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Verliebt in die mexikanische Küche

Stockelsdorf Verliebt in die mexikanische Küche

Der Stockelsdorfer Patrick Bormann (19) berichtet von seinem Auslandsjahr als Englischlehrer.

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Patrick Bormann genießt die mexikanische Küche und gesteht, dass es schwer ist, bei einem Daueraufenthalt hier sein Gewicht zu halten.

Quelle: Fotos: Bormann

Merida. Seit fast einem Jahr bin ich jetzt in Mexiko, um im Auftrag einer Austauschorganisation an einer Schule als Englischlehrer zu arbeiten. Ich habe schon eine Menge erlebt und kennengelernt in diesem faszinierenden Land. Und diesmal möchte ich etwas über das Essen berichten.

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Der Stockelsdorfer Patrick Bormann (19) berichtet von seinem Auslandsjahr als Englischlehrer.

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Eines der wichtigsten Dinge überhaupt in der mexikanischen Kultur, in der Tradition und allgemein in der Art zu leben, das ist das Essen. Keinem anderen Gebiet wird so viel Interesse von so vielen Menschen gewidmet, wie der Zubereitung und dem Verzehr von Speisen. Diese Mentalität hat mir am Anfang sehr geholfen, als mein Spanisch noch nicht so ausgereift war, längere und kompliziertere Konversationen zu führen. Denn ein Gespräch über ihr Lieblingsthema kann man mit den Mexikanern immer führen, wenn sie einen stundenlang fragen, welche hiesigen Gerichte man schon probiert habe.

Ich konnte die meisten dieser Fragen aber schon sehr früh bejahen, da das mexikanische und insbesondere das yucatecische Essen deliziös ist. Es ist sehr anders, und man muss sich an viele für uns seltsame Mischungen und Kombinationen von einzelnen Zutaten gewöhnen. Ein Beispiel dafür ist die Michelada. Dazu wird eine Creme aus verschiedenen Chilisaucen, Ketchup, Salz, Worchestersauce und weiteren Zutaten, die man normalerweise einem herzhaftem Gericht beifügt, vermischt, mit Bier übergossen und dann als alkoholisches Erfrischungsgetränk getrunken. Wenn man sich aber auf diese seltsamen Kombinationen einlässt, kann man leicht den Eindruck bekommen, das leckerste Essen der Welt zu probieren.

Im Allgemeinen kochen die Mexikaner sehr reichhaltig und fettig. Die Hauptnahrungsmittel, die die Basis für die meisten Gerichte darstellen, sind Mais, Bohnen und – hier im Süden zwar nicht aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheiten von Boden und Klima, aber dafür im Rest der Republik – „Nopal“. Das sind kleine grüne Gemüsestreifen mit einer sehr weichen und gewöhnungsbedürftigen Konsistenz, die von einer Kaktuspflanze gewonnen werden, die im Zentrum und im Norden Mexikos in Massen wächst. Und natürlich das Chili, das darf nie fehlen. Ich hätte niemals gedacht, dass es so viele verschiedene Chilisorten auf der Welt gibt, die auch sämtliche Geschmacksrichtungen haben von mild-würzig bis „Hölle auf deiner Zunge“. Und die Mexikaner konsumieren sie alle, vorzugsweise die höllisch scharfen natürlich. Es wird keine Ausnahme gemacht, welche Lebensmittel mit Chili gegessen werden, denn es gibt zum Beispiel Süßigkeiten mit Chili oder man isst auch gerne Früchte wie Mango oder Orange mit Chili. Und trotzdem geht nichts in Mexiko ohne Mais.

