Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Stockelsdorfer Kirche im Wandel der Zeit
Lokales Bad Schwartau Stockelsdorfer Kirche im Wandel der Zeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:27 19.10.2013
Gegenwärtig wird das Gesamtkonzept der Kirchengemeinde Stockelsdorf überarbeitet von einer Art Kirchen-Tüv. Quelle: Doreen Dankert
Stockelsdorf

Inzwischen ist man in Stockelsdorf in Sachen Kirchen-Tüv (die LN berichteten) schon einen gewaltigen Schritt weiter. Die Bestandsaufnahme in Form einer groß angelegten Bürgerbefragung im Juni ist inzwischen abgeschlossen, die Antworten auf den gut 400 zurückgeschickten von 3000 verteilten Fragebögen sind ausgewertet. Damit das unbefangen und mit dem Maximum an Neutralität passieren konnte, hat der Kirchengemeinderat von Stockelsdorf bereits im Vorfeld festgelegt, dass diese Befragung und deren Auswertung von einer externen Firma erfolgen soll.

Die Befragung richtete sich an alle Stockelsdorfer Bürger — ob Mitglied in der Kirche oder nicht. Doch von denen, die ihre Antworten zurückschickten, waren gut 80 Prozent Mitglied der Kirche. Und das Durchschnittsalter der Befragten belief sich auf 49 Jahre.

Von diesen Befragten fühlt sich die Hälfte mit der evangelischen Kirche verbunden, knapp 70 Prozent sind mit den Angeboten der Kirchengemeinde zufrieden. Dabei ist festzustellen, dass die Bewertungen von den Älteren besser sind als die von den Jüngeren, die hier und da einiges kritischer betrachten. Hoch oben im Kurs stehen die Kitas, Krippen und die Pfadfinder unter dem Dach der Kirche. Diese Einrichtungen sind unter den Befragten am bekanntesten und werden auch zudem mit gut bis sehr gut bewertet. Einen hohen Bekanntheitsgrad haben ebenfalls der Seniorentreff und der Gemeindenachmittag.

Am häufigsten genutzt wird demnach aber das jährliche Gemeindefest.

In Sachen Bekanntheit schneiden die Besuchsdienste und die Seelsorge und Beratung hingegen schlecht ab und werden demzufolge auch wenig genutzt.

Die auswertende Firma hat eine breite Palette an Angeboten der Kirche festgestellt und spricht nun die Empfehlung aus, die Angebote zu straffen und die Wünsche der Altersgruppe der 20-bis 49-Jährigen stärker zu berücksichtigen.

Für die Arbeitsgruppe, die an einem neuen Gesamtkonzept für die Kirchengemeinde Stockelsdorf arbeitet, sind diese Antworten Grundlage für die Leitbilder, die derzeit erarbeitet werden. Karin Togler, Katholikin und Nichtmitglied der Kirchengemeinde, sagt als externes Mitglied der Tüv-Gruppe, sie sei von der großen Beteiligung bei der Befragung sehr angetan gewesen. Vor allem aber von der Vielzahl (über 100) frei formulierter Ideen für Angebote unter dem Dach der Stockelsdorfer Kirche, „die schon jetzt ein sehr gutes Angebot für viele Gruppen hat“.

Ob Wolfram Glindmeier, einer von vier Pastoren und auch Mitglied in der Arbeitsgruppe, überrascht von einigen Antworten gewesen sei? Ein ganz klares „Ja“ ist von Glindmeier zu hören. Bei den Gottesdienstzeiten zum Beispiel, sagt der Pastor, habe er erwartet, dass die Leute, vor allem die 30- bis 40-Jährigen, Wünsche äußern wie „17 oder 18 Uhr am Sonntagabend“. Stattdessen sagten Dreiviertel der Befragten, dass 10 oder 11 Uhr sonntags — wie bisher also — angemessen und gut sei. Ein wenig erschüttert habe den Pastor die große Diskrepanz zwischen Veranstaltungen, die bekannt sind bei den Bürgern, und Veranstaltung, die nahezu unbekannt sind. „Das ist erschreckend, obwohl wir regelmäßig Gemeindebriefe in einer Auflage von 7500 Stück verteilen“, so Glindmeier. Wenig bekannte Angebote müssten in Zukunft bekannter werden.

Und schließlich habe die Auswertung der Befragung noch ein Aha-Erlebnis für alle Mitstreiter der Tüv-Gruppe gehabt: „Alle — das ist keine Zielgruppe“, habe Glindmeier zur Kenntnis nehmen müssen. „Man muss sagen, das ist für Jugendliche, und das ist für Frauen zwischen 30 und 50“, denn nicht jedes Angebot könne und solle jeden ansprechen.

Derzeit beschäftigt sich die Tüv-Gruppe auf Hochtouren damit, die Leitbilder zu beschreiben, bis Februar 2014 sollen die Handlungsfelder skizziert sein. Und richtig konkret wird es dann ab März kommenden Jahres. Ab dann sollen nämlich die neuen Ideen und Maßnahmen umgesetzt werden. „Bis jetzt“, so Glindmeier, „liegen wir voll im Zeitplan.“

Was sich dann im nächsten Jahr ändern könnte? „Wenn die Ideen der Befragten, die sich einbringen möchten“, so Karin Togler, „nicht nur Lippenbekenntnisse bleiben“, dann werde es noch lebhafter zugehen in der Kirche Stockelsdorf. Und das nicht nur für Mitglieder der Kirchengemeinde.

„Bei den Gottesdiensten hatte ich erwartet, dass vor allem die Jüngeren sich Zeiten wünschen wie 17 oder 18 Uhr sonntags.“
Pastor Wolfram Glindmeier

Doreen Dankert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Liberale werfen Sozialdemokraten vor, sich nicht an Absprachen zu halten.

19.10.2013

Frauenforum lädt zu einem Theaterstück ins Museum.

19.10.2013

Hendrik Liercke (45) baut Bogen, flechtet Körbe und bastelt allerlei Deko-Artikel — zur Entspannung.

19.10.2013