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Bad Schwartau Totgeglaubte leben lustiger
Lokales Bad Schwartau Totgeglaubte leben lustiger
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20:24 28.10.2013
Die Verwandtschaft ist entsetzt: Karl Brammer (2. v. li., Michael Effing) lebt — mit der Erbschaft wird es nun nichts mehr. Quelle: Maike Wegner

Lügen haben kurze Beine — das muss auch Mary Brammer (Michaela Sprank) am eigenen Leib erfahren. Als ihr Mann für drei Monate ins Gefängnis muss, erzählt sie allen, er fahre zur See. Doch dann geht das Schiff, auf dem er vermeintlich als Koch arbeitet, unter, und keiner überlebt. Doch Brammer lässt sich davon nicht beirren und löst das Problem auf ihre Weise. Mit Erfolg.

Das Theater Fidelio feierte am Wochenende im Bad Schwartauer Museum mit seinem Stück „Mein Mann, der fährt zu See“ Premiere. Ein Lustspiel, in dem einst schon Heidi Kabel im Hamburger Ohnsorgtheater spielte. Monatelang haben die 17 Schauspieler und Helfer für diesen Abend geprobt. Und das mit vollem Erfolg: Das Publikum tobt vor Lachen und ist restlos begeistert von dem neuen Stück.

Mary Brammer und ihr Mann betreiben darin die Hafenkneipe „Blauer Peter“, in der auch einige Verehrer der Wirtin immer wieder einkehren. Das Publikum amüsiert sich bestens, als sie sehen, wie Justus Alldag (Stefan Dankert) und Johannes Menck (Michael Manthey) versuchen, sich gegenseitig zu übertreffen. Als sie vom angeblichen Tod des Ehemannes hören, planen sie gar schon eine Zukunft mit der hübschen Wirtin.

Doch die hat ganz andere Sorgen. „Verwandte kann man ja haben“, seufzt sie, „aber die müssen auf einem anderen Planeten leben.“ Denn die Geschwister ihres Mannes machen ihren Anspruch auf das Erbe von Karl Brammer geltend. Mit großen Koffern rücken sie an, um Kleidung und Habseligkeiten mitzunehmen — und geraten dabei selbst in einen für das Publikum unterhaltsamen Streit um den besten Anzug.

Gerade im richtigen Moment kommt der totgeglaubte Brammer nach Hause. Als er merkt, dass es seinen Geschwistern nur ums Geld geht, wirft er sie kurzerhand hinaus.

Nur Schwester Malwine liegt noch etwas auf dem Herzen. Hat sie ihrer Schwägerin doch zum Geburtstag einen „Baby-Bond“ geschenkt. Der war nahezu wertlos — wenn nicht eine Sonderauslosung der neuen Inhaberin zufällig 50 000 Mark beschert hätten. „Ich würde dir ja etwas abgeben“, sagt Mary Brammer scheinheilig, „aber es ist einfach nicht mehr genug da, als dass ich dir so eine kleine Summe anbieten könnte.“ Stattdessen hat sie ihrer Küchenhilfe Ulli (Jasmin Brade) 3000 Mark geschenkt. Geld, das die Kellnerin gut gebrauchen kann, schließlich hat sie sich in Adrian Pott (Gerrit Molt), Brammers Sohn aus erster Ehe, verliebt und will diesen heiraten.

„Das haben sie ganz toll gemacht, unser Sohn spielt auch mit“, schwärmt Giesela Manthey, „das Stück war richtig lustig.“ Besonders laut wird das Lachen im Zuschauerraum, als Publikumsliebling Amandus Sötje (Eckard Fründt) die Bühne betritt. Der Schwager von Karl Brammer liebt Schnaps und trinkt gerne mal einen zu viel — sehr zur Freude des Publikums. Wenn er angeheitert von seinem Freund, dem Trompeter Peter Petersen aus der Petersstraße erzählt, hört er von seiner Frau Malwine nur „halt den Rand“. Zuflucht sucht er deshalb in der Kneipe, in der er nicht nur Schnaps, sondern auch deftiges Essen bekommt. „Er hat es so lustig gespielt“, lobt Besucherin Katja Lieber, „ich konnte nicht mehr vor Lachen.“

Weitere Aufführungen
Wer das Stück „Mein Mann der fährt zur See“ sehen möchte, der hat am 16. November und am 30. November dazu Gelegenheit. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 20 Uhr. Karten für die Aufführungen im Bad Schwartauer Museum gibt es in der Geschäftsstelle der Lübecker Nachrichten, Markttwiete 8 in Bad Schwartau, oder in der Geschäftsstelle des Theaters, Falkenfelder Moor 6 in Lübeck. Die Karten kosten zehn Euro.

Maike Wegner

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