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Bad Schwartau So plant Femern A/S den Belttunnel
Lokales Bad Schwartau So plant Femern A/S den Belttunnel
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20:39 23.06.2017
So könnte die Baustelle beim Tunnelbau auf der Ostsee aussehen. GRAFIKEN: FEMERN A/S (4)
Ostholstein

/Lübeck. Am Dienstag (27. Juni) starten in der Gollan Werft in Lübeck die Erörterungstermine zur Planfeststellungsunterlage für den Bau des Belttunnels.

Bürgermeister Brinkmann fordert Interessenausgleich – Dienstag starten Anhörungstermine.

1,5 Millionen Quadratmeter füllt die Fabrik des Fährhafens in Rødbyhavn aus. Das entspricht 200 Fußballfeldern. Der 18 Kilometer lange Tunnel besteht aus 89 Betonelementen - 79 Standardelementen und zehn Spezialelementen. Jedes Element wiegt 70000 Tonnen. Sie sind 217 m lang

und circa 40 m breit.

Anhörung

Alle wichtigen Details zum Erörterungsverfahren in Lübeck in der Kulturwerft Gollan, Einsiedelstraße 6, erfahren Sie im Internet unter folgendem Link: http://t1p.de/4s4o

Fest stehen bereits folgende Termine: Dienstag, 27. Juni, Mittwoch, 28. Juni, Donnerstag, 29. Juni, Dienstag, 4. Juli, Mittwoch, 5. Juli, Donnerstag, 6. Juli – Beginn jeweils um 9.30 Uhr.

Beinahe zeitgleich haben die LN ein Animationsvideo des Baukonsortiums erhalten, das den Bauprozess des Tunnels darstellt und das wir exklusiv auf LN-online.de veröffentlichen. Zu sehen ist der gesamte Produktionsablauf, beginnend mit dem Eintreffen von Stahl, Stein, Kies und Zement am Arbeitshafen. Ferner zeigt der Film den Transport der fertigen Elemente aus einer der weltweit größten Dockanlagen bis hin zur Absenkung der Tunnelelemente in der Ostsee.

Felix Irmer, Pressesprecher Deutschland von Femern A/S, sagt: „Die Tunnelelemente werden in einer Fabrik gebaut, um die besten Bedingungen für den Beton zu generieren, sowie gute Arbeitsbedingungen für die Arbeiter zu schaffen und eine Produktion, die unabhängig ist vom Wetter, zu gewährleisten.“

Zurück zum anstehenden Termin in Lübeck: Damit die Erörterungen in der Gollan-Werft kein Hindernis für die Realisierung des Tunnelbauwerks werden, hat ein 150-köpfiges Team die 12600 Einwendungen zur Planfeststellung beantwortet und versucht, die Kernkritikpunkte auszuräumen. Dem Bauherrn wie auch den Bauunternehmen ist vor allem aus wirtschaftlichen Gründen stark daran gelegen, das Planfeststellungsverfahren ohne große Zeitverzögerungen zu meistern. Für das Projekt sprechen sich Initiativen wie „Beltoffen“, Baltic FS, IHK, Hansebelt oder auch der CDU-Wirtschaftsrat aus. Sie alle schauen in den kommenden Tagen auf die Bauplanungen des Konsortiums, aber auch auf die Ergebnisse aus Lübeck.

Mit genau der entgegengesetzten Intention werden die Projektgegner den Weg nach Lübeck antreten. Susanne Brelowski, Sprecherin der Allianz gegen eine feste Fehmarnbeltquerung, sagt zu den bevorstehenden Anhörungen: „Natürlich missfallen uns die Termine zu diesem Zeitpunkt, wo viele Gegner nicht in der Lage sein werden, sie wahrzunehmen.“ Auch könne sie nicht nachvollziehen, warum neben den Bürgern, die Einwendungen eingesandt haben, nur direkt betroffene Bürger bis zu einem Abstand von 15 Kilometern vom Tunnel zugelassen sind. „Unserer Auffassung nach sind alle Bürger entlang der Trasse direkt vom Tunnel betroffen.“ All dies und noch vieles mehr an Kritik – vor allem am Bauherrn Femer A/S sowie an der Genehmigungsbehörde, dem Landesbetrieb Straße und Verkehr, käme in Lübeck zur Sprache.

Bad Schwartaus Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) wird am Mittwoch, 28. Juni, persönlich an dem Termin in der Gollan Werft teilnehmen. „Der Erörterungstermin im Mai war ernüchternd. Ich hoffe daher auf eine bessere Koordinierung der neuen Landesregierung“, so Brinkmann. „Es verwundert, dass im Mai eine Fernwirkung bejaht und im Bauprozess durch Fehmarn A/S und die Bahn gelöst werden sollte, gegenüber den Betroffenen allerdings eine Fernwirkung nun grundsätzlich verneint wird“, so der Verwaltungschef. Aus seiner Sicht sei ein Interessenausgleich zwingend erforderlich.

Die Beltretter mit Sitz auf Fehmarn werden ebenfalls mit geballter Faust in der Tasche antreten. Ein Kernvorwurf lautet: „Die Planer agieren intransparent, oberlehrerhaft und ignorant gegenüber den Menschen in der Region.“

Ein Video zum Tunnelbau gibt es im Internet auf www.LN-online.de.

Peter Mantik

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