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Bad Schwartau Sigrid Schmeichel aus Cleverbrück bekommt das Ansgarkreuz
Lokales Bad Schwartau Sigrid Schmeichel aus Cleverbrück bekommt das Ansgarkreuz
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16:56 27.09.2018
Sigrid Schmeichel aus Bad Schwartau-Cleverbrück bekommt am Sonntag, 30.September, das Ansgarkreuz der Nordkirche verliehen. Quelle: ILKA MERTZ
Bad Schwartau

Die Kirchengemeinde Cleverbrück feiert Erntedank und bedankt sich im Gottesdienst bei Sigrid Schmeichel: Die 76-Jährige leitet seit vielen Jahren ehrenamtlich die Seniorenarbeit der Gemeinde. Für sie eine Selbstverständlichkeit, ohne sie ginge es nicht, sagt die Pastorin Anne Rahe. Im Rahmen des Erntedank-Gottesdienstes wolle sich die Gemeinde eben auch die Ehrenamtlichen in den Mittelpunkt rücken. „Wir sind uns sehr bewusst, wie viel wir ihnen verdanken“, betont Anne Rahe.

Und auch wenn Sigrid Schmeichel nicht gerne im Mittelpunkt steht: Am Sonntag wird es so sein. Propst Peter Barz kommt extra in die Martinskirche, um der 76-Jährigen das Ansgarkreuz für ihre langjährigen Verdienste in der Gemeinde zu verleihen.

Eine Aufgabe im Ruhestand

Angefangen hat alles im Frühjahr 2001. Zur Gemeinde Cleverbrück gehört Sigrid Schmeichel schon viel länger, aber im Frühjahr 2001 rief sie die damalige Gemeindesekretärin an, um zu fragen, was denn so für Senioren angeboten würde. „Bis 2000 hatte ich voll gearbeitet“, erinnert sie sich. Als Chemietechnikerin untersuchte sie für die Stadtwerke Lübeck das Trinkwasser. Doch dann war da der Ruhestand und plötzlich viel Zeit. Also ging sie zur Offenen Tür, dem regelmäßigen Spielenachmittag für Senioren. Und da sie auch eine Leidenschaft fürs Sticken hegt, „Kreuzstich ist meins“, gefiel ihr auch die Handarbeitstruppe. Und im Laufe der Zeit ergab es sich, dass sie die Leitung der Gruppen übernahm. „Ich habe ja Zeit und hier keine Familie, da ist es für mich selbstverständlich, mich zu engagieren“, sagt sie bescheiden. Kaffee einkaufen, Tisch decken und abräumen, all das gehört dazu.

Spitzname: „Mutter Oberin“

14 Jahre lang engagierte sie sich im Kirchenvorstand, „dazu hat mich Pastor Pieper überredet“, erzählt sie. Sigrid Schmeichel baute den Mittagstisch mit auf, den die Kirchengemeinde mehrmals wöchentlich anbietet. Sie organisiert Adventsfeiern, verteilt den Gemeindebrief oder auch sonst mal Post. „In Notzeiten hat sie sogar schon geküstert“, verrät Pastorin Anne Rahe, die diese Listen nach Belieben verlängern könnte. „Mutter Oberin“ sei der Spitzname, erdacht vom damaligen Vikar Kutsche, der sich bis heute hält. Sigrid Schmeichel, die als Dreijährige mit ihren Eltern als Flüchtlinge aus Frankfurt/ Oder nach Bad Schwartau kam, sagt dazu nur zurückhaltend: „Wenn ich irgendwo gebraucht werde und helfen kann, mache ich das gerne.“

Vermittlerin im Hintergrund

Pastorin Anne Rahe findet mehr Worte, um Sigrid Schmeichels Engagement zu beschreiben: „Sie ist eine Vermittlerin und Brückenbauerin im Hintergrund, der die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen sehr am Herzen liegt.“ Und auch die gute Stimmung: „Die Damen vom Handarbeitstreff sind manchmal so ausgelassen, dass Pastorin Paschen und ihre Konfirmanden rüber kommen und sie bitten, ein bisschen leiser zu sein“, erzählt Anne Rahe. Sigrid Schmeichel lächelt in Gedanken an die „Teenager Spätlese“, die sich zweimal monatlich trifft, um zu handarbeiten und zu klönen. Ein Vorbild für viele sei Sigrid Schmeichel, sagt Anne Rahe, auch wenn sie nicht gerne im Vordergrund stehe.

Gottesdienst am Sonntag

Deshalb habe sich der Kirchenvorstand auch entschieden, ihr vorab von der Ehrung im Erntedankgottesdienst zu erzählen. Wie genau der Gottesdienst abläuft, das weiß Sigrid Schmeichel allerdings nicht. Zwei Chöre werden singen, das hat Anne Rahe verraten, schließlich singt auch Sigrid Schmeichel – wie schon ihre Mutter – von Herzen gern. Zwei, drei ihrer Lieblingslieder würden wohl erklingen, sagt die Pastorin. Stillsitzen könne sie dann nicht, sagt Sigrid Schmeichel, höre sie ein Lied, das sie mag, wolle sie sofort mitsingen.

Ilka Mertz

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