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Bad Schwartau Straßenknoten hat oberste Priorität
Lokales Bad Schwartau Straßenknoten hat oberste Priorität
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20:44 16.05.2017
Gefährliche Situation mit fünf unter verschiedenen Winkeln zusammenlaufenden Straßen in Cleverbrück: Ein Kreisel wurde aus Platzgründen immer wieder verworfen. Quelle: Fotos: Irene Burow

Dieses Knäuel an Straßen in Cleverbrück soll in den kommenden drei Jahren entwirrt sein: Die gefährliche Kreuzung, bei der die Hindenburgstraße auf die Hauptstraße trifft. Die Neugestaltung ist verankert im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt. Das 280-seitige Papier ist von Chefplaner Stefan Luft im Verkehrsausschuss vorgestellt worden.

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„Beim Radverkehr gibt es deutlichen Nachhol- bedarf.Stefan Luft, Gutachter Urbanus

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Der Verkehrsknoten ist allen Fraktionen so wichtig, dass er per Abstimmung auf der Prioritätenliste am Ende noch nach ganz oben gehievt wurde. „Wir sehen das auch als Pilotprojekt“, sagte Jörg-Reiner Zacharias, Fraktionsvorsitzender der WBS. Das solle nicht erst nach 2022 umgesetzt werden. „Das ist ein gravierender Punkt, das hat kürzlich erst wieder die Polizei bestätigt“, sagte Norbert Leihe (CDU). „Wir haben 20 Jahre vergeblich auf den Kreisel gewartet, wir sehen das auch so“, meinte Hans Tylinski, Fraktionschef der SPD.

Der neue Vorschlag sieht so aus: Die Hindenburgstraße soll im 90-Grad-Winkel an die Hauptstraße angeschlossen werden, ebenso die Ahornstraße. Die Parkflächen sollen so clever verlegt und aufgewertet werden, dass die Leute in dem Stadtteilzentrum gut anhalten und verweilen können. Verbleibende Flächen könnten städtebaulich oder landschaftsplanerisch aufgewertet oder neu entwickelt werden, heißt es in dem Gutachten. „Der Punkt liegt auf einem wichtigen Schulweg. Wir hatten uns schon so sehr auf den Kreisel fokussiert. Das ist eine tolle Idee. Die Verwaltung sollte das aufgreifen, damit wir aus dieser Endlosspirale herauskommen“, erklärte die CDU-Fraktionsvorsitzende Ellen Brümmer. Auch die Grünen folgten dem Verkehrsentwicklungsplan mit dieser Ergänzung. Autofahrer müssen sich an dieser Stelle konzentrieren – aus fünf Richtungen treffen dort Straßen zusammen. Die Hauptstraße aus West wie Ost, die Hindenburgstraße sowie Garten- und Ahornstraße. Letztere war auf Drängen der Polizei schon vor mehreren Jahren zur Einbahnstraße bestimmt worden.

Die anderen beiden vorrangigen Leuchtturmvorhaben in Bad Schwartau sind der Ausbau des Radwegenetzes, insbesondere die Veloroute „Ost-West-Achse“, sowie die vielbefahrene L 309 stadtverträglich zu gestalten. Ob noch weitere Projekte auf der Prioritätenliste weiter nach oben rutschen, soll in einer interfraktionellen Sitzung geklärt werden. „Wir bedanken uns im Namen aller. Drei Jahre Arbeit stecken in diesem Wahnsinnswerk“, sagte die Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Gudrun Berger (Grüne) in Richtung von Stefan Luft, Chefplaner des Verkehrsplanungsbüros Urbanus aus Lübeck. „Die Leidenschaft, die dort eingeflossen ist, ist bewundernswert“, so Berger. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Stadt, des Kreises, der Polizei, des ADAC und der Wirtschaft hatten das Gutachten begleitet. In zwei Bürgerforen wurden die Anregungen der Bevölkerung gesammelt. Der Verkehrsentwicklungsplan ist bindend für die Stadt, jedoch nicht rechtlich anfechtbar.

Viele Einzelmaßnahmen

3 Leuchtturmprojekte gehen aus dem Gutachten hervor. Neben dem Umbau der Kreuzung in Cleverbrück steht vor allem der Ausbau des Radnetzes oben auf der Agenda.

Im Zuge dessen gibt es viele Einzelprojekte: Umbau Stockelsdorfer Weg mit Radschutzstreifen, Beruhigung und Fahrradweg in der Ludwig-Jahn-Straße, Umbau Knoten Mühlenstraße/Ludwig-Jahn-Straße, radverkehrsfreundliche Knotengestaltung am Zob, radfreundliche Bahnquerungen, besserer Belag in Bahnhofstraße und Geibelstraße, Tempo-30-Zone in der Carl-Diem-Straße, Ausbau der Grünen Route Moorwischpark, Ausbau Radständer vor Bahnhof, Zob und Schwimmhalle, Abbau von Umlaufsperren und Schildern, bessere Querung Rensefelder Straße/Carl-Diem-Straße.

Das dritte Leuchtturmprojekt ist die stadtverträgliche L 309. Verbesserungen unter anderem: Ortseinfahrt und Radquerung Peterstraße, Radweg für Lübecker Straße, Neuordnung Auguststraße, Radweg und neue Querung am südlichen Eutiner Ring, Parkleitsystem für Eutiner Ring, Knotenumbau mit besserer Radführung an Pariner Straße, neue Radführung am Riesebusch, neue Brücke über die Schwartau mit Radweg, Ertüchtigung Kurparkradroute, Tempo 30 für LKW zwischen Riesebusch und Berliner Straße, radfreundliche Ortseinfahrt Höhe Sonnenweg. Flankierend soll es einen Mobilitätskoordinator und Runden Tisch Mobilität geben.

Für den Verkehrsentwicklungsplan hat es umfangreiche Erhebungen gegeben. Einige Fakten: Die Bad Schwartauer sind mit vier Wegen pro Tag relativ viel unterwegs. 80 Prozent der Haushalte haben einen PKW. Als wichtigsten Einkaufsort sehen die Bad Schwartauer die Stadt selbst, nicht etwa Lübeck; die meisten kommen zu Fuß oder mit dem Rad. Die Parkplatzsituation wird positiv gesehen, die Begrenzung der Parkdauer jedoch für zu kurz. Zu Spitzenzeiten rauschen 20000 Fahrzeuge in 24 Stunden über die L 309; auf der L 185 bis zu 11000; stark befahren ist mittlerweile auch die Mühlenstraße mit 12000. Rush Hour ist zwischen 16 und 17 Uhr.

Der ganze Verkehrsentwicklungsplan ist im Rathaus einsehbar.

Irene Burow

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