Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Verdienstmedaille für Bad Schwartauerin
Lokales Bad Schwartau Verdienstmedaille für Bad Schwartauerin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:12 04.03.2016
Torsten Albig zeichnete Renate Rubach stellvertretend für den Bundespräsidenten aus.

Diesen Gang zum Briefkasten wird Renate Rubach aus Bad Schwartau wohl nie vergessen. Als die 76-Jährige durch ihre Post blättert, sticht ihr ein Brief ins Auge — vom Ministerpräsidenten. „Ich war vollkommen überrascht“, sagt Renate Rubach. Sie soll mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland für ihr ehrenamtliches Engagement für den katholischen Frauenverband ausgezeichnet werden. So geschehen: Die Auszeichnung hat sie jüngst von Ministerpräsident Torsten Albig in Kiel überreicht bekommen.

Diesen Gang zum Briefkasten wird Renate Rubach aus Bad Schwartau wohl nie vergessen. Als die 76-Jährige durch ihre Post blättert, sticht ihr ein Brief ins Auge — vom Ministerpräsidenten.

Religion bedeutet für mich alles. Es ist tröstend, einen Glauben zu haben, zu wissen, dass immer jemand da ist und dich nicht fallen lässt.“ Renate Rubach (76)

„Das ist alles so aufregend“, sagt die engagierte Katholikin, als sie gestern Zuhause die blaue Schatulle, die der goldene Bundesadler ziert, öffnet. Zum Vorschein kommt die Verdienstmedaille. Sie wird an Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik. „Ich weiß noch gar nicht, wo ich die hinstellen soll.“

In das Ehrenamt investierte Rubach jahrzehntelang viel Zeit, und auch an diesem Tag ist der Terminplan voll. „Schon als Jugendliche war ich ehrenamtlich tätig“, erinnert sich Rubach. Im Krieg ist sie mit ihrer Familie aus Schlesien zu einem Onkel in Kücknitz geflüchtet. Dort hat sich die Familie gleich engagiert, „um Freunde zu finden“. Rubach leitete zunächst die Mädchengruppe in Kücknitz, dann ging sie in den Jugendvorstand nach Lübeck.

„Ich habe geheiratet und zwei Söhne bekommen, da habe ich dort aufgehört“, sagt sie, „und in Kücknitz einen Frauenvorstand gebildet“. 30 Jahre hat sie Veranstaltungen und Aktivitäten organisiert.

„Damals waren wir froh, dass wir unter uns waren“, sagt sie und schmunzelt.

Es folgte eine steile Karriere im Ehrenamt. Seit 1978 ist Rubach Mitglied der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd). 1992 wurde sie eine von zwei Regionalsprecherinnen für Schleswig-Holstein. 1995 war sie Mitbegründerin des kfd-Bistums Hamburg und bis 2004 dessen Vorsitzende. „Ich habe mich scheiden lassen, dadurch konnte ich mich im Ehrenamt ausleben“, sagt Rubach — und kann heute darüber lachen. Innerhalb der kfd spezialisierte sie sich auf den Bereich „bf“. „Berufstätige!“, sagt Rubach. Dort übernahm sie den Vorsitz. „Ich selbst bin kaufmännische Angestellte und war in der Kirchen-Verwaltung tätig“, sagt sie. „Wir haben uns auf Bundesebene etwa dafür eingesetzt, dass Frauen meiner Altersklasse mehr Rentenpunkte bekommen.“ Zwei Amtszeiten später macht Rubach Schluss.

„Ich bin seitdem nur noch vor Ort tätig, ich vertrete die kfd auf Stadtebene.“

„Religion bedeutet für mich alles“, sagt Rubach. „Es ist tröstend, einen Glauben zu haben, zu wissen, dass jemand da ist und dich nicht fallen lässt.“ Das hat sie durch schwere Zeiten gebracht. Zwei Mal ist sie an Krebs erkrankt. „Ich wusste, ich werde begleitet. Besonders geholfen hat mir die Unterstützung, in den Gruppen wurde für mich gebetet“, sagt sie. „Im Ehrenamt ist es schön, etwas für andere tun zu können — wenn‘s nur Zuhören ist. Es bedeutet aber auch Dankbarkeit, das ist ja nicht einseitig.“

Für die Zukunft hat sich Renate Rubach vorgenommen, die Kontakte und Freundschaften, die sich durch ihre Arbeit entwickelt haben, zu pflegen. Dann zeigt Renate Rubach ein Blech mit Kuchen, ein Frühlingskuchen mit Zitrone. „Den habe ich gebacken, heute ist Weltgebetstag und wir feiern gleich in der Frauenrunde.“

Von Kim Meyer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für die Stadt Bad Schwartau ist eine neue Informationsbroschüre in Arbeit: Aufbereitet wird sie unter dem Motto „Informativ, servicefreundlich und hilfreich“. Das teilt die Stadt mit.

04.03.2016

Der diesjährige Kreislandfrauen-Tag findet am Donnerstag, 17. März, in Eutin statt.

04.03.2016

In seinem dritten illegal gedrehten Film bittet Jafar Panahi zu einer Taxifahrt durch die Straßen der iranischen Hauptstadt Teheran.

05.03.2016
Anzeige