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Bad Schwartau Stockelsdorf verkauft seine Anteile an der Windpark GmbH
Lokales Bad Schwartau Stockelsdorf verkauft seine Anteile an der Windpark GmbH
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19:15 17.02.2016
Windräder werden im Windpark Obernwohlde gebaut, aber die Gemeinde Stockelsdorf wird kein Betreiber mehr von Anlagen dort sein.
Es ist die Überraschung des Tages: Nach jahrelangem engagiertem und hartnäckigem Ringen um die Erzeugung von gemeindeeigenem Strom durch Windkraft ist diese Idee jetzt plötzlich begraben worden. Die Anteile an der Windpark Stockelsdorf (WPS) GmbH, die vor sieben Jahren gegründet worden war und je zur Hälfte den Gemeindewerken Stockelsdorf und den Stadtwerken Lübeck gehört, wurden verkauft. Käufer ist der Windkraftbetreiber Bayware, der im Windpark Obernwohlde bereits einige Windkraftanlagen aufgebaut hat (die LN berichteten).

„Wir haben mehr raus als nur die Unkosten, da bleibt noch ganz schön was übrig.“

Rolf Dohse, Fraktionschef der Grünen

Ursprünglich war das Ziel, mit der WPS 14 Windkraftanlagen im Windpark Obernwohlde zu betreiben und diesen selbsterzeugten Strom über die Gemeindewerke Stockelsdorf zu einem günstigen Preis an die Bürger zu verkaufen. „Wir sind mit großer Euphorie an die Gründung herangegangen“, erklärt Stockelsdorfs Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann, „doch im Laufe der Zeit hat sich das als problematisch erwiesen.“ Das größte Problem für dieses Projekt hat die Deutsche Flugsicherung mit der Ausweitung des Flugsicherheitsradius von drei auf 15 Kilometer um Drehfunkfeuer (bis zum Sommer 2015 in Klein Parin stationiert) beschert. „Vor allem hat uns das zeitlich weit zurückgeworfen“, so die Bürgermeisterin. Seit Dezember 2015 ist der 15-Kilometer-Radius vom Tisch.

Dass sich das Zeitfenster bis zur möglichen Realisierung so ausdehnen würde, das habe niemand geahnt, so Rahlf-Behrmann weiter, „und jetzt ist es so, dass man mit der Wirtschaftlichkeit ein noch viel größeres Problem vor sich hat“. Zwar sei das Projekt nach wie vor nicht defizitär, heißt es in dem Statement der Gemeinde Stockelsdorf, „aber es wäre erst deutlich später mit einem Rückfluss der Investitionen zu rechnen, so dass wir als verhältnismäßig kleiner Windparkanbieter in einer schlechteren wirtschaftlichen Situation sind als Betreiber mit vielen Windkraftanlagen.“ Nur noch vier der ursprünglich geplanten 14 Anlagen hätte die WPS jetzt bauen können. Dieser Umstand und das plötzliche, offenbar gute Angebot von Bayware, waren schließlich gute Argumente, dem Verkauf der WPS-Anteile zuzustimmen. Über den Kaufpreis sei absolutes Stillschweigen vereinbart worden. Nur so viel ist bekannt: Das, was durch den Verkauf in die Kasse von Stockelsdorf fließt, „ist mehr als das, was wir bisher an Kosten für dieses Projekt investiert haben“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Gurth. „Wir haben also keine Unkosten.“

„Wir haben nicht nur die Unkosten raus, sondern es bleibt auch ganz schön was übrig“, beschreibt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Rolf Dohse den Deal mit dem Unternehmen aus München. Mehrere hunderttausend Euro soll Stockelsdorf im Laufe der Jahre in das WPS-Projekt investiert haben. Der Erlös aus dem Verkauf soll in den Haushalt 2017 fließen. „Die Arbeitskraft der Verwaltung bei diesem Projekt war kolossal“, so Helmut Neu von der UWG. „Aber was ist passiert? Wir sind als Tiger gestartet und als Bettvorleger geendet.“

Doreen Dankert

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