Mais als Hauptnahrungsmittel benutzt man, um Teig herzustellen, aus dem dann die sogenannten „Tortillas“ gemacht werden, einfache Runde Teigfladen, die ohne Ausnahme zu jeder Mahlzeit serviert werden. Man gewöhnt sich schnell daran, dieses zu tun, da man komisch angeguckt wird, wenn man sein Fleisch und Gemüse mit Messer und Gabel isst. Ein richtiger Mexikaner ist man erst, wenn man sein Essen mit Tortilla statt mit Besteck isst. Und so „tortilla-gerecht“ wird das Essen dann auch meistens zubereitet. Das Fleisch wird kleingeschnitten und mit dem Gemüse – oder was auch immer man für Zutaten benutzt – vermischt, damit sich dann eine Mixtur ergibt, die hervorragend auf die Tortillas geschmiert werden kann. Die Tortillas werden dann eingerollt und auf diese Weise verspeist. Die Tortillas mit Füllung nennt man „Tacos“.

Eine dieser Arten, das Fleisch genauso zuzubereiten, ist die sogenannte und in Mexiko sehr berühmte und beliebte „Mole“, ein Gericht, was sich für europäische Geschmäcker im ersten Moment seltsam anhört. Dabei werden Chilis gemahlen und zusammen mit Erdnüssen und Schokolade zu einer cremigen Soße vermischt, in der dann Rind- oder Schweinefleisch gekocht wird.

Diese Gerichte werden dann zum Mittag gegessen, wenn die ganze Familie beisammensitzt, zusammen isst und sich über den Tag austauscht. Das ist eine Mentalität, die mir sehr gefällt, dass selbst an einem alltäglichen stressigen Arbeitstag die ganze Familie versucht, zur Mittagszeit zusammenzukommen und gemeinsam zu essen.

Aber auch das Frühstück fällt sehr extravagant aus. Meistens besteht es darin, einen Maisfladen auf eine gewisse Art zuzubereiten. In Yucatan sind dieses die berühmten „Panuchos“, „Salbutos“ und „Sopes“. Man kann wirklich sagen, dass alle drei Dinge ein Maisteigfladen sind, der frittiert und dann mit verschiedenen Gemüsesorten und Fleisch bestückt wird. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Fladen verschieden lang fritiert werden, so dass die Produkte alle verschieden knusprig sind und für jeden Geschmack etwas dabei ist. Dies ist auch etwas, was mir am Anfang beim Lernen nicht im Kopf hängen bleiben wollte, da so viele Gerichte komplett unterschiedliche Namen haben, obwohl sie in Fällen, wie diesem, eigentlich das Gleiche sind.

Abschließend, um mein Lieblingsgericht aus Yucatan vorzustellen, muss man wissen, dass hier in Yucatan, wo man dicht am Wasser lebt, auch sehr viel Fisch gegessen wird. Eine Delikatesse, die man an jedem Stand und in jedem Restaurant finden kann ist „Ceviche“. Dies ist ein Gericht aus verschiedenen Meeresfrüchten wie Krabben, Krebsfleisch, Muscheln, Tintenfisch und Fisch, wie Dorsch. Gemischt wird es mit Tomaten, Zwiebeln und Koriander. Das alles wird dann in einem Bad aus Limettensaft ertränkt – eine sehr leckere Kombination.

Insgesamt ist zu sagen, dass ich mich sehr in die mexikanische und yucatecische Küche verliebt habe und es schier unmöglich ist, nach einem Jahr Aufenthalt in diesem Land, sein Gewicht zu halten .

. .

Rezept: Mexikanische Spezialität

Rezept: Ceviche, Zutaten für 4 Portionen:

400 g Meeresfrüchte 6 große Tomaten 3 Zwiebeln 8 Limetten Strauch Koriander Salz Pfeffer

Zubereitung: Man gebe die Meeresfrüchte in eine Schüssel und beträufle sie komplett mit dem Saft der gesamten Limetten. Man füge Salz hinzu und stelle die Mischung eine halbe Stunde lang kalt. Währenddessen schneide man die Zwiebeln, den Koriander und die Tomaten und gebe sie dann auch in dieser Reihenfolge zu dem Gemisch dazu, da die einzelnen Gemüsesorten verschieden viel Zeit brauchen, um den Limettensaft aufzusaugen. Vorsichtig umrühren und vermischen und kalt mit zum Beispiel Tortilla-Chips zum Dippen servieren.

Patrick Bormann

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