Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Stummfilm mit Pianobegleitung
Lokales Bad Schwartau Stummfilm mit Pianobegleitung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:22 04.11.2017
Joachim Fontaine spielt die Original-Filmmusik am Piano. Quelle: Foto: Schu,hfr
Bad Schwartau

Es ist ein Stummfilm aus dem Jahr 1927, ein 83 Minuten langer Streifen in schwarz-weiß. Joachim Fontaine spielt die Original-Filmmusik am Klavier.

Die Patenschaft für diesen Film haben haben die evangelischen Kirchengemeinden Bad Schwartaus übernommen.

1917 zum 400. Jubiläum der Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther in Wittenberg, war der 1. Weltkrieg noch in vollem Gange. Er brachte unendliches Leid über die Welt. So konnte dem Ereignis der Reformation nicht angemessen gedacht werden. Zehn Jahre später aber nahm Regisseur Hans Kyser (1882-1940) – im 1. Weltkrieg Kriegsberichterstatter – den Auftrag der „Luther-Filmdenkmal-Zentralstelle für die Schaffung eines Lutherfilms“ an.

Finanziert wurde der Film durch Spenden. Er entstand in den UFA Studios in Berlin. Die Schauspieler waren großteils Berliner Filmstars der damaligen Zeit, allen voran Eugen Klöpfer (1886-1950) als Martin Luther.

Der Film zeichnet den Weg und die innere und äußere Entwicklung Martin Luthers bis etwa 1522/23 nach, der Zeit Luthers auf der Wartburg als „Junker Jörg“. Die Folgen der Reformation, Bildersturm und Bauernkrieg werden nur noch angedeutet, die weitere Entwicklung, etwa Luthers Ehe mit Katharina von Bora, kommt in dem Stummfilm nicht vor.

Der Stummfilm legt den Schwerpunkt auf den kraftvollen Reformator, den überzeugten Kämpfer für das Evangelium. Luther wird als Held, als evangelisch-lutherischer Heiland dargestellt. Das entspricht dem protestantischen Zeitgeist der 1920er Jahre, in der die ökumenische Bewegung sich noch in den Anfängen befand. Es ging mehr um Abgrenzung und gegenseitiges Vorhalten vermeintlich falscher Lehre und Praxis, als um die Wahrnehmung von Gemeinsamkeiten über konfessionelle Grenzen hinweg. Dass die Unterschiede den Reichtum des Glaubens widerspiegeln, war kaum jemandem bewusst.

Eine differenzierte Betrachtung von Leben und Wirken Luthers geschah damals ebenfalls nicht. Dennoch ist dieser Stummfilm interessant: Zum einen spürt man die epochale Heldenverehrung Luthers in allen Zügen des Films, zum anderen bietet er als Stummfilm interessante Einblicke in die Kinowelt der 1920er Jahre. Schließlich regt er zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Lutherbild des Films an, wie sie hier bereits angedeutet ist.

Der Eintritt zu diesem Film kostet sieben Euro, für Mitglieder des Koki sind es 4,50 Euro.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wer am morgigen Montag Lust hat auch Bilderreise, der ist herzlich in die Asklepios Klinik eingeladen. Ziel ist diesmal das andere Ende der Welt: Australien. Referent Dieter Munzel wird die Besucher teilhaben lassen an seinen Erinnerungen, die er auf dieser Reise gesammelt hat.

04.11.2017

Zum 10. Mal gibt es in diesem Jahr in Bad Schwartau die Schleswig-Holsteinische Schulkinowoche.

04.11.2017

Dutzende von Schiffen, Trucks und anderen Fahrzeugen im detailgetreuen Kleinformat gab es am Sonnabend zu bestaunen. Die Krummlandhalle und die Mensa der ESG wurden zum Mekka der Modellbaufreunde. Rund 500 Besucher kamen zur Ausstellung.

04.11.2017