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Bad Schwartau Schwartauer Werke werden zum Wahlkampfthema
Lokales Bad Schwartau Schwartauer Werke werden zum Wahlkampfthema
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10:08 08.04.2016
Das Werk 1 der Schwartauer Werke in der Lübecker Straße in Bad Schwartau ist in die Jahre gekommen. Quelle: Fotos: Olaf Malzahn

 In einem sind sich die fünf Kandidaten aber wohl einig: Die Schwartauer Werke müssen in der Stadt bleiben und der amtierende Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU) habe nicht alles dafür getan, um dem Unternehmen Erweiterungsflächen anzubieten. Der Amtsinhaber erklärte unlängst: „Eine so große Fläche wie gewünscht, können wir nicht anbieten.“

Öffentliche Sondersitzung

Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauwesen kommt am Montag, 18. April, um 18.30 Uhr im Rathaus zu einer öffentlichen Sondersitzung zusammen. Dort soll über den Stand der Erweiterungsplanungen der Schwartauer Werke gesprochen werden.

Eine Aussage, die die politischen Vertreter aller Parteien und auch die fünf Bürgermeister-Kandidaten, die sich am 24. April für die Schuberth-Nachfolge im Rathaus bewerben, nicht so hinnehmen wollen. Selbst CDU-Kandidatin Ellen Brümmer sagt: „Bad Schwartau hat sehr wohl Flächen, die den Schwartauer Werken angeboten werden können.“ Dabei denkt Brümmer an eine Erweiterung des Gewerbegebiets Langenfelde-Nord. „Dort erweitern wir ohnehin schon, weil schon ansässige Firmen mehr Platz benötigen“, sagt Brümmer, die am Sonnabend in der Stadt eine Unterschriftenaktion unter der Überschrift: „Bad Schwartau und die Schwartauer Werke gehören zusammen: Jetzt und in Zukunft!“ startet. Die Liste will Brümmer der Unternehmensführung überreichen und somit die Verbundenheit der Bad Schwartauer mit dem Unternehmen zum Ausdruck bringen.

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Die Schwartauer Werke suchen einen neuen Standort

Aus Sicht der SPD trägt nicht nur Schuberth, sondern auch Brümmer die Verantwortung für das Dilemma. „Nach Informationen aus Verwaltungskreisen muss die Anfrage nach einer Erweiterungsfläche für die Schwartauer Werke spätestens Ende Januar Schuberth und Brümmer vorgelegen haben. Warum wurden die betreffenden Gremien der Stadt nicht informiert?“, fragt der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Tylinski.

Er vermutet, dass die CDU-Kandidatin aus wahltaktischen Gründen nichts gesagt habe. Tylinski:„Schuberth und Brümmer fügen hierdurch nicht nur der Stadt großen Schaden zu, sondern haben das Vertrauen der Bevölkerung in transparente Verwaltung und ehrliche Politik nachhaltig erschüttert.“ Es sei auch bemerkenswert, dass der externe Kandidat der SPD, Dr. Uwe Brinkmann, offensichtlich mehr über die Stadt wisse, als seine einheimischen Mitbewerber — und die Pläne der Schwartauer Werke öffentlich gemacht habe.

Auch der parteilose Kandidat Gerd Radisch attackiert Amtsinhaber Schuberth. Er fragt: „War der Bürgermeister nie in einem regelmäßigen Austausch mit den Schwartauer Werken, um frühzeitig deren Pläne zu erfahren und Lösungen zu erarbeiten, um das Unternehmen hier zu halten?“ Auch die CDU-Bewerberin bekommt einen mit. „Noch im März wurde der Sitzungstermin des Ausschusses für Finanzen und Wirtschaftsförderung, dem auch die stellvertretende Bürgermeisterin Frau Brümmer angehört, wegen angeblich fehlender Themen abgesagt!“ Unter Berücksichtigung der Anliegen der Bad Schwartauer und der wirtschaftlichen Bedürfnisse der Schwartauer Werke dürfte eine Lösung zwar nicht einfach, aber aus Sicht Radischs dennoch machbar sein.

Steffen Dannenberg, der für die WBS für das Bürgermeisteramt kandidiert, will den Teilweggang der Schwartauer Werke nicht so hinnehmen. Auf seine Initiative hin komme nun der Bauausschuss zu einer Sondersitzung zusammen, um die Selbstverwaltung und die Bürgerinnen und Bürger zum aktuellen Stand der Erweiterungsplanungen der Schwartauer Werke zu informieren. „Zum einzigen Tagesordnungspunkt dieser Sitzung wird auch ein Vertreter der Schwartauer Werke anwesend sein“, teilt Dannenberg mit. Für eine Erweiterung der Werke kämen aus seiner Sicht die Waldflächen zwischen den Bahngleisen direkt an der Autobahn, südöstlich vom Bahnhof, durchaus in Frage. „An dieser Stelle ist der Emissionsschutz weniger problematisch, weil das Gebiet weitab von der Wohnbebauung liegt. Für diese Waldfläche muss es natürlich innerhalb von Bad Schwartau eine attraktive Ersatzbepflanzung geben“, stellt Dannenberg klar.

Der unabhängige Bürgermeisterkandidat Michael Neese ist einfach nur erstaunt, dass alle politischen Gruppierungen in der Stadt von den Umzugsplänen nichts gewusst haben wollen. „Im Vorfeld kann es den politischen Kräften in unserer Stadt nicht verborgen geblieben sein, dass die Schwartauer Werke expandieren wollen und darum nach einem entsprechenden Standort suchen. Diese Thematik macht überdeutlich, dass es Zeit ist für einen Wechsel an der Rathausspitze“, so Neese, der sich als unabhängiger Kandidat am besten in der Lage sieht, alle Akteure an einen Tisch zu holen, um eine gute Lösung für Bad Schwartau zu finden.

Von Sebastian Prey

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