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Bad Schwartau Seit rund 100 Tagen im Amt: Die erste Bürgermeister-Bilanz
Lokales Bad Schwartau Seit rund 100 Tagen im Amt: Die erste Bürgermeister-Bilanz
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18:27 12.11.2016
In Sachen Fortbewegung tickt Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) anders, als seine Vorgänger: Der 39-Jährige ist bei Terminen im Bad Schwartauer Stadtgebiet häufig mit dem Fahrrad unterwegs. Quelle: S. Prey

„Normalerweise empfange ich hier noch keinen Besuch“, sagt Uwe Brinkmann und öffnet die Tür zum Bürgermeisterbüro. Das Zimmer im ersten Stock des Rathauses ist derzeit alles andere als repräsentativ. Die frisch gemalerten Wände sind noch kahl und das einzige Möbelstück ist ein schlichter schwarzer Schreibtisch. „Ein Erbstück meines Schwiegervaters“, sagt Brinkmann. Das Dienstzimmer hat Symbolcharakter. Es gibt viel zu tun und manche Dinge brauchen mehr Zeit, als gedacht. „Die Baustelle Büro sollte eigentlich nach einer Woche erledigt sein.

„An so viel Aufmerksamkeit muss man sich erst einmal gewöhnen.“Bürgermeister Uwe Brinkmann

Jetzt sind wir schon bei fünf Wochen“, sagt Brinkmann, der die aktuellen spartanischen Umstände gelassen nimmt. „Das bin ich noch gut aus meiner Bundeswehrzeit gewohnt.“ Die Verzögerungen bei dem Umbau seien aber ein gutes Beispiel dafür, wo es überall so klemmen könne. Dabei lässt Brinkmann das Büro gar nicht so aufwendig sanieren. „Die Verhältnismäßigkeit muss ja schließlich gewahrt bleiben“, sagt der parteilose Rathaus-Chef. So wurde der Teppich nur gereinigt (Brinkmann schmunzelnd: „Der hält noch 30 Jahre.“), die Regale, Steckdosen und das Waschbecken in der Schrankwand sind und werden zum Teil noch erneuert. In Kürze sollen dann auch die Möbel für eine neue Sitzecke geliefert werden. „Das alte Mobiliar war einfach auf, wie der Schreibtisch, der schon rund 30 Jahre alt war.“

Zeit im Büro verbringt Brinkmann derzeit auch eher selten. „Mein Kalender ist voll. Praktisch im Halb-Stunden-Takt folgt Termin auf Termin. Die ersten 100 Tage waren wirklich in allen Bereichen erfüllend“, so der 39-Jährige, der vor allen Dingen den Kontakt zu seinem Mitarbeitern im Rathaus gesucht hat. Und das nicht nur im Rathaus. Als erster Verwaltungschef hat Brinkmann jüngst eine zweitägige Klausurtagung mit allen Amtsleitern in Dersau angesetzt. „Wir müssen uns kennenlernen. Das ist wichtig für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Die Detail-Expertise liege ja in den jeweiligen Ämtern. „In erster Linie ist es meine Aufgabe, die rund 120 Mitarbeiter in der Verwaltung zu führen. Mein erster Eindruck: Hier wird sehr professionell und gut gearbeitet, aber es fehlt Personal“, sagt Brinkmann, der nicht nur den Baubetriebshof um zwei Gärtnerstellen (die LN berichteten) aufstocken will. „Das Bauamt benötigt zusätzliche Ingenieurstellen. Der Aufgabenkatalog übersteigt bei Weitem die vorhandenen Kapazitäten“, sagt Brinkmann.

Der dreifache Familienvater pendelt derzeit noch immer zwischen Hamburg und Bad Schwartau. „Meist bin ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs“, so Brinkmann. Die Suche nach einem neuen Zuhause für eine fünfköpfige Familie sei nicht so einfach. „Wir brauchen viel Platz und die Preise auf dem Markt sind derzeit enorm hoch“, berichtet Brinkmann, der sich mit seiner neuen Rolle als Bürgermeister schon gut angefreundet hat. „Die Zahl der Veranstaltungen, die ich derzeit besuche, ist zwar enorm, aber es bringt auch Spaß“, berichtet Brinkmann, der bei seinen täglichen Begegnungen mit Bürgern in Bad Schwartau viel Zustimmung erfährt. „An so viel Aufmerksamkeit muss man sich natürlich auch erst einmal gewöhnen.“

Sebastian Prey

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