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Stichwahl mit Brinkmann und Brümmer

Bad Schwartau Stichwahl mit Brinkmann und Brümmer

Die Entscheidung um den Chefposten im Bad Schwartauer Rathaus ist vertagt. Am 8. Mai kommt es zur Stichwahl. Jubel bei der SPD, angespannte Lage bei der CDU.

Bad Schwartau. Dieser Wahlabend hat es in sich. Mitglieder und Anhänger der SPD trauen ihren Augen kaum. Ihr Kandidat, Dr. Uwe Brinkmann, gewinnt einen Wahlbezirk nach dem anderen. Am Ende hat er in neun von zehn Wahlbezirken die Nase vorn. „Das Geertz hat er gewonnen, das Geertz. Ich fasse es nicht“, kommentiert SPD-Stadtvertreter Björn Frohne die Ergebnisse auf der Leinwand im gut besuchten Rathaussaal. Brinkmann selbst ist zu dem Zeitpunkt noch auf dem Flur.

„Das geht ja wohl gar nicht. Der kann nervös sein, wie er will, aber der gehört jetzt hierher“, sagt Sandra Redmann. Die Landtagsabgeordnete holt Brinkmann an ihre Seite. Von allen Seiten erntet der 38-Jährige Schulterklopfer. Mit 35,7 Prozent liegt Brinkmann am Ende deutlich vor CDU-Kandidatin Ellen Brümmer, die mit 24,8 Prozent das zweitstärkste Ergebnis einfährt und somit in die Stichwahl am 8. Mai kommt. WBS-Mann Steffen Dannenberg (15,3 Prozent) und die beiden parteilosen Kandidaten Gerd Radisch (12,2 Prozent) und Michael Neese (12,1 Prozent) sind raus aus dem Rennen um das Bürgermeisteramt.

LN-Bild

Die Entscheidung um den Chefposten im Bad Schwartauer Rathaus ist vertagt. Am 8. Mai kommt es zur Stichwahl. Jubel bei der SPD, angespannte Lage bei der CDU.

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Brinkmann bekommt von Elisabeth Kremer eine Flasche Champagner überreicht. „Die habe ich aus Frankreich mitgebracht“, sagt Kremer. Brinkmann ist die Freude über das gute Ergebnis anzumerken, aber er drückt sogleich auf die Bremse. „Das Ziel ist noch nicht erreicht. Es ist nur ein Etappensieg“, sagt Brinkmann.

Katerstimmung hingegen bei der CDU. Viele Anhänger verlassen mit ernster Miene schnell des Rathaus. Kandidatin Ellen Brümmer gibt sich trotz des nicht gerade schmeichelhaften Zwischenergebnisses betont gelassen. „Wie erwartet kommt es zur Stichwahl. Das Ergebnis empfinde ich nicht als schlechtes Zeichen“, gibt sich Brümmer optimistisch. Bei der Wahl habe es zwei Lager gegeben — das der SPD und das der anderen vier Kandidaten. Entsprechend werde sie jetzt um jede weitere Stimme kämpfen. Noch am Abend trifft sich Brümmer mit Parteifreunden, um über den weiteren Wahlkampf zu beraten.

WBS-Mann Dannenberg macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. „Es ist deutlich geworden, dass dem Wähler die Vorzüge der drei Kandidaten ohne großes Parteibuch im Hintergrund nicht vermittelbar waren. Schade, dass sich die Leute auf ihr Parteiverständnis zurückgezogen haben“, sagt er. Es habe zu viele Kandidaten mit ähnlichen Profilen gegeben. Dennoch freue er sich, dass er in seinem Wahlkreis Nummer acht besser abschneiden konnte, als die CDU. „Auch wenn es für mich am Ende kein schönes Ergebnis ist, war es auch keine große Überraschung. Unabhängig vom Erfolg, war das aber ein guter Wahlkampf. Alles was möglich war, haben wir möglich gemacht.“ Wie sich die WBS zur Stichwahl positionieren will, steht noch nicht fest. Dannenberg: „Da gibt es durchaus unterschiedliche Ansichten.“

Die parteilosen Einzelkämpfer Gerd Radisch und Michael Neese nehmen die Ergebnisse mit Sportsgeist hin. „Dafür, dass mir nicht die Mittel für eine große Materialschlacht zur Verfügung standen, ist das mehr als ein Achtungserfolg. Ich habe als Einzelkämpfer alles gegeben und bin zufrieden“, erklärt Radisch. Er kündigt zudem seinen endgültigen Abschied aus der Kommunalpolitik an. „Das Kapitel ist für mich beendet. Ich habe ja noch viele andere Spielfelder“, sagt er, zum Beispiel sich weiter sozial zu engagieren. Eine Prognose zur Stichwahl wagt er nicht abzugeben. „Es scheint eng zu werden.“

„Wer gewählt wird, macht das Rennen“, kommentiert Michael Neese das Ergebnis. Er hatte sich drei große Ziele zur Wahl gesteckt. Bürgermeister zu werden — daraus wurde nichts. Auch „30 Jahre Parteibürgermeisterei abzuwählen“, habe nicht funktioniert. Aber: Ab einem gewissen Prozentsatz wollten er und seine Unterstützer zur Kommunalwahl im Jahr 2018 mit einer Wählerinitiative auflaufen.

Das sei gelungen, so Neese. „Er liegt in jedem Fall in so einem Rahmen, dass man sich das überlegen kann. Das eröffnet eine Option für eine wie auch immer geartete Initiative.“ Auch er gibt noch kein Votum zur Stichwahl ab: „Wir haben genug Themen, an denen sich der künftige Bürgermeister messen lassen wird. Dann müssen Inhalte geliefert werden“, so Neese. „Ich werde das Vorgehen liebevoll begleiten“, bekundet er mit einem Augenzwinkern.

Es bleibt spannend

Die Bürgermeisterwahl geht in die nächste Runde. Das war zu erwarten. Die Kandidaten der beiden großen Parteien haben das Rennen gemacht. Auch das war zu erwarten. Am 8. Mai dürfen die Bad Schwartauer noch einmal ihre Stimme abgeben — dann haben sie die Wahl zwischen der CDU-Kandidatin Ellen Brümmer und SPD-Mann Dr. Uwe Brinkmann. Ein interessantes Duell zweier ganz unterschiedlicher Charaktere, das jede Menge Spannung verspricht. Im ersten Wahlgang holte Brinkmann neun von zehn Wahlbezirken. Diese Dominanz hat schon viele in der Stadt überrascht.

Die Bürgermeisterwahl ist aber mitnichten schon gelaufen. Wohin wandern jetzt die Stimmen der ausgeschiedenen Bewerber Steffen Dannenberg, Gerd Radisch und Michael Neese? Zusammen haben sie rund 40 Prozent aller Stimmen geholt, sich im Kampf ums Rathaus gegenseitig neutralisiert und damit die beiden Großen indirekt gestärkt. Eine Empfehlung für die Stichwahl gibt keiner der drei ab. Das Trio, das sich mit jeweils zweistelligen Ergebnissen achtbar aus der Affäre gezogen hat, macht die Wahl also weiter spannend.

Von I. Burow und S. Prey

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