Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Unfallteam der Feuerwehr kämpft um Punkte
Lokales Bad Schwartau Unfallteam der Feuerwehr kämpft um Punkte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:17 10.06.2016
Sechster Schritt: Der Verletzte wird mit einer Trage abtransportiert und kann behandelt werden.

Ein Frontalcrash, ein eingeklemmter Beifahrer: Bei Verkehrsunfällen ist das ein häufiges Szenario. „Bei 90 Prozent der Unfälle sind Personen im Fußraum eingeklemmt“, weiß Jan Brunkhorst von der Feuerwehr Bad Schwartau-Rensefeld. Und so sah denn auch die Übung aus, die das neu gegründete Technische Rettungsteam (TRT) geprobt hat.

In der Feuerwehr Bad Schwartau/Rensefeld hat sich Technisches Rettungsteam gebildet – An diesem Wochenende misst sich das Team mit anderen bei der „Rescue Challenge“.

Grund für das Probetraining seit Wochen ist die „Rescue Challenge“ der Vereinigung zur Förderung des deutschen Unfallrettungswesens in Osnabrück. Sie findet heute und morgen statt. Es ist eine Art Wettkampf, bei der 19 Unfallrettungsteams aus Deutschland und dem umliegenden Ausland antreten. Unter realitätsnahen Bedingungen werden Szenarien unter sich ändernden Rahmenbedingungen absolviert.

Beim Rapid Szenario gilt es innerhalb von zehn Minuten es eine Person mit einem Team aus sechs Personen zu versorgen und zu befreien. Der Gesundheitszustand ist nicht stabil und kann je nach Lage kritisch werden. Beim Standard-Szenario muss in 20 Minuten eine Person medizinisch versorgt und befreit werden. Der Gesundheitszustand des Eingeklemmten bleibt stabil, wenn er richtig überprüft und versorgt wird.

Wie das aussehen kann, hat das Team zu Hause auf dem heimischen Hof der Feuerwehr mehrfach simuliert: Ein verkappter Frontalcrash. Das Team trifft am Unfallort ein, es geht um jede Minute. Der Teamleader macht sich ein Bild von der Lage, von den Gefahren, etwa Gastanks, auslaufende Betriebsstoffe, abrutschende Autos oder elektrische Geräte. Ein Sanitäter nimmt Kontakt zum Unfallopfer auf, versucht vor allem, dass dieser starr geradeaus schaut und sich möglichst nicht bewegt. Das Rettungsteam hat in der Zeit das Werkzeug fein säuberlich ausgebreitet, wie das Besteck eines Chirurgen.

„Ein eigenes Chaos im Chaos ist nicht zielführend“, sagt Jan Brunkhorst.

Jetzt wird zunächst das Auto so gesichert, dass es die Position nicht mehr verändern kann – vorher passiert gar nichts. Das Opfer wird vor allem im Bereich der Halswirbelsäule stabilisiert und dann die Befreiung eingeleitet: Mit schwerem Gerät wird der Kotflügel zusammengedrückt. „Dadurch entsteht ein Spalt in der A-Säule des PKW“, erklärt Jan Brunkhorst. Mit dem Spreizer können die Lebensretter kurzerhand die Scharniere aufsprengen und die Tür abnehmen. „Die Sicherheit hat dabei oberste Priorität“, sagt der Feuerwehrmann. Der Verunfallte muss vor Glassplittern und scharfen Kanten geschützt werden. Auf einer Trage wird der Patient abtransportiert.

Zeit: Etwas mehr als elf Minuten. Elf Minuten, die über Leben oder Tod entscheiden können. „Seit Anfang des Jahres üben wir“, sagt Teamleader Phillipp Müller. „Wir haben bestimmt schon zehn Autos zerlegt.“ Denn wie die Situation genau aussehen wird, wissen sie vor der Challenge nicht. „Vielleicht liegt das Auto auf dem Dach oder ist von drei Seiten nicht zugänglich.“ Wie auch immer, Ansporn der Jungs ist es, Erfahrungen zu sammeln.

Das Technische Rettungsteam besteht aus engagierten Kameraden, die sich zusammengeschlossen haben, um in der Technischen Hilfeleistung, speziell in der Verkehrsunfallrettung, besser zu werden. „Die Rescue Challenge ist auch kein Wettkampf im herkömmlichen Sinn. Denn durch das Beobachten der anderen Teams, Gespräche und Diskussionen mit anderen Teilnehmern sowie den Einsatznachbesprechungen wird neues Wissen erworben oder vorhandenes vertieft“, erklärt Phillipp Müller.

Irene Burow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Morgen um 10 Uhr ist es soweit: Dann fällt der Starschuss für die Sommerbiathlon-Premiere in Bad Schwartau. Bogenschießen und Skiroller sind die Disziplinen.

10.06.2016

Im August soll der nächste Medikamenten-Transport mit Unterstützung der Bundeswehr auf Reisen gehen – Verein benötigt dringend weitere Sach- und Geldspenden.

10.06.2016

Ungewöhnliche Aktion einer 89-jährigen Dame aus Ratzeburg. Die Seniorin sammelt bei ihrer Tour mit dem E-Scooter von Ratzeburg nach Kiel Spenden für den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

10.06.2016
Anzeige