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Bad Schwartau Unizell gehört zu den Top-Ausbildern
Lokales Bad Schwartau Unizell gehört zu den Top-Ausbildern
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20:43 16.06.2017
Mitglied in der Unizell-Geschäftsleitung, Cordes Burmester, und Geschäftsführerin von Unizell, Stefanie Kunz, führten IHK-Geschäftsführer Lars Schöning und IHK-Präses Friederike C. Kühn (v.l.) durch den vor einem Jahr eingeweihten Firmensitz in Bad Schwartau. Quelle: Fotos: Irene Burow

Das Bad Schwartauer Unternehmen Unizell Medicare GmbH setzt sich überdurchschnittlich für seine Nachwuchskräfte ein: Der Gesundheitsdienstleister ist in dieser Woche von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck mit dem Ausbildungs-Award ausgezeichnet worden. Eine Bescheinigung, mit der die IHK geizt: Von 65000 Mitgliedsbetrieben im Kammerbezirk werden maximal zehn pro Jahr bedacht. „Das ist schon eine Hausnummer, deswegen ist dieser Termin immer eine große Freude für uns“, sagte Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck, beim Besuch und Rundgang bei Unizell.

IHK zeichnet Unternehmen für überdurchschnittliches Engagement mit seltenem Award aus.

Weder gibt es ein Punktesystem, noch kann man sich bewerben: Es wird einfach ganz genau hingesehen. „Die Ausbildung hat hier einen hohen Stellenwert. Sie ist fundiert und nachhaltig – ein Garant, um Fachkräfte zu binden“, so Kühn. Das Leben mit der Belegschaft über das Maß hinaus gehöre zur Identität des Unternehmens, das sei ein enormer Wettbewerbsvorteil.

Schon Schüler aus der Region arbeiten bei Unizell in Aushilfsjobs, und nicht selten führt das zu einer Bewerbung. Jedes Team beherbergt mindestens einen Azubi, auch das ist eine besondere Form der Wertschätzung. Die Lehrlinge überzeugen mit guten Prüfungsergebnissen, zudem ist die Übernahmequote groß – 100 Prozent, mehr geht nicht. „Wir bieten es jedem Auszubildenden an“, sagt Cordes Burmester, Mitglied der Geschäftsleitung. Und wenn es doch mal hakt, „dann sitzen wir schon mal mit Vertrauenspersonen der Jugendlichen zusammen und suchen eine Lösung“. Wenn jemand öfter zu spät zur Arbeit kommt zum Beispiel. Das Unternehmen glänzt mit sozialer Kompetenz: „Sie haben ein Herz auch für diejenigen, die nicht mehr überall auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance hätten“, sagt Friederike C. Kühn. Vor einem Jahr stellte das Unternehmen eine junge Frau ein, die im Straßenmagazin „Hempels“ ihre Lage schilderte: Ohne Ausbildungsplatz drohte ihr die Langzeitarbeitslosigkeit.

Kurzerhand hat Unizell ihr einen Ausbildungsplatz zur Groß- und Außenhandelskauffrau angeboten.

Für so ein Engagement brauche es eine Menge Empathie, ein gehöriges Maß an Psychologie, Nervenstärke, Geduld und Toleranz, hieß es in der Begründung der IHK. „Es ist das ganz normale Leben junger Menschen und das müssen wir begleiten“, sagte Kühn. „Deswegen zeichnen wir auch nur die richtig guten Ausbildungsbetriebe aus.“ Verantwortlich seien im Unternehmen aber nicht nur die Chefetage, sondern alle Mitarbeiter. Und so lautete denn auch auch der Appell von IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning an die Azubis und Mitarbeiter: „Das ist der allerbeste Weg in die Karriere, Sie sind nicht Mittelmaß, sondern gut qualifiziert. Nutzen Sie das, und kümmern sich auch um die folgenden Auszubildenden, damit das System auch nachhaltig weiter wirkt.“

„Es ist eine Ehre für uns“, sagte Cordes Burmester zu der Auszeichnung. „Es ist viel Arbeit, die uns aber auch immer etwas zurückgibt.“ Die eigenen Azubis hätten in der Firma bisher schon jegliche Positionen erreicht, die möglich sind. Der Award sei ein Anlass, diesen Weg noch weiter zu bekräftigen, auszubauen und fortzuführen. Derzeit hat Unizell sieben Lehrlinge; pro Jahr kommen aktuell immer zwei dazu.

Ehemalige Azubis in alle Abteilungen

Unizell Medicare wurde 1986 als reiner Zellstoffgroßhandel gegründet. Mittlerweile gehört das Unternehmen zu den führenden Anbietern im Bereich medizinischer Pflegeprodukte. Als Vollversorger betreut die Firma bundesweit 1000 Pflegeeinrichtungen, über 150 Kliniken und 2000 Pflegedienste; liefert Altenheimbedarf, Rehabilitationsmittel, Hygieneprodukte, Ärztebedarf, Inkontinenzprodukte, enterale Nahrungsmittel.

Beschäftigt sind rund 130 Mitarbeiter. Ausgebildet werden durchweg Groß- und Einzelhandelskaufleute. Viele von ihnen sind ehemalige Azubis. Cordes Burmester aus der Geschäftsleitung gehört zum Beispiel dazu. Christopher Niemann, Chef der gesamten Onlineverkauf-Strategie, hat diverse Abteilungen durchlaufen. Sonja Möller wurde 2006 übernommen und arbeitet in der Abteilung für elektronische Abrechnungen.

Irene Burow

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