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Bad Schwartau Spielerische Integration beim Fußball
Lokales Bad Schwartau Spielerische Integration beim Fußball
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18:16 24.12.2015
Nazmi Mohammed (re.) kommt regelmäßig zum Fußballtraining.

Nazmi Mohammed schießt mit voller Wucht den Ball in Richtung Tor und reißt jubelnd die Arme hoch. „Tooor“, ruft er übers ganze Spielfeld. Stefan Pabst schlägt ihm anerkennend mit der Hand auf die Schulter. „Na, da hast du ja endlich auch mal ein Tor geschossen“, sagt er scherzhaft, dann lachen die beiden. Der Syrer kommt regelmäßig zum Fußball-Treff. „Das macht viel Spaß“, sagt er. Und ganz nebenbei lernt der 35-Jährige durch den Kontakt beim Sport immer besser Deutsch.

Frank Berger, Stefan Pabst und Lennart Leible haben unter dem Dach der Arbeiterwohlfahrt das interkulturelle Fußballtraining integriert. Einmal im Monat kicken Bad Schwartauer gemeinsam mit Flüchtlingen. Bis vor Kurzem wurde noch auf dem Sportplatz in der Ludwig-Jahn-Straße gespielt, jetzt weichen die Sportler in die Halle des Leibniz-Gymnasiums aus. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist klasse, das geht alles sehr unkompliziert“, freut sich Leible. Zum ersten Indoor-Training sind so viele gekommen, dass die Sportler sogar auf eine zweite Halle ausweichen müssen. „Ein riesiger Erfolg. Damit haben wir nicht gerechnet“, freuen sich die Organisatoren. Über 20 Flüchtlinge sind dabei, dazu zwölf Schüler und Eltern vom Leibniz-Gymnasium. Den Schülern ist es ein besonderes Anliegen, mit den Flüchtlingen zu spielen. Im November haben sie einen „Dress Up Day“ veranstaltet. Jeder, der an diesem Tag verkleidet in die Schule gekommen ist, spendete mindestens einen Euro.

Insgesamt sind 930 Euro zusammengekommen, die Hälfte davon ging an das Fußballprojekt. „Davon wurden Leibchen gekauft, außerdem wollen wir noch neue Bälle von dem Geld anschaffen“, erzählt Leible.

Und dann geht es auf den Platz. Zunächst müssen sich alle warm machen, dann steht Schusstraining auf dem Programm. Nach einer guten halben Stunde wird gegeneinander gespielt. „Immer fair“, das ist den Verantwortlichen besonders wichtig. „Mit den Regeln ist es manchmal noch schwierig, aber dann pfeifen wir ab und gut ist“, sagt Pabst, der zwischen Schiedsrichter-Job und Spielfeld wechselt.

„Handspiel ist sehr beliebt“, erzählt der Leiter der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen, „wenn ich dann pfeife, heißt es immer nur ,neeein, das war keine Absicht‘.“ Während Pabst erzählt, schaut er Nazmi Mohammed und seine Kollegen an. Sie grinsen und deuten auf ihre Hand. „Nein, da war nichts“, sagen sie und lachen.

Die Schwartauer Schüler merken schnell, dass sie in den Flüchtlingen echte Konkurrenz bekommen. „Die sind richtig gut. Man merkt, dass sie in ihrer Heimat Fußball gespielt haben“, ist Bennet Stark (17) beeindruckt. Und Frank Berger ergänzt: „Einer war so gut, den müssen wir direkt zum HSV geben.“ Während die Jungs sich auf dem Spielfeld auspowern, bereiten die Mädchen der elften Klasse vor der Turnhalle Grillwürstchen vor. Dort sitzen später alle gemütlich beisammen. Und sowohl auf dem Spielfeld als auch am Grill gibt es keine Barrieren zwischen den Jugendlichen. „Die sind alle super nett, das macht totalen Spaß“, sagt Fiona Gondek. Das nächste Fußballtraining findet am Sonnabend, 16. Januar, um 11 Uhr statt.

Maike Wegner

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