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Bad Schwartau Streit um Platanen: Jetzt sollen alle Bäume untersucht werden
Lokales Bad Schwartau Streit um Platanen: Jetzt sollen alle Bäume untersucht werden
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20:24 12.07.2016
Die verbliebenen 13 Platanen seien auf Dauer nicht mehr zu halten, hieß es in dem Antrag der Verwaltung. Quelle: Irene Burow

Das Platanen-Karussell dreht sich weiter: Es wird alles versucht, um die Bäume in der Bad Schwartauer Markttwiete zu retten. Nach einer hitzigen Debatte im Bauausschuss hat die Verwaltung ihren Antrag zum Thema entnervt zurückgenommen. Der B-Plan, in dem einst der Schutz der Bäume in der Bad Schwartauer Markttwiete verankert worden war, sollte geändert werden. Ein Gutachter hatte festgestellt, dass die Bäume nicht mehr standsicher sind – der Schutz ist also nicht mehr zu gewährleisten. Die Zwickmühle: Ohne geänderten B-Plan können die Bäume nicht einfach gefällt werden – lediglich bei Gefahr in Verzug. Ersatzpflanzungen müsste zudem an selber Stelle erfolgen. Bürger und Politiker wollen zudem die verbliebenen Platanen erhalten.

„Schadenersatz können wir nur geltend machen, wenn alle Bäume untersucht werden.“Bürgermeister Gerd Schuberth

„Der Antrag wurde zurückgenommen, weil er wohl nicht durchgegangen wäre“, fasste Ausschussmitglied Peter Seedorf (CDU) zusammen. Der Diskussion vorangegangen waren Ausführungen des Lübecker Rechtsanwaltes Carsten Hunnekuhl, der zu prüfen hat, ob Baufirma oder Bauleitung Fehler gemacht haben, und somit Ansprüche auf Schadenersatz bestehen. „Das Gutachten ist eindeutig, alle Bäume sollen gefällt werden“, so Hunnekuhl. Der Gutachter habe seine Aussagen jedoch relativiert, die Schäden seien neu. Außerdem habe er nur drei Bäume tatsächlich untersucht; er sei nach Aussagen der Bauleute davon ausgegangen, dass das für alle Bäume gelte. „Das Gutachten reicht nicht, um Schadenersatz geltend zu machen“, so der Spezialist für Bau- und Architektenrecht. „Meine Empfehlung lautet daher, den Sachverständigen damit zu beauftragen, sich alle Bäume anzusehen.“ Das Gutachten soll nun entsprechend erweitert werden.

Erneut gab es scharfe Kritik aus dem Publikum. So wollten die Bürger wissen, wann die Baufirma Bedenken wegen der Bäume angemeldet hatte, und warum dennoch weitergepflastert wurde. Aus ihrer Sicht passt das alles nicht zusammen: „Ich habe das doofe Gefühl, der B-Plan soll jetzt durch die Hintertür geändert werden“, monierte Heike Wiese, die ein Geschäft in der Markttwiete betreibt. Sie empfinde Wut, Enttäuschung und Vertrauensverlust. Bärbel Kessler von der Bürgerinitiative „Rettet die Platanen“ sagte: „Wir hatten uns riesig über den Kompromiss gefreut, die Platanen zu erhalten.

Wir waren stolz auf die Allee.“ Andrea Schwabe vom Umweltbeirat kritisierte mangelnde Dokumentation der Arbeiten.

Die Mitglieder des Gremiums wiesen manche Kommentare zurück: „Ich verwehre mich gegen die Unterstellung, wir wären gegen die Bäume“, sagte der Vorsitzende des Bauausschusses, Andreas Marks (WBS).

„Wir selbst haben den B-Plan geschaffen.“ Auch die Vorlage der Verwaltung fand er nicht in Ordnung. „Es wird davon ausgegangen, dass die Bäume fallen. Daraus lese ich, dass wir zustimmen, so läuft das nicht.“ Genauso Torben Suhr (CDU): „Es ist nicht unsere Aufgabe, ständig in der Baugrube zu stehen. Wir sollten den Gutachter ordentlich arbeiten lassen. Es muss aber auch klar sein, dass es zu Folgekosten und zusätzlichen Baustellen kommt“, so Suhr. „Je länger wir warten, desto schwieriger sind die Schäden an den Wurzeln zu datieren“, meinte Uwe Beckmann (SPD). Der Stadtverordnete Jörg-Reiner Zacharias (WBS) meldete sich aus dem Publikum: „Die Situation ist für den Bürgermeister etwas schwierig. Es muss der Verwaltung überlassen sein, Schlüsse aus dem Gutachten zu ziehen.

Jetzt gibt es eine Entscheidungshilfe.“

Irene Burow

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