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Bad Schwartau Stockelsdorf bringt Klimakonzept auf den Weg
Lokales Bad Schwartau Stockelsdorf bringt Klimakonzept auf den Weg
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19:12 20.07.2016
Jan Jensen hat sein Mandat als Gemeindevertreter niederlegt, weil er in England studieren wird. Bei der Sitzung ist er von Bürgervorsteher Harald Werner und Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann verabschiedet worden. Nachfolger wird Michael Jarre. Quelle: Irene Burow

Das Klimaschutzkonzept der Stockelsdorfer ist beschlossene Sache. Was akribisch und öffentlichkeitsnah in den vergangenen Monaten erarbeitet wurde, haben nun die Gemeindevertreter einhellig abgenickt – und die Gemeinde damit gleichzeitig verpflichtet, für die in dem 250 Seiten starken Papier formulierten Ziele einzustehen. „Wir sind ganz happy“, fasste Jörg Wortmann zusammen. Stockelsdorf sei auf einem guten Weg, so der Klimaspezialist von der Arbeitsgemeinschaft Wortmann/EMN/Lorenz.

Die größten Herausforderungen betreffen den Verkehr, private Haushalte und gewerbliche Einrichtungen. „Wir müssen in die Gebäudesanierung einsteigen“, so Wortmann, und die Optimierung von Heizungsanlagen sei unabdingbar. Andere Maßnahmen sind zum Beispiel: Die Kleingartennutzung ausweiten, auf Verpackungen verzichten (Unverpackt-Laden) , Produkte länger nutzen (Repair-Cafe, Tauschbörsen), eine klimafreundliche Busflotte, Verbesserung von Radparken und Förderung von E-Mobilität, Energiescouts für Gewerbebetriebe und vieles mehr.

Der Beschluss der Gemeindevertretung bedeutet gleichzeitig, dass Stockelsdorf einen Klimamanager bekommt. Er oder sie wird die Umsetzung der Maßnahmen in die Hand nehmen. „Durch die Vorgabe der Regierung, massiv in den Klimaschutz einzusteigen, gibt es auch massive Fördermöglichkeiten“, sagte Wortmann. „Wir haben verschiedene Szenarien errechnet, für Stockelsdorf sind die Klimaziele erzielbar. Aber wir brauchen Kontinuität. Ein Klimamanager für drei Jahre ist zwingend erforderlich.“ Denn es sei ein hehres Ziel der Bundesregierung, die Treibhausgase bis 2015 um 80 bis 90 Prozent zu reduzieren.

„Der kommunale Anteil am Gesamtenergieverbrauch liegt zwar nur bei einem Prozent, aber wir haben eine Vorreiterfunktion. Wir müssen auch die privaten Haushalte erreichen“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Rolf Dohse. Man sehe an den Maßnahmen, dass das nicht nebenbei zu machen sei. „Das Konzept ist ein Paradebeispiel für eine äußerst sorgfältige Zusammenfassung der Lage“, lobte Helmut Neu, Fraktionsvorsitzender UWG. „Wir nehmen uns selbst in die Pflicht. Das wird weitreichende Konsequenzen für die Gemeinde haben.“ Die Stelle des Klimamanagers sollte sofort ausgeschrieben werden, plädierte Jens Andermann (SPD). Eine entsprechende Fachkraft zu finden, brauche Zeit. So sieht es auch Helmut Neu: „Es wird schwierig eine qualifizierte Kraft für diese begrenzte Zeit zu finden.“ Peter Hinzmann (FDP): „Wir freuen uns auf den Klimamanager.“ Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Andreas Gurth, lobte die Arbeit von Wortmann. „Er hat sich mit Herzblut und professionell eingearbeitet. Jetzt müssen wir die Bevölkerung mitnehmen. Es muss eine Begeisterung dafür hergestellt werden, wie sie uns unterstützen können, um sich gleichzeitig selbst zu unterstützen.“

Das Konzept wurde in den vergangenen 18 Monaten erarbeitet. Neben internen Sitzungen der Projektlenkungsgruppe, der Datenerfassung und Durchführung einer öffentlichen Auftaktveranstaltung im November 2015 wurden in der Zeit vom März bis April 2016 fünf öffentliche Klimaschutzworkshops zum Thema „Bildung“, „Gewerbe“, „Private Haushalte“, „Mobilität“ und „Konsum“ durchgeführt.

Für Schwartauer Werke

Die Stockelsdorfer haben sich per Beschluss über B-Plan und Flächennutzung für die mögliche Ansiedlung der Schwartauer Werke ausgesprochen. Denn das zu erschließende Gewerbegebiet von Bad Schwartau grenzt an die Gemeinde. Nun ist die Grundlage für ein interkommunales Gewerbegebiet geschaffen, mit einer Umgehungsstraße zur L184. „Damit wollen wir ein Signal senden“, so Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann. Die Straße solle so weit wie möglich weg vom Ort entstehen, um die Verkehrssituation so erträglich wie möglich zu halten.

Irene Burow

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