Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Stockelsdorfer Weg: Geplanter Ausbau sorgt Anwohner
Lokales Bad Schwartau Stockelsdorfer Weg: Geplanter Ausbau sorgt Anwohner
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:37 02.11.2017
Durch den Ausbau des Stockelsdorfer Weges soll sich insbesondere für Radfahrer und Fußgänger die Situation verbessern. Quelle: Fotos: Sebastian Prey
Bad Schwartau

Der Ausbau des Stockelsdorfer Weges hat die Kommunalpolitik schon vor fünf Jahren beschlossen. Und genau so lange befinden sich die Grundstückbesitzer schon in der Warteschleife. „Wir warten seit 2012 darauf, dass uns jemand sagt, wie stark die Anwohner sich finanziell an dem Ausbau beteiligen müssen. Das ist ein unerträglicher Zustand. Wir können uns keine Küche oder Auto kaufen, weil wir noch immer nicht wissen, was kommt auf uns zu!“, erklärte Anwohner Uwe Martin entrüstet. Bauamtsleiter Thomas Sablowski räumte zwar ein, dass die Situation sicherlich unbefriedigend sei. Mit konkreten Zahlen konnte er allerdings nicht aufwarten. „Die Höhe der umlagefähigen Kosten wird derzeit durch ein externes Büro ermittelt. Sobald wir konkrete Angaben machen können, werden wir zu einem Info-Abend einladen“, erklärte Sablowski, der davon ausgeht, dass es am Ende eine für alle verträgliche Lösung geben werde.

Die Anwohner des Stockelsdorfer Weges zeigen sich kampfbereit. Sie wollen die Kosten durch den Umbau der Straße möglichst gering halten. Rund 30 Betroffene kamen jetzt in den Ausschuss für öffentliche Sicherheit, Verkehr und Umweltschutz, um Verbesserungsvorschläge zu machen, Kritik zu äußern und Antworten einzufordern.

Davon zeigten sich die Anwohner aber wenig überzeugt. Zumal das Ausbau-Konzept in der Tat einige Schwächen hat. Der geplante kombinierte Fahrrad- und Fußweg auf der nordwestlichen Straßenseite kann nämlich nicht durchgängig gebaut werden, weil vier Grundstückseigentümer bislang nicht bereit sind, ein Teil ihres Vorgartens zu verkaufen , um den entsprechenden Ausbau zu ermöglichen. So müssen die Nutzer an einigen Stellen auf die Straße ausweichen – für Sicherheit sollen in diesen Bereichen markierte Streifen und Barken sorgen. Ein weiterer Schwachpunkt: Der kombinierte Weg endet zudem schon in Höhe der Albert-Schweitzer-Straße – Radfahrer müssen von dort also erneut auf die Straße. „Das ist doch viel zu riskant und macht die Straße nicht sicherer“, merkte Nicole Ahrens an.

Bauamt-Mitarbeiter Bernhard Schmidt räumte ein, dass die Pläne Schwächen haben. „Es ist nicht perfekt, aber die beste Lösung. Das haben auch die Planer des Verkehrsentwicklungsplanes so gesehen“, sagte Schmidt, der die Ausbaupläne noch einmal detailliert vorstellte. Der kombinierte Rad- und Fußweg sei insbesondere wegen des recht starken Gefälles im unteren Bereich des Stockelsdorfer Weges sinnvoll.

Nach bisherigen Schätzungen werden sich die Gesamtkosten für den Ausbau auf rund 850 000 Euro belaufen. Laut Schmidt werde mit einer Bauzeit von März bis Oktober nächsten Jahres gerechnet. „Wir planen die Maßnahmen in Vollsperrung herzustellen. Die Zuwegung zu den Grundstücken soll natürlich weiter möglich sein“, erklärte Schmidt.

Vorgesehen ist der Vollausbau der Straße auf einer Breite von 6,50 Meter zwischen Hindenburgstraße und Clever Tannen. Auf der nordwestlichen Straßenseite ist ein kombinierter Fahrrad- und Fußweg bis zur Albert-Schweitzer-Straße mit einer Breite von 2,50 Meter sowie auf der südöstlichen Seite ein Gehweg von 1,50 Metern vorgesehen. Für die Radfahrer, die Richtung Mühlenstraße unterwegs sind, soll es einen Fahrradschutzstreifen auf der Fahrbahn geben.

 Von Sebastian Prey

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!