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Bad Schwartau Stockelsdorf braucht mehr Unterkünfte für Flüchtlinge
Lokales Bad Schwartau Stockelsdorf braucht mehr Unterkünfte für Flüchtlinge
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20:31 04.11.2013
Für viele Flüchtlinge bedeutet Deutschland die Hoffnung auf ein besseres Leben. Quelle: Fotos: dpa/DD

Die Zahl der Flüchtlinge, die ihr Heil und Glück in Europa suchen, steigt. Die Not der Flüchtlinge bringt auch die Großgemeinde Stockelsdorf in Schwierigkeiten. Noch in diesem Jahr müssen 15 Flüchtlinge in der Gemeinde untergebracht werden. „Wir als Gemeinde haben vorsorglich schon Wohnraum angemietet, aber das wird nicht reichen“, erklärt der amtierende Bürgermeister Andreas Gurth.

Die Verteilung der Flüchtlinge in den Kommunen erfolgt über einen festgelegten Schlüssel — und dieser besagt, dass die Gemeinde Stockelsdorf in diesem Kalenderjahr noch 15 Flüchtlinge aufnehmen muss.

16 Flüchtlinge wurden nach Angaben von Hauptamtsleiter Axel Kerbstadt in diesem Jahr schon aufgenommen. Jetzt ist die Großgemeinde aus wohnraumtechnischer Sicht allerdings an der Kapazitätsgrenze angekommen. Das vor zwei Jahren eröffnete Obdachlosen- und Migrantenheim mit seinen 30 Wohnplätzen im Brandenbrooker Weg ist „bis auf wenige Restplätze komplett belegt“, so Kerbstadt.

Weil Kommunen zur Aufnahme von zugewiesenen Flüchtlingen verpflichtet sind, ist die Gemeinde Stockelsdorf jetzt in Zugzwang und muss passenden Wohnraum beschaffen. „Wir können nur an die Bürger, die freien Wohnraum haben, appellieren, diesen an die Gemeinde zu vermieten, damit wir unserer Aufgabe auch gerecht werden“, so Gurth. Unlängst habe die Gemeinde bereits sämtliche Dorfvorstände angeschrieben, um das Wohnraumgesuch der Gemeinde zu verbreiten. Bis dato sei dieser Weg der Wohnraumsuche für Flüchtlinge aber nicht von Erfolg gekrönt, so Gurth.

„Man kann dazu stehen, wie man will“, erklärt der amtierende Bürgermeister, „die Flüchtlinge werden geschickt, die kommen so oder so.“ Und Bürgern, die Vorbehalte haben, entgegnet Gurth: „Zum Teil sind das sehr gut ausgebildete Menschen, die zur Zeit nur nicht arbeiten dürfen in Deutschland“, weil sie keine Arbeitserlaubnis hätten.

Denn wer als Flüchtling nach Deutschland kommt, steht zunächst einmal in der Warteschleife, bis der Status geklärt ist — Asylant oder kein Asylant? Das könne durchaus ein Jahr dauern, weiß Axel Kerbstadt. In extremen Fällen sogar mehrere Jahre, „weil die Identität nicht geklärt ist“, so Kerbstadt. „Und wenn alles geklärt und entschieden worden ist, dass der Flüchtling in sein Heimatland zurück muss, dort aber Krieg herrscht“, dann könne solange keine Abschiebung erfolgen.

Fest steht laut Axel Kerbstadt jedenfalls schon, woher die Flüchtlinge, die nach Stockelsdorf kommen, stammen: aus Syrien, Iran, Irak, Afghanistan, der russischen Föderation, Serbien und Mazedonien.

Und für das kommende Jahr rechnet der Hauptamtsleiter mit einer weiteren Zuweisung von Flüchtlingen in der Größenordnung von diesem Jahr. Axel Kerbstadt erinnert sich, dass es Anfang der 90er Jahre schon mal eine Flüchtlingswelle gab, wo der Wohnraum knapp war. „Damals hatten wir Glück“, so Kerbstadt, „dass viele Vermieter uns als Gemeinde Wohnraum zur Verfügung gestellt haben.“

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Wer Wohnraum stellen kann, möge mit Olaf Dages unter der Telefonnummer 04 51/490 12 09 oder mit Axel Kerbstadt unter der Nummer

04 51/490 12 12 Kontakt aufnehmen. Mieter sind nicht die Flüchtlinge, sondern die Gemeinde Stockelsdorf. Der Gemeinde entstehen allerdings keine Kosten, weil Miete und Unterhalt der Flüchtlinge beim Land geltend gemacht werden.

Doreen Dankert

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