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Bad Schwartau Tapfere Mutter kämpft für ein lebenswertes Leben ihres Sohnes
Lokales Bad Schwartau Tapfere Mutter kämpft für ein lebenswertes Leben ihres Sohnes
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00:23 28.01.2016
Der schwerstbehinderte Stanislaw Lutz wird von seiner Mutter Larissa (Mitte) betreut. Etwas Hilfe bekommt sie dabei von ihrer Mutter, Frieda Weselow. Quelle: Doreen Dankert
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Stockelsdorf

Es gibt Menschen, die vom Schicksal auf eine besonders harte Probe gestellt werden. Auf Larissa Lutz, eine Frau Ende 40, trifft das ganz sicher zu. Vor 29 Jahren brachte sie ihren schwerstbehinderten Sohn Stanislaw zu Welt. Und seit 19 Jahren muss die gelernte Erzieherin das Leben mit der Rund-um-die-Uhr-Betreuung für ihren Sohn alleine meistern, denn ihr Mann starb. Und das alles in einem Land, das sie bis vor 24 Jahren nur aus dem Fernsehen und Büchern kannte, denn Larissa Lutz war mit ihrer Familie aus Kasachstan nach Deutschland gekommen, um hier ein anderes, ein besseres Leben zu leben.

„Wir sind vor allem wegen Stanislaw aus Kasachstan weggegangen“, sagt die Mutter, die außer ihrem Sohn noch eine erwachsene, eigenständig lebende Tochter hat, „In Kasachstan hätte mein Sohn keine Zukunft gehabt. Und deswegen bin ich sehr dankbar, dass wir hier sind und die Möglichkeit einer guten medizinischen Betreuung haben.“

Jetzt ist Larissa Lutz allerdings an einem Punkt angelangt, an dem sie dringend die Unterstützung von Spendern benötigt, um die Anschaffung eines neuen Autos zu finanzieren. Nach elf Jahren stehe der bisherige behindertengerecht umgebaute Pkw kurz vor dem Versagen, so Larissa Lutz. Die zuständige Sozialbehörde, die für die letzten beiden Reparaturen in Höhe von einigen tausend Euro aufgekommen sei, „hat mich aufgefordert, mich nach einem neuen Fahrzeug umzuschauen, weil die Reparaturkosten für die Sozialbehörde nicht mehr tragbar sind“. Und genau an dieser Stelle liegt das Problem für Larissa Lutz: Ihre finanziellen Reserven sind nahezu erschöpft. „Ich persönlich bin in der Lage, einen Betrag von 5000 Euro aufzubringen“, so Larissa Lutz. Vom Sozialamt seien 3850 Euro als Zuschuss für ein neues Fahrzeug genehmigt worden.

Ins Auge gefasst hat Larissa Lutz einen Ford Tourneo, für welchen sie laut Kostenvoranschlag über 30 Prozent Rabatt bekommen und statt 40000 nur rund 28000 Euro zahlen würden. Doch um dieses Auto anzuschaffen, fehlen Larissa Lutz noch rund 20000 Euro. „Für mich ist das eine unüberwindbare finanzielle Hürde“, sagt die Stockelsdorferin, die nun dringend hofft, durch einen Spendenaufruf an die Bürger das Geld für das Auto zusammenzubekommen. Die Kosten für den behindertengerechten Umbau würde das Sozialamt übernehmen, so Larissa Lutz.

Stanislaw leidet seit seiner Geburt an dem Lesch-Nyhan-Syndrom, einer unheilbaren Erbkrankheit. In einem Schreiben der Vorwerker Diakonie wird erklärt, dass dieses Syndrom diagnostiziert wurde und Stanislaw Lutz „unter einer ausgeprägten dystonen cerebralen Bewegungsstörung leidet“. Stanislaw Lutz ist nicht nur auf eine umfangreiche Hilfe und Pflege angewiesen, sondern auch auf einen Spezialrollstuhl — und darauf, dass er zu seinen zahlreichen Arzt- und Therapieterminen gebracht wird. „Genau deshalb sind wir angewiesen auf ein neues Auto“, so Larissa Lutz. Anfragen zwecks einer finanziellen Unterstützung bei mehreren Stiftungen seien alle erfolglos gewesen. Begründet worden sei das immer mit dem Alter ihres Sohnes. „Für Kinder und Jugendliche ist eine Förderung scheinbar einfacher, aber mein Sohn ist schon ein erwachsener Mann“, sagt die Mutter. Und die möchte mit ihrem Sohn auch mal an den Strand fahren. „Das ist die einzige Teilhabe, die mein Sohn am Leben in dieser Gesellschaft hat.“

Mobil mit Behinderung
Ein Spendenkonto wurde beim Verein „Mobil mit Behinderung“ bei der Bank für Sozialwirtschaft für Stanislaw Lutz eingerichtet. Mit dem Geld soll die Anschaffung eines neuen Autos finanziert werden. Spender können auf Wunsch auch eine offiziellen Spendenquittung erhalten. „Auch viele kleine Summen helfen“, sagt Larissa Lutz, die sich gern bei jedem Spender persönlich bedanken möchte und deshalb um Kontakt unter 0451/4792684 (AB) bittet.

Die IBAN für das Spendenkonto lautet DE 41 6602 0500 0008 7113 00, Codewort „Stanislaw“.

Doreen Dankert

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