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Bad Schwartau Schwierige Übung: Großfeuer und ein verschüttetes Kind
Lokales Bad Schwartau Schwierige Übung: Großfeuer und ein verschüttetes Kind
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18:25 20.09.2013
Das „verschüttete Kind“ wird in Form eines Dummys aus dem Holzhackschnitzelberg von der Stockelsdorfer Wehr gerettet.
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Horsdorf

Dramatische Situation in Horsdorf. Auf dem Bauernhof der Familie Muus brennt es. Kinder haben dort gezündelt und das Holzhackschnitzelwerk in Brand gesetzt. Schwarzer Qualm steigt in den Himmel. Die Sirene heult auf. Doch nicht nur wegen des Feuers werden Rettungskräfte von sechs Ortswehren in der Gemeinde Stockelsdorf alarmiert. Auch eines der zündelnden Kinder wird von seinen Spielkameraden vermisst. Vermutlich ist der Steppke unter einem Holzhackschnitzelberg verschüttet. „Das Szenario ist natürlich fürchterlich, aber durchaus denkbar. Insbesondere die Suche nach einer verschütteten Person ist ja nicht alltäglich“, so Gemeindewehrführer Günter Volgmann, der den Übungseinsatz am frühen Mittwochabend um kurz vor 18 Uhr beobachtet. Auch Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann und Ordnungsamtsleiter Michael Henk sind als Beobachter dabei.

Horsdorfs Wehrführer Sven Asmussen hat sich die Umstände für die Alarmübung ausgedacht. Er übernimmt zugleich die Einsatzleitung. An der Zufahrt zum Hof bezieht Asmussen bei Alarmierung Stellung.

Nach nur sieben Minuten ist die erste Wehr am Einsatzort. Es sind die Nachbarn aus Klein Parin. Auch Curau und die Kameraden von der Wehr Mori sind wenig später da. „Das sind sehr gute Zeiten. 60 Prozent der Wehren sind unterhalb der gesetzlichen Hilfsfristen da“, notiert Volgmann zufrieden. „Dabei ist die Uhrzeit ja so, dass noch viele bei der Arbeit sind“, sagt Volgmann.

Jede ankommende Wehr bekommt ihre Aufgabe. Curaus Retter sollen eine Leitung vom Überflurhydranten an der Schwartauer Landstraße legen, um das Feuer von der Nordseite zu bekämpfen und die Kräfte der Stockelsdorfer Wehr zu schützen, die in dem großen Holzhackschnitzelberg nach dem vermissten Kind sucht. Gesichert an einem Seil besteigt Samet Savac den Haufen. Damit er das Kind bei der Suche nicht verletzt, verzichtet der Feuerwehrmann auf Hilfsmittel. Mit bloßen Händen kämpft er sich durch die Holzhackschnitzel. Mit Erfolg. Nach wenigen Minuten zieht er vorsichtig einen roten Dummy aus dem Berg. Gemeinsam mit anderen Kameraden wird das „verletzte Kind“ auf eine Trage gelegt und aus der Gefahrenzone zu den Rettungskräften am Dorfanger gebracht.

Das Kind ist gerettet, aber das Feuer noch immer nicht unter Kontrolle. Die Flammen drohen, auch noch auf auf die benachbarten Hallen überzugreifen. Die Brandstelle wird von allen Seiten bekämpft.

750 Meter Schlauch sind im Einsatz. Bis zu 4500 Liter Wasser werden in der Minute verbraucht. „Das ist mit dem üblichen Hydrantennetz nicht zu schaffen. Es ist einfach wichtig, dass wir Löschteiche haben. Das hat dieser Einsatz wieder gezeigt“, sagt Volgmann.

Einsatzleiter Asmussen ordert die Drehleiter der Feuerwehr Mori in eine andere Position. Erstmals tauchen Probleme auf. Fahrzeuge der anderen Wehren stehen im Weg. „Da sieht man mal wieder, dass Ordnung an der Einsatzstelle enorm wichtig ist“, so Volgmann, der an der Arbeit der Malkendorfer, Horsdorfer, Klein Pariner, Curauer und den Stockelsdorfer Wehren nicht viel auszusetzen hat.

Zur Abschlussbesprechung kommt auch noch Verstärkung vom DRK dazu, die die insgesamt 80 Einsatzkräfte mit Verpflegung versorgt. Unterdessen übernimmt die Feuerwehr von Groß Parin die Brandwache.

Damit die Übung nicht gleich als solche erkennbar war, wurde nämlich ein großer Haufen Paletten entzündet. Volgmann: „Durch die weithin sichtbare Rauchsäule haben alle Wehren zunächst an einen richtigen Einsatz geglaubt und wirklich Vollgas gegeben.“

„Das Szenario ist fürchterlich, aber denkbar.“
Günter Volgmann, Gemeindewehrführer

Sebastian Prey

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