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Bad Schwartau Sereetzer will zielsicher nach ganz vorne
Lokales Bad Schwartau Sereetzer will zielsicher nach ganz vorne
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11:20 29.01.2018
Malte Tolles (16) schießt so gut, dass er nach nur drei Jahren Training Gold in der Mannschaftswertung und Silber in der Einzelwertung bei den Deutschen Meisterschaften im Wurfscheibenschießen holte. Quelle: hfr

Sein nächstes Ziel: Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft sein. Und nein, der 16 Jahre junge Mann aus Sereetz, der in Bad Schwartau am Gymnasium am Mühlenberg (GaM) die Schulbank drückt, ist nicht abgehoben. Er kennt sich selbst ziemlich gut. Malte weiß, was er kann. Und er weiß auch, was er nicht kann – und steht dazu.

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/Sereetz. Er ist der, der mit der Flinte schießt. Malte Tolles, 16 Jahre alt. Und Malte schießt so gut, dass er nach nur drei Jahren Training Gold in der Mannschaftswertung und Silber in der Einzelwertung bei den Deutschen Meisterschaften im Wurfscheibenschießen holte.

Präzisionssport

Wurfscheibenschießen ist das Schießen mit Flinten und Schrotmunition auf Wurftauben. Es ist eine Olympische Sportart. Eine Serie besteht aus 25 Wurfscheiben. Beim automatischen Auswurf der Scheiben haben diese eine Geschwindigkeit von bis zu 70 Stundenkilometern.

Was Maltes Mitgliedschaft in der Nationalmannschaft der Sportschützen betrifft: „Da bin ich ziemlich kurz davor“, weiß er. Immerhin, nach seinem erfolgreichen Abschneiden bei den Deutschen Meisterschaften hat der Deutsche Schützenbund entschieden, Malte eine Flinte zu sponsern. So wie es in jeder Sportart Unterstützung von ganz oben im Verband gibt, wenn sich ein hoffnungsvolles Talent zeigt.

Die Ambition zum Schießen hat Malte von seinem Vater, einem erfolgreichen Sportschützen, „geerbt“. Geschossen wird in der Wurfscheiben-Disziplin mit der Schrotflinte. Zwei Schuss, dann nachladen.

Alles muss schnell gehen, ohne Holperer. Denn die Wurfscheiben warten nicht, sie werden automatisch in die Luft geschossen. Und genau dort muss Malte diese fliegenden Scheiben abschießen. Zack, zack, zack! In ungefähr 40 Metern Entfernung. 25 Scheiben – das ist eine komplette Serie.

Trainingsbeginn mit Sondererlaubnis des Kreises

Eigentlich darf man erst im Alter von 14 Jahren eine Schrotflinte in die Hand nehmen. Dank einer Sondergenehmigung des Kreises konnte Malte, der vorher Handball gespielt hat, allerdings schon mit 13 Jahren trainieren. „Früher hieß das Tontaubenschießen“, erklärt Malte ganz gelassen bei einem Kakao mit Sahne, „aber das darf man nicht mehr sagen. Deswegen heißt das jetzt Wurfscheibenschießen – aber vom Prinzip her ist das dasselbe.“

Weil der Sport mit der Schrotflinte von einer deutlich kleineren Zielgruppe betrieben wird als zum Beispiel Fußball, ist Malte Mitglied in einem Verein in Nordrhein-Westfalen. Trainiert wird allerdings auf der Schießsportanlage in Kasseedorf. Und im Fitness-Studio.

„Man sagt bei den Wurfscheibenschützen, wenn du 24 Scheiben am Stück triffst, dann ist das Können, wenn du 25 triffst, dann ist das Glück.“ So erklärt Malte das Top-Niveau der Schützen. Und, hat er die 25 schon mal geschafft? „Ja, sicher“, sagt er und lacht. Dann müsse er ja beim Luftgewehrschießen auf der Kirmes immer ins Schwarze treffen und alles abräumen, oder? Jetzt lacht Malte erst recht.

„Nee, überhaupt nicht“, gesteht der Deutsch-Rap-Fan, der verrät, dass er überhaupt nicht tanzen kann. „Wenn ich auf eine schwarze Scheibe schießen soll, dann treffe ich die nicht so gut, auch wenn man denkt, das ist einfacher. Ist es vielleicht auch, aber nicht für mich, denn ich bin darauf trainiert, auf bewegliche Gegenstände zu schießen. Stillhalten ist einfach nicht meine Stärke.“

Selbstvertrauen und mentale Stärke

Malte verrät, dass er noch etwas von seinem Vater geerbt hat: Humor. „Wer mich kennt, der weiß, dass ich einen ziemlich krassen Humor habe, aber ich lache eben auch viel über mich selbst.“ Ist Humor vielleicht das Rezept, aus einer Formschwäche wieder herauszufinden, wenn die Trefferquote häufiger mal unter 24 bleibt? „Wenn es schlecht läuft, dann weiß ich meistens auch, warum es schlecht läuft“, erklärt Malte selbstbewusst. „Und wenn ich es mal nicht weiß, dann denke ich nicht weiter darüber nach, denn ich weiß, dass es das nächste Mal wieder besser wird.“

Übersetzt heißt das: Malte weiß, dass er mental stark ist, denn er vertraut sich selbst. Auch wenn er auf der Schulbank nicht der Überflieger ist. Aber auch dazu steht er. Malte hat mit Englisch zwar ein Lieblingsfach, „aber irgendwie ist Schule für mich ziemlich langweilig“. Und was kommt nach der Schule? Die Bundeswehr sei für Malte in der Tat eine Option. Wenn er 18 ist, will er den Jagdschein machen. „Ich glaube, dafür wäre ich ganz geeignet“, sagt Malte und grinst, „denn das Losbuden-Schießen klappt bei mir nicht so gut.“

Doch vorher stehen noch etliche Wettkämpfe auf dem Programm. Und ab diesem Jahr wohl auch auf internationaler Bühne.

Doreen Dankert

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