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Bad Schwartau Vier Jahre Gefängnis für „Rückfalltäter“
Lokales Bad Schwartau Vier Jahre Gefängnis für „Rückfalltäter“
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20:34 31.05.2018
Lübeck

„Sie sind ein klassischer Rückfalltäter“, erklärte der Vorsitzende Richter Kai Schröder in seiner Urteilsbegründung. Ein Satz, der viel über das Leben des Angeklagten Rene B. (Name geändert) sagt.

Der 37-jährige Vater von zwei Kindern (vier und sieben Jahre) hat schon mehrfach wegen unterschiedlichster Straftaten eingesessen. Zuletzt kam Rene B. im März 2017 wieder auf freien Fuß. Nur zwei Monate später versuchte er, in ein Einfamilienhaus in der Straße Bei den Obstgärten in Buntekuh einzubrechen. Einige Tage später war er in der Bad Schwartauer Gneisenaustraße erfolgreich: Dort hebelte er die Terrassentür auf und entwendete Schmuck im Wert von mehr als 2000 Euro. Im August hebelte Rene B. dann das Badezimmerfenster eines Wohnhauses in der Schwartauer Straße in Sereetz auf.

Auch hier erbeutete er Schmuck.

Am ersten Verhandlungstag schilderte Rene B., der teilweise in einem Heim bei Kiel aufgewachsen ist und nur über einen Sonderschulabschluss verfügt, vor Gericht seine schwierige Situation nach seiner letztenHaftentlassung. Wegen fehlender Papiere habe er keine staatliche Unterstützung bekommen und beantragen können. Er sei zu seiner Lebensgefährtin und den Kindern gezogen, habe finanzielle Probleme gehabt und ein schlechtes Gewissen gegenüber seiner Familie. „Ich wollte zeigen, dass ich für meine Familie sorgen kann.“ Also „besorgte“ er Geld in fremden Häusern. Sein Anwalt Andreas Mosenheuer wollte das Vorgehen seines Mandanten nicht beschönigen, aber er plädierte dafür, nicht immer mit härteren Strafen auf neue Straftaten zu reagieren. „Es ist nicht die fehlende Einsicht bei meinen Mandanten. Die Aufgabe des Strafvollzugs muss aber ernster genommen werden und dazu gehört auch eine entsprechende Vorbereitung auf die Haftentlassung“, mahnte Mosenheuer, der eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren beantragte.

Richter Schröder folgte aber viel mehr Staatsanwalt Christian Meyer, der für Rene B. eine vierjährige Haftstrafe beantragt hatte. Richter Schröder: „Durch einen langen Vollzug besteht auch die Chance, dort eine Ausbildung zu beginnen.“ Verteidiger Mosenheuer kündigte an, möglicherweise Rechtsmittel einlegen zu wollen.

Der Mitangeklagte Walter H. (45, name geändert), der in einem Fall half, den erbeuteten Schmuck zu verkaufen, wurde von der III. Großen Strafkammer wegen Hehlerei zu fünf Monaten Haft verurteilt. Mit diesem Strafmaß, das Staatsanwalt Meyer beantragt hatte, zeigte sich auch Hs. Verteidiger Nicolai Preuß zufrieden.

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