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Bad Schwartau Verabschiedung und Begrüßung in der Christuskirche
Lokales Bad Schwartau Verabschiedung und Begrüßung in der Christuskirche
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19:12 03.07.2017
Propst Peter Barz (Mitte) verabschiedete Simon Paschen am Sonntag in der Christuskirche als Gemeindepastor. Seine Pfarrstelle hat jetzt Bente Küster offiziell übernommen. Quelle: Foto: S. Prey
Bad Schwartau

Abschied nehmen ist nicht immer einfach. Meistens sind Verabschiedungen auch traurig. „Dann möchte man am liebsten bleiben“, sagte Pastor Simon Paschen in seinem letzten Gottesdienst in der Kirchengemeinde Bad Schwartau. Doch Trauerstimmung sollte an diesem Sonntagmorgen in der Christuskirche gar nicht aufkommen. Dafür sorgten auch Paschens Nachfolgerin Bente Küster und Propst Peter Barz, der von einem „wunderbaren Übergang“ sprach und die beiden Pastoren symbolträchtig über eine mitgebrachte Schwelle im Altarraum gehen ließ. Umrahmt wurde der „Schwellen-Gottesdienst“ (Propst Barz) mit rund 100 Zuhörern auch durch ein abwechslungsreiches Musikangebot mit Musik von Joseph Martin Kraus, Antonin Dvorak, modernen Glaubensliedern und schönen Gesang-Soli von Kirchenmusikerin Hedwig Geske.

Paschen wählte als Grundlage für seine Verabschiedung einen Brief des Apostel Paulus an die Römer und zeigte damit auch, dass er weiter mit den Menschen in der Gemeinde verbunden bleiben wird. „Weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes“, sagte Paschen und bedankte sich bei den Menschen in der Gemeinde. „Es ist eine lebendige Gemeinde. Ich habe auch den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit sehr geschätzt“, erklärte Paschen, der von bewegten Jahren sprach. „Mögen sich unsere Wege heute auch trennen, werden wir verbunden bleiben“, erklärte Paschen, der bereits seine neue Stelle als Krankenhaus-Seelsorger in Hamburg (siehe Infokasten) angetreten hat. Mit seiner Ehefrau Gesa Paschen, die weiter in der Cleverbrücker Kirchengemeinde als Pastorin wirkt, bleibt der 36-Jährige jedoch in Bad Schwartau wohnen. Propst Peter Barz würdigte Paschens Arbeit und Einsatz in der Gemeinde. „Sie haben einen Besuchsdienst aufgebaut, waren in der Flüchtlingshilfe aktiv und sind nach Krankheits- und Todesfällen als Krisenmanager bis an ihre Grenzen gegangen“, bedankte sich Barz und schenkte ihm zum Abschied und als Dankeschön ein Holzkästchen als „Altar zum Mitnehmen“.

Pastorin Bente Küster führte sich mit einer unterhaltsamen Geschichte aus ihrer Kindheit ein. Sie sprach über Beethovens Klavierstück „Wut über den verlorenen Groschen“ und die Erklärungen des Moderators Will Quadflieg. Sie nannte zahlreiche Wichtig- und Nichtigkeiten, die einen wütend machen können – die nächtliche Abschiebung von Flüchtlingen oder das einfache Wütend-Sein über sich selbst, weil man ein Dokument oder Papier zu gut weggelegt hat und nicht mehr finden kann. „Etwas verloren haben, kann richtig wütend machen“, berichtete Küster, die in dem Psalm 121 aber auch viel Hoffnung und Platz für Träume sieht. „ Gott bleibt an unserer Seite, selbst wenn wir uns nicht mehr im Spiegel ansehen mögen. Gott gibt uns nicht verloren. Die Bibel ist voller Geschichten, die das bezeugen“, sagte Pastorin Küster.

Zusatzausbildung in der Seelsorge

Im Februar 2013 hat Pastor Simon Paschen die Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Bad Schwartau angetreten. Zunächst noch als Pastor zur Anstellung – im Mai 2016 erfolgte die Einführung zum Pastor auf Lebenszeit. Seit Juni ist Simon Paschen nun als Krankenhaus- Seelsorger in der Asklepios Klinik in Hamburg-Barmbek. Auf diese Aufgabe hat sich Paschen schon lange vorbereitet. „Ich habe in den vergangenen Jahren eine pastoralpsychologische Zusatzausbildung in der Seelsorge gemacht“, sagt Paschen, der seinen beruflichen Schwerpunkt schon immer in der Seelsorge gesehen hat. Es reizt ihn zudem auch, Kirche an einem anderen Ort mitzugestalten. „Ich war früher schon bei der Seemannsmission und in der Gefängnisseelsorge“, berichtet Paschen, der neben den Patienten (rund 700 Betten) auch die rund 1500 Mitarbeiter betreut. Ein Nachmittag in der Woche ist Paschen auch im Hospiz am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg Alsterdorf tätig.

Sebastian Prey

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