Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Symbiose von Fotografie und Malerei
Lokales Bad Schwartau Symbiose von Fotografie und Malerei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:29 03.05.2016
Clement Möller (l.) und Rüdiger Scholz stellen gemeinsam rund 30 Kunstwerke aus. Scholz ist auf bearbeitete Fotos spezialisiert. In den Malereien von Möller ist immer ein Foto von Scholz die Basis für die Arbeit mit Acrylfarbe und Pinsel. Quelle: Fotos: Dankert

Fotograf trifft Maler. So einfach ist das. Manchmal. Und was dabei an Kreationen herauskommen kann, das beweist jetzt die aktuelle Ausstellung im Museum der Stadt Bad Schwartau. Es sind Fotos, die eben nicht einfach nur Fotos sind. Und es sind Bilder, die eben nicht einfach nur mit Farbe und Pinsel gemalt wurden. Nein, es ist viel mehr: Die Werke sind eine ungemein interessante Symbiose von Fotografie und Malerei.

Zur Galerie
Stufe zwei: Das Originalfoto wurde von Scholz mit dem Computer bearbeitet.

„Jeder gerät in seinem Leben mal in ein schwarzes Loch, wo man nicht mehr weiter weiß.“Clement Möller

Die Protagonisten sind der Fotograf Rüdiger Scholz (74) aus Ahrensbök und Clement Möller (76) aus Groß Grönau. Kennengelernt haben sich die beiden Männer vor ziemlich genau vier Jahren bei einer Reise nach Usbekistan. Beide standen vor einem imposanten Denkmal, der eine mit einem Fotoapparat in der Hand, der andere mit einem Zeichenblock und Kohlestift. Das war der Beginn einer Männerfreundschaft, die äußerst interessante Blüten treibt — zu sehen im Museum.

Rüdiger Scholz, pensionierter Mathe-, Physik- und Informatiklehrer, lebt seit Eintritt in seinen Ruhestand seine Leidenschaft des Fotografierens aus. Er besucht ab und zu einen Kursus, um sein Know How zu verfeinern, denn er bearbeitet seine Fotos — fast alle — auf spezielle Art mit Photoshop.

Für Clement Möller hat Kunst schon immer eine Rolle im Leben gespielt, aber so richtig ausleben kann der Architekt seine Leidenschaft auch erst, seit er das aktive Arbeitsleben hinter sich gelassen hat. „Eigentlich wollte ich ein Kunststudium machen“, erinnert sich Möller, „aber meine Eltern haben darauf bestanden, dass ich erst mal was Bodenständiges mache“. Nach einer Lehre zum Zimmermann und dem Studium der Architektur hat sich Clement Möller erst einmal dem kreativen Gestalten von Gebäuden gewidmet. Sein Job hat ihn unter anderem für über drei Jahre nach Indonesien geführt, wo er eine Universität gebaut hat. Wie sehr diese Zeit in einer ganz anderen Kultur das Leben von Möller geprägt hat, das erkennt man auf manchen seiner Malereien, die in der Ausstellung zu sehen sind. Möllers gezeigte Werke sind brandneu, alle sind erst in diesem Jahr entstanden, und immer ist die Grundlage für seine Bilder ein Foto von Rüdiger Scholz. Und immer hat das Bild eine Botschaft — und meistens auch viel Tiefgang. Zum Beispiel bei dem Bild, auf dem Möller die Frage beantwortet: Wer gewinnt am Ende — das Gute oder das Böse?

Oder aber Möller schenkt dem Betrachter beim genaueren Betrachten des Bildes „Das schwarze Loch“ ein wenig Hoffnung darauf, dass nichts bleibt, wie es ist. „Jeder gerät in seinem Leben mal in ein schwarzes Loch, in eine Situation, in der man nicht mehr weiter weiß“, so Möller. „Aber wenn man diese schwere Zeit annimmt und bewusst durchschreitet, auch wenn es wehtut, dann kommt man als viel stärkerer Mensch wieder da raus.“

Die fotografische Vorlage für dieses schwarze Loch hat Rüdiger Scholz geliefert mit einem Baum, einmal im Original, in Stufe zwei bearbeitet mit Photoshop und in Stufe drei hat Möller mit Farbe und Pinsel das schwarze Loch zu dem gemacht, was es jetzt ist: eine tiefsinnige Botschaft.

Von Doreen Dankert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der 65-jährige Bad Schwartauer hat in Kiel die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

03.05.2016

Die Wahlbenachrichtigungskarte ist nicht erforderlich.

03.05.2016

Philip Bölter in der Katharinenkirche Bad Schwartau. Zwischen Folk im Stil von Neil Young oder Bob Dylan und Musik aus der heutigen Zeit von Johnny Flynn ...

03.05.2016
Anzeige