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Bad Schwartau Von Friseur bis Polizist: Welcher Beruf passt zu wem?
Lokales Bad Schwartau Von Friseur bis Polizist: Welcher Beruf passt zu wem?
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13:18 13.11.2013
Polizeikommissar Ralf Schütt erzählt Maibritt (li.) und Lea (beide 13) von seiner Ausbildung. Quelle: Fotos: Binder
Bad Schwartau

Wie sportlich muss ein Polizist sein? Wieviel Zeit verbringt man bei einer Ausbildung zum Informatik-Kaufmann in der Schule? Und wie früh steht ein Bäcker tatsächlich auf? Bei der Berufsorientierungsmesse an der Elisabeth-Selbert-Schule (ESG) hatten Fachkräfte von morgen jetzt Gelegenheit, sich über die verschiedensten Arbeitsfelder zu informieren. 36 Unternehmen aus der Region stellten sich und ihr Angebot an Ausbildungsplätzen vor; rund 1500 Schüler schauten sich zwischen den Ständen um — größtenteils Jugendliche der sechs Einrichtungen, die die Veranstaltung gemeinsam organisiert haben (siehe rechts), aber auch Interessierte von weiteren Schulen.

Lea und Maibritt (beide 13) von der Cesar-Klein-Schule in Ratekau hat die Station der Landespolizei angezogen. Konzentriert lauschen die Mädchen Ralf Schütt, der von seiner Ausbildungszeit erzählt.

Gerade beschreibt der Polizeikommissar verschiedene Übungen aus einem Sporttest — Sprossenwand, Seile und Turngeräte in der neuen Krummlandhalle sind dabei willkommene Hilfsmittel für bildhafte Erklärungen.

Judith (13) von der ESG und Nick (12) vom Gymnasium am Mühlenberg (GaM) haben derweil Spaß daran, sich am Stand von Coiffeur Bernd (Timmendorