dass Steuergelder für die Stadt verloren gehen, wenn der Konzern seinen Stammsitz sukzessive verlasse. Ein Ortswechsel soll angeblich nicht vor Ende 2018 vollzogen werden.

„Wir befinden uns noch in einer sehr frühen Phase der Bauplatzsuche“, sagt Unternehmenssprecherin Stefanie Tron. Zugleich bestätigt sie Pläne, die den Schwartauer Werken „langfristig einen Kapazitätszuwachs ermöglichen“. Die Sorge um Arbeitsplatzabbau hat der Betriebsrat nicht. „Alle Mitarbeiter sollen mitgenommen werden“, setzt Betriebsratschef Bernd Hottner auf eine Zusage der Geschäftsführung.

Das ist Lübecks Angebot

Mit einem neuen Gewerbegebiet südlich der A 20 lockt das städtische Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck (KWL) die Schwartauer Werke. Beidseits der Kronsforder Landstraße gehören KWL 40 Hektar, die derzeit zum Teil an einen Erdbeerhof verpachtet sind. 15 Hektar könnte der Marmeladenhersteller bekommen. „Wir sind seit Ende vergangenen Jahres in Gesprächen“, bestätigt KWL-Chef Dirk Gerdes, „und wir machen uns große Hoffnungen, dass wir den Zuschlag erhalten.“ In einer in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie geht es auch um die Lösung von Verkehrsfragen. Das neue Gewerbegebiet hat bislang keinen direkten Anschluss an die A 20. dor

Curd Tönnemann

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