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Bad Schwartau Sprachtraining von Frauen für Frauen
Lokales Bad Schwartau Sprachtraining von Frauen für Frauen
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18:45 11.01.2018
Ursula Klock (r.) bringt geflüchteten Frauen aus dem arabischen Raum die Grundlagen der deutschen Sprache bei. Quelle: Fotos: Dd

Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann (parteilos) hat sich jetzt selbst ein Bild gemacht von der Art und Weise dieses Angebots für Flüchtlinge, die deutsche Sprache zu lernen. Die Gemeinde hat dafür die Räume der ehemaligen Polizeistation im Grenzweg 4 zur Verfügung gestellt. Viermal die Woche von montags bis donnerstags treffen sich hier junge Mütter – geflüchtet aus Syrien, Iran und Irak – , um hier den wichtigsten Schritt Richtung Integration zu gehen. Und dieser Schritt ist das Erlernen der deutschen Sprache.

Seit rund einem Jahr gibt es ihn – den ganz speziellen Deutschkursus für geflüchtete Mütter mit Kindern. Die Bilanz der Ehrenamtler ist positiv. An dem Sprachkursus, der viermal pro Woche stattfindet, nehmen im Durchschnitt 10 bis 14 Mütter teil. Die Kinder werden währenddessen betreut – und lernen dabei ebenfalls Deutsch.

Weitere Helfer gesucht

Gesucht werden „Lehrerinnen“ und Frauen für die Kinderbetreuung auf ehrenamtlicher Basis. Das zwölfköpfige Sprachhelfer-Team soll verstärkt werden. Lehrmaterial wird gestellt, es müssen keine ausgebildeten Lehrer sein. Trainiert wird nur mündlich die Basis der deutschen Sprache.

Bei Interesse kann man sich melden unter Telefon 0451/20954590 oder Telefon 0451/4905635.

„Da die Kinder dieser Frauen noch keinen Kita-Platz haben, können sie nicht an anderen Sprachkursen teilnehmen“, erklärt Lena Middendorf von der Lebenshilfe Ostholstein, die die Flüchtlingsarbeit in Stockelsdorf koordiniert. Dieser spezielle Kursus in Stockelsdorf ist aber genau auf solche Mütter zugeschnitten, da die Kinder parallel zum Unterricht betreut werden. „Jede Stunde, die diese Frauen hier sind, um Deutsch zu lernen, ist ein Gewinn“, sagt die Bürgermeisterin, die das Konzept lobt. Und das Domizil der ehemaligen Polizeistation mit mehreren kleinen Räume sei ideal. Denn unterrichtet werden die Frauen in sehr kleinen Gruppen von zwei bis vier Personen – je nach vorhandenem Sprachniveau.

Aber es gibt – außer dass die Kinder der Mütter noch keinen Kita-Platz haben – oftmals noch einen Grund, dass diese Frauen an regulären Sprachkursen nicht teilnehmen. „Es ist manchmal auch so, dass die Ehemänner dieser Frauen es nicht erlauben, dass die Frauen an Kursen teilnehmen, bei denen andere Männer sind“, erklärt Lena Middendorf. Bei diesem speziellen Sprachkursus im Grenzweg sieht es anders aus, denn hier werden nur Frauen unterrichtet – und zwar auch nur von Frauen. Deshalb sei dieses Angebot für geflüchtete Frauen ganz besonders wichtig, so Lena Middendorf. Oftmals sei dieses regelmäßige Treffen eine von wenigen Möglichkeit der sozialen Interaktion mit anderen – insbesondere mit Deutschen. „Anderenfalls droht diesen Frauen die soziale Isolation“, sagt Lena Middendorf, „und das mehr noch als bei einheimischen Frauen.“ Die meisten dieser Frauen sind Muslima. Manche von ihnen, bestätigen die ehrenamtlichen Sprachhelfer, würde nach einiger Zeit so weit „auftauen, dass sie im Unterricht sogar ihr Kopftuch abnehmen“.

Für die Frauen, die an diesem Sprachkursus teilnehmen, ist die Teilnahme im Grunde ein doppelter Gewinn. Denn während die Mütter selbst in Kleinstgruppen mit Hilfe einer ehrenamtlichen „Lehrerin“

Stück für Stück die deutsche Sprache erobern, lernen ihre Kinder während der Betreuung auch Deutsch. Dass Kinder extrem schnell lernen und neues Wissen aufsaugen wie ein Schwamm, das ist bekannt.

„Und es ist tatsächlich so“, weiß Lena Middendorf, „dass die Kinder beim Deutschlernen ihre Mütter ganz schnell überholen. Ganz einfach deshalb, weil sie diese neue Sprache extrem schnell lernen.“

Und je besser die Kinder die deutsche Sprache sprechen, umso mehr können sich die Mütter in diesem Fall von ihren Kindern abgucken.

Dieses Sprachangebot für geflüchtete Mütter soll es auch in Zukunft geben. „Die Zahl der geflüchteten Frauen wird steigen“, sagt die Bürgermeisterin, „denn wir erwarten durch den Familiennachzug steigende Flüchtlingszahlen.“

Doreen Dankert

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