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Bad Schwartau Streit um Platanen in der Innenstadt neu entfacht
Lokales Bad Schwartau Streit um Platanen in der Innenstadt neu entfacht
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20:44 12.05.2016
Der Baumsachverständige Christian Gorny (r.) erklärt den Fraktionsvertretern: Die Bäume haben nicht genug Standfestigkeit. Quelle: Fotos: Irene Burow

Gereizte Stimmung in den Fraktionen: Müssen nun doch alle Platanen in der Markttwiete gefällt werden? Die leitende Baufirma für die Umgestaltung der Bad Schwartauer Innenstadt, Asa Bau, hat bei der Stadt Bedenken angemeldet, dass die Bäume standsicher genug bleiben.

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Ein Grund des Übels: Straßenreste und Betonplatten behindern den Wuchs der Wurzeln in die Tiefe.

Bauausschuss am Dienstag

Die Platanen werden auch Thema im Bauausschuss am kommenden Dienstag, 17. Mai, um 18 Uhr im Gymnasium am Mühlenberg (GaM) sein. Auf der Agenda stehen zudem das Gewerbegebiet Langenfelde-Nord, die Dachsanierung am GaM, die Schienenhinterlandanbindung und die Vorstellung der Bad Schwartau App.

Der Grund: Die Wurzeln der Bäume sind vor 15 bis 20 Jahren nicht fachgerecht gestutzt worden. „Starkwurzeln sind nicht mehr existent“, sagte Christian Gorny. Der Baumsachverständige von der Claus Rodenberg Forst- und Landschaftspflege GmbH erklärte den Fraktionsvertretern jetzt auf der Baustelle die Probleme. Weiteres Hindernis: Betonplatten und Straßenreste im Boden hindern die Platanen daran, in der Tiefe neue Wurzeln zu schlagen. Das bedeute einerseits, dass sie nicht genug Halt haben und kippen könnten. Andererseits „würden die Wurzeln den neuen Untergrund angehen und die neue Pflasterung nach oben drücken“. „Die Situation ist bei allen Bäumen ähnlich“, so Gorny. Unverständnis bei der Grünen: „Es werden immer neue Vorwände gesucht, die Bäume kleckerweise wegzunehmen, um zur ursprünglichen Boulevard-Planung zurückzukehren“, kritisierte Ute Schramm-Ehmke. „Der Baum könnte umfallen, ist immer das Totschlagargument. Es wird immer mehr gesägt, Bad Schwartau war mal grün.

Die Stadt verändert drastisch ihr Gesicht.“

Mit der möglichen Fällung kommt eins der größten Streitthemen der vergangenen Jahre wieder aufs Tablett. Mehr als zwei Jahre vor Beginn des City-Umbaus ist heftig um die Bäume gestritten worden. Eine Bürgerinitiative kämpfte für den Erhalt. Der Kompromiss: Die Hälfte der Bäume bleibt. Dass nun auch die andere Hälfte fallen könnte, löst auch bei der SPD Stirnrunzeln aus: „Ich bin erstaunt, dass das jetzt erst auffällt. Das ist alles vorher untersucht und diskutiert werden“, monierte der Stadtverordnete Uwe Beckmann. „Es wurde sich für das teuerste Pflaster aller Zeiten entschieden, also muss auch für Baumschutz gesorgt werden. Immer nur Geld ausgeben, wo man’s mag, das geht nicht.“ Der Fraktionsvorsitzende der WBS, Jörg-Reiner Zacharias, nahm kein Blatt vor den Mund: „Ich befürchte, der Glaubenskrieg ist neu entbrannt.“ Er frage sich, wie die Bäume in einem wirtschaftlichen Rahmen erhalten werden können. „Wenn es irgendwie geht, müssen wir das machen.“ Wenn jedoch Fachleute sagen, Menschen könnten zu Schaden kommen, sei das wiederum nicht zu verantworten. Der Stadtverordnete Torben Suhr (CDU) gab zu bedenken, dass die Stadt alle Folgekosten zu tragen habe, falls in drei bis fünf Jahren neu gepflastert werden müsse. Die Bauphase könne sich verzögern, neue Baustelleneinrichtungen seien die Folge. „Wir verlagern Probleme in die Zukunft, die eine Menge Geld kosten. Das könnte in die Hunderttausende gehen.“ Befürchtet wird aber nun, dass die Bäume vorschnell fallen. Und so mahnte Heike Wiese, Inhaberin des nahen Teefachgeschäfts: „Die Bäume bleiben morgen bitte noch stehen!“

Die Verwaltung wird jetzt „einen Zugtest in die Wege leiten, bei dem die Standsicherheit der Bäume überprüft wird“, so Bauamtsleiter Thomas Sablowski. Das Ergebnis wird aus seiner Sicht eindeutig sein: „Wer umfällt, hat verloren.“

 Irene Burow

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