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Bad Schwartau Vandalismus: Bahnhofshalle bleibt zu
Lokales Bad Schwartau Vandalismus: Bahnhofshalle bleibt zu
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22:24 11.07.2018
„Vandalismus an Bahnhöfen ist in vielen Städten ein Problem.“ Bernd Kubsch Ordnungsamtsleiter

Die Überwachung mit Kameras ist allerdings kein Allheilmittel. Das muss die Stadt Bad Schwartau immer wieder im Bereich des Bahnhofs feststellen. Jetzt hat die Stadt die Notbremse gezogen: Bis auf Weiteres bleibt die Bahnhofshalle geschlossen. So ganz überraschend kommt dieser Schritt nicht. „Wir haben schon bei Zeiten den Fahrkartenautomaten nach draußen verlegt“, berichtet Ordnungsamtsleiter Bernd Kubsch. Der Bahnhof sei wie in fast allen anderen Städten auch ein Brennpunkt für Vandalismus. Regelmäßig gab es Schmierereien an den Wänden, Zerstörungen bei den Toiletten und wurden auch die Wasserhähne über Nacht aufgedreht. Ein weiteres Problem: Häufig nutzten Obdachlose die Halle als Unterkunft und Schlafplatz. So habe es viele Beschwerden von Reisenden gegeben und auch die Polizei habe häufiger Einsätze am Bahnhof gehabt. Abgesehen vom Bahnhof, der rund um die Uhr von neun Kameras überwacht wird, hält sich laut Kubsch der Vandalismus im Stadtgebiet in Grenzen.

Beschmierte Wände, eingeschlagene Lampen und angekokelte Bänke: Vandalismus wird für Ostholsteins Kommunen zum echten – und teuren – Problem. Der Ärger über die mutwillige Zerstörung ist groß. In Heiligenhafen ist jetzt sogar eine Kameraüberwachung im Gespräch.

Bad Schwartau hat unlängst auch prüfen lassen, ob es eine rechtliche Grundlage für eine Kameraüberwachung in Bahnhofsnähe an der Unterführung zur Nikolausstraße gibt. Von weiteren Kameras hat die Stadt Bad Schwartau dann allerdings Abstand genommen. Zwei Rechtsreferendarinnen hatten sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und keine rechtliche Grundlage dafür gesehen. So sei Bad Schwartau eine Kleinstadt mit relativ geringem kriminellen Potential und auch der Tunnel sei kein Kriminalitätsschwerpunkt.

In Heiligenhafen will man sich nun aber um eine Kameraüberwachung am Markt bemühen. Grund: Die besonders schlimme Situation laut Bauamtsleiter Roland Pfündl bei den öffentlichen Toiletten. Allein für Reparaturen am (erst vor zwei Jahren von grundauf sanierten) Rathaus-WC habe die Stadt dieses Jahr bereits mehr als 10000 Euro bezahlt. Die Automatiktüren würden nachts regelmäßig demoliert, Toiletten und Abflüsse mit Papier verstopft. Bei der öffentlichen Toilette am Wilhelmsplatz sehe es ähnlich aus.

Woran man erkenne, dass auch eine Benutzungsgebühr – am Wilhelmsplatz müssen 50 Cent bezahlt werden – die Verwüster nicht abschrecke, so Bürgermeister Heiko Müller (parteilos). Ohnehin sei er der Auffassung, dass öffentliche WCs eigentlich ein kostenloser Service sein müssten. Da die Anlagen jedoch immer wieder bewusst zerstört würden, sei die Stadt zu zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen gezwungen. Der Verwaltungschef plädiert für eine Kameraüberwachung des Eingangsbereichs am Markt. Zwar sei das mit Blick auf den Datenschutz grundsätzlich schwierig, unter bestimmten Voraussetzungen – wie wiederholtem Vandalismus – aber möglich.

Während auch Geschäftsleute in Timmendorfer Strand schon seit Längerem für mehr Sicherheit durch Kameras plädieren (die LN berichteten), würde so etwas in

Ratekau laut Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) derweil vermutlich nicht viel helfen. Die Randale konzentriere sich nicht auf bestimmte Orte. Das größte Problem seien Graffiti.

Insgesamt habe die Gemeinde im vergangenen Jahr knapp 10000 Euro als Folge von Vandalismus-Schäden ausgegeben.

Auch in Oldenburg ist der Ärger regelmäßig groß. Burkhard Naß von der Stadtverwaltung berichtet unter anderem von aufgebrochenen Verteilerkästen, beschädigten Straßenlaternen und herausgerissenen Pflanzen. Von einem neu eingerichteten Grillplatz im Stadtpark sei schon in der ersten Nacht das Grillrost gestohlen worden. Auch habe die Sitzgruppe innerhalb von nur zwei Wochen schon dreimal von Graffiti-Kritzeleien gesäubert werden müssen. Naß: „Die Stadt richtet etwas für die Allgemeinheit her und es wird kaputt gemacht – warum?“

In der Stadt Neustadt setzt man darauf, vermeintliche „Verschönerungen“ immer ganz schnell zu entfernen. Die Hoffnung ist es, selbst ernannte Künstler dadurch zu entmutigen. Generell sehe sie keine übermäßigen Probleme mit Vandalismus, so Bauamtsleiterin Antje Weise.

Von J. Binder und S. Prey

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