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Bad Schwartau Starke Frauengesichter: Köpfe und Gefühle im Museum
Lokales Bad Schwartau Starke Frauengesichter: Köpfe und Gefühle im Museum
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19:16 07.06.2016

Sie sind verträumt, fleißig, sinnlich: Man blickt derzeit in ausdrucksstarke Frauengesichter im Museum der Stadt Bad Schwartau. Da ist die Rothaarige mit einer schwarzen Maske, oder die Dunkelhaarige mit großen blauen Augen, kühl, entschlossen, nordisch. Die Künstlerin Maria Isabel Brandis lädt heute Abend ein zur Vernissage ihrer neuen Ausstellung „Kopfsache: Gefühlsebene“. Beginn ist um 19 Uhr. Bei Snacks und Getränken und bester Musik von Felix Metzner gibt es Gelegenheit, sich auszutauschen.

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Heute Abend ist die Vernissage von der Künstlerin Maria Isabel Brandis.

„Ich liebe die Menschen mit ihren Ecken und Kanten.“Künstlerin Maria Isabel Brandis

Die Werke hat sie gezielt ausgewählt, weil sie schon seit vielen Jahren mit Leidenschaft Menschen malt. „Ich liebe sie mit ihren Ecken und Kanten“, sagt sie. Begegnungen sind für sie immer etwas Besonderes. Sie sind immer wieder neu und einzigartig. Und das was bleibt, die Erinnerungen und Spuren, verarbeitet sie auf der Leinwand. Immer wieder entstehen dabei Köpfe. Doch das Aussehen ist die eine Sache, die Empfindungen eine ganz andere: „Ich versuche die Charaktere in den Menschen herauszukitzeln.“ Die Gesichter sieht sie oft auf der Straße. Manchmal spricht sie Personen an, die für sie eine besondere Aura verkörpern. Und macht ein Foto, das sie später künstlerisch verarbeiten kann. Wie zum Beispiel einst eine Mutter mit ihrem Sohn in einem Flugzeug. „Beide waren bildhübsch. Man konnte die Liebe zwischen ihnen förmlich spüren“, erinnert sie sich. Sie tauchen in manchen ihrer Werke immer wieder auf, einzeln oder zu zweit. Im Allgemeinen und so auch bei der Ausstellung im Museum Bad Schwartaus tendiert sie eher zu Frauen. Der einzige Mann im Raum sitzt auf einem Quader; blickt nachdenklich und verträumt zu Boden. „In Gedanken“ heißt das Werk, das dem Betrachter vermittelt, dass es für den Fluss der Gedanken auch Zeit braucht.

Die Künstlerin Maria Isabel Brandis hat ganz verschiedene Techniken und Materialien verwendet. Oft arbeitet sie in Schichten. Durch Papierschnipsel entstanden mosaikartige Bilder, die dann bemalt werden. Schon als Kind war sie fasziniert von dem spanischen Architekten Antoni Gaudí, der unter anderem für diese Art der Gestaltung bekannt ist. „Das ist einfach unfassbar schön“, erklärt Brandis ein Vorbild ihrer künstlerischen Impulse. Sie fügt in Schichten Öl, Acryl oder Papier hinzu, die Ebenen sind unvollständig und blicken durch die anderen hindurch. „Genauso wie der Mensch unvollständig ist.“ Das Werden sei das schönste an der Malerei. Andere Frauenköpfe hat sie gemalt, abfotografiert und am Computer bearbeitet und schließlich auf Aluminium drucken lassen.

Neben den Gemälden sind auch viele abstrakte Werke zu sehen. Brandis malt sie zwischendurch als Ausgleich, da die Köpfe viel Konzentration erfordern. Zudem werden zwei Skulpturen und zwei Lampen mit Fotokunstdruck auf Plexiglas gezeigt. Alle 33 Werke sind Ende letzten Jahres und Anfang dieses Jahres entstanden. Die Schau ist bis 30. Juni zu sehen. Das Museum ist geöffnet am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 13 sowie 14 bis 17 Uhr; am Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Irene Burow

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