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Bad Schwartau Umzug geplatzt: Haus der Senioren zieht nicht zum Markt
Lokales Bad Schwartau Umzug geplatzt: Haus der Senioren zieht nicht zum Markt
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20:02 14.01.2016
Dieser Standort dierekt am Markt (ehemals Dresdner Bank) wird nun doch nicht von der Stadt Bad Schwartau als neues Senioren-Domizil angemietet.

Die Vorfreude war riesengroß und die Zukunft für das neue Haus der Senioren wurde rosarot gemalt. Anstelle des doch in die Jahre gekommenen Domizils in der Eutiner Straße sollte die ältere Generation künftig Quartier direkt am Markt beziehen. Doch aus der geplanten „Pole-Position“ für Bad Schwartaus Senioren wird nichts. Der Deal mit dem Eigentümer der Immobilie Markttwiete 2 (ehemals Dresdner Bank) ist geplatzt. „Die Voraussetzungen waren von Anfang an nicht die leichtesten. Der Vertrag war am Ende aber so, dass ich ihn nicht ruhigen Gewissens unterschreiben konnte“, sagt Bürgermeister Gerd Schuberth, der den tatsächlichen Knackpunkt aber nicht benennen will.

Nach LN-Informationen ist der Abschluss nicht an den ohnehin schon saftigen Miet- und Umbaukosten gescheitert. Die Kaltmiete für die rund 230 Quadratmeter soll bei rund 3000 Euro im Monat gelegen haben. Zudem war für die Herrichtung der Räume mit rund 50000 Euro geplant worden. Ob dieser hohen Kosten forderte die Politik schon im Vorfeld, dass die Räume nicht nur allein den Senioren der Stadt zugute kommen sollten. Auch der Bereich Jugendpflege sollte bei Bedarf die Räume nutzen dürfen. Doch im Mietvertrag wollte der Immobilienbesitzer wohl eine ausschließlich Nutzung durch die Senioren festgeschrieben wissen. Ungereimtheiten soll es zudem noch bei der Beteiligung an Gebäude-Nebenkosten gegeben haben. „Solche Differenzen sind nicht unüblich und kommen immer mal vor“, sagt Bauamtsleiter Thomas Sablowski, der lieber seinen Blick nach vorne und nicht zurück richtet. „Wir sind schon an neuen Standorten dran, die jetzt geprüft werden.“

Grundsätzlich stehe man auch nicht unter Druck. „Die Senioren haben ja ein Domizil. Vorerst geht alles wie gehabt weiter“, berichtet der Bauamtsleiter, der aber durchaus den Bedarf für eine neue Senioren-Unterkunft sieht. „Das Haus in der Eutiner Straße ist nicht nur dringend sanierungsbedürftig. Das Problem dort ist die Barrierefreiheit und die kriegt man auch nicht mit viel Geld hin“, weiß

Sablowski. Nach Aussagen des Bauamtes wäre das Gebäude auch nach einer aufwendigen Sanierung von rund 230000 Euro tatsächlich nicht barrierefrei.

Seniorenbeirat Hans-Dieter Saegling bedauert, dass der Umzug ins Herz der Stadt nicht klappt. „Das war schon ein absoluter Traumstandort direkt am Markt. Wir hätten dort viel mehr Platz für größere Veranstaltungen wie einen regelmäßigen Tanztee gehabt“, erklärt Saegling, der aber auch die Bedenken der Verwaltung akzeptiert. Schließlich gehe es auch um eine Menge Geld. „Eigentlich waren die Modalitäten ja schon im Vorfeld geklärt. Es ist dann schon merkwürdig, wenn am Ende etwas anderes im Vertrag steht.“

Sebastian Prey

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