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Bad Schwartau „Stadt hat mich nicht über Schimmel informiert“
Lokales Bad Schwartau „Stadt hat mich nicht über Schimmel informiert“
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22:29 13.03.2018
Zum 31. Mai hat die Stadtverwaltung den Mietvertrag für das Stadtteilzentrum Cleverbrück gekündigt. Quelle: Fotos: Ilka Mertz/sebastian Prey
Bad Schwartau

Bei der Lektüre der LN ist Immobilienbesitzerin Hannah Ohorn in der vorigen Woche aus allen Wolken gefallen. „Ich wurde aus der Presse über den Zustand meines Eigentums informiert. Das ist erschreckend“, sagt die 33-jährige Bad Schwartauerin. Zumal sich der Zustand der Immobilie, in der sie selbst auch wohnt, aus ihrer Sicht ganz anders darstellt. „Mir ist von einem Schimmelbefall nichts bekannt. Mieter sind verpflichtet, so etwas dem Vermieter zu melden. Das ist hier aber nicht geschehen“, erklärt Ohorn, die nun auch juristische Schritte gegen den Bürgermeister erwägt.

Bürgermeister Uwe Brinkmann will die Jugendarbeit in der Stadt neu organisieren. Den Mietvertrag für das Stadtteilzentrum Cleverbrück hat er unlängst im Alleingang gekündigt. Begründung: Die Immobilie sei verschimmelt und versifft. Die Vermieterin ist empört.

Schließlich werde durch seine öffentliche Behauptung ihre Immobilie im Wert gemindert.

„Da haben wir wohl unterschiedliche Ansichten“, sagt Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos). Er rechtfertigte die Kündigung des Stadtteilzentrums Cleverbrück in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses unter anderem mit eklatanten Missständen in der Immobilie. „Das Gebäude ist versifft und hat Schimmel“, sagte Brinkmann. Der Vermieter sei mehrfach auf die Missstände hingewiesen worden, habe aber die Mängel nicht behoben. Entsprechend habe er die Konsequenzen gezogen und das nicht mietwürdige Objekt gekündigt. Zum Beweis des Zustands präsentierte Brinkmann zudem einige Fotos, die den Schimmelbefall im Stadtteilzentrum dokumentieren sollen. Die Bilder werden auch auf seiner Facebook-Seite gezeigt.

Dass die Fotos den aktuellen Zustand des Gebäudes widerspiegeln, bezweifelt Ohorn. Auch Bürgermeister Uwe Brinkmann räumt ein, dass die Entstehung der Bilder einige Wochen her sei. „Wir haben inzwischen auf eigene Kosten die Wände wieder weiß gemacht“, berichtet Brinkmann, der keine Fehler seitens der Verwaltung sieht. „Die Kündigung des Mietvertrags ist aus pädagogischer und wirtschaftlicher Sicht sinnvoll“, betont Brinkmann.

Das will auch Ohorn nicht anzweifeln. „Gegen die Kündigung an sich ist ja auch nichts zu sagen, aber auf dem Rücken von Privatleuten Politik zu betreiben, ist nicht in Ordnung“, erklärt die Schiffsingenieurin und betont, dass sie bislang immer gut mit dem Gebäudemanagement der Stadt Bad Schwartau ausgekommen sei. „Wenn es Mängel gab, wurden die dann auch beseitigt“, erklärt Ohorn, die bei der Stadtverwaltung schriftlich interveniert und um eine Erklärung gebeten habe. „Bislang habe ich noch keine Antwort bekommen“, sagt Ohorn, die sich auch an dem Wort versifft stört. „Der Versifftheitsgrad der Räumlichkeiten ist nicht Sache des Vermieters, sondern die Angelegenheit des Mieters. Allenfalls kann der Bürgermeister seinen Mitarbeitern vorwerfen, nicht genügend auf Sauberkeit geachtet zu haben“, erklärt Ohorn, die sich nun unfreiwillig mitten in einer politischen Debatte wiederfindet.

Die Nachricht von der Kündigung des angemieteten Objekts in der Hauptstraße sorgte bei der Politik nämlich für Empörung (die LN berichteten). Die Selbstverwaltung fühlte sich übergangen. Im Hauptausschuss versuchte Brinkmann, die Gemüter zu beruhigen und begründete den Schritt auch mit dem Zustand des Gebäudes, der für Kinder- und Jugendarbeit ungeeignet und gesundheitsgefährdend sei.

Von Sebastian Prey

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