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Bad Schwartau Training mit Rolli und Rollator am Kirchenvorplatz
Lokales Bad Schwartau Training mit Rolli und Rollator am Kirchenvorplatz
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21:03 24.05.2016
Gerd-Peter Salzwedel vom Stadtverkehr Lübeck demonstriert mit Andrea Fuhr, wie man mit einem Rollstuhl per Rampe in den Bus kommt. Quelle: DD

An diesem einen Tag konnten ausnahmsweise mal nicht ganz so viele Autos parken auf dem Kirchenvorplatz in Stockelsdorf. Hier rollten nämlich ganz andere Fortbewegungsmittel lang – Rollatoren und Rollstühle. Auf einem abgesteckten Parcours und hinein in die zwei dort geparkten Busse und wieder hinaus. Mit ein paar Tricks ist das nämlich gar nicht so kompliziert, wie es aussieht. Wer das noch nicht wusste, der konnte das lernen beim ersten Stockelsdorfer Rollator-Tag.

In Stockelsdorf fand jetzt zum ersten Mal ein Rollator-Tag statt – Experten von Busgesellschaften und Sanitätshäusern erklärten Umgang und Wartung mit Rollator.

Fünf Stunden lang waren Experten vor Ort wie das Sanitätshaus Klindwort, der Orthopädietechniker Bauche, das DRK Stockelsdorf , der Stadtverkehr Lübeck und die RVG Ratekau mit jeweils einem Bus. Und natürlich war auch Angela Decker, die Inhaberin einer Physiotherapiepraxis in Stockelsdorf, dabei. Angela Decker ist die Initiatorin für diesen Tag und bekam dafür von allen Seiten Unterstützung – unter anderem vom Reha-Sport-Verein, vom Behindertenbeauftragten Heinz Koch sowie vom Bürgervorsteher Harald Werner. „Überall in Deutschland finden schon lange solche Rollator-Tage mit Erfolg statt“, so Angela Decker, „dann wird es Zeit, dass wir auch mal hier in Stockelsdorf einen machen.“

Dabei geht es nicht darum, das zu machen, was woanders gemacht wird, sondern darum, etwas zu machen, woran offenbar Bedarf besteht. Über den Tag verteilt waren ständig Besucher zum Rollator-Tag gekommen. Und zwar nicht, um nur zu gucken, sondern mit einem ganz speziellen Anliegen in Bezug auf ihre Gehilfe. Wie komme ich mit einem Rollator oder einem Rollstuhl am besten in einen Bus? Wie überwinde ich am sinnvollsten eine Bordsteinkante? Und wie sollte ich meinen Rollator warten? Diese und viele anderen Fragen galt es für die Besucher zu beantworten.

„Oft ist es so, dass die Leute einen Rollator verschrieben bekommen, den dann haben und damit allein gelassen werden in Bezug auf die Handhabung“, so Angela Decker. Der Rollator-Tag soll in dieser Hinsicht ein wenig Abhilfe schaffen.

Und dann gibt es noch Leute, die wollen einfach keinen Rollator benutzen aus Gründen der Eitelkeit. „Dabei ist dieses Hilfsmittel so sinnvoll“, so Angela Decker. Anna-Maria Bromboch schwört mit ihren 87 Jahren auf den Rollator. „Ohne bin ich nie unterwegs“, erzählt die Dame, die dieses Gerät auch regelmäßig als Hocker und Einkaufswagen nutzt. Seit 2012 benutzt sie diese Hilfe. „Das macht wirklich vieles leichter“, so Anna-Maria Bromboch, „ich weiß gar nicht, wie unsere Eltern früher ohne das Gerät klargekommen sind.“

„Also der Rollator-Tag hier läuft gut an“, befindet Bürgervorsteher Harald Werner, der daran erinnert, dass eigentlich die Norweger dieses Hilfsmittel schon vor vielen Jahren erfunden haben.

Es wurden auch Besucher aus Nachbargemeinden und Lübeck begrüßt in Stockelsdorf. Andrea Fuhr aus Lübeck sagt, sie habe festgestellt, dass die Mitmenschen auf Leute im Rollstuhl wie sie selbst in den vergangenen Jahren von allein zunehmend sensibler und hilfsbereiter reagieren. „Und ansonsten einfach um Hilfe bitten, wenn man sie braucht, dann bekommt man sie auch“, weiß Andrea Fuhr.

 Doreen Dankert

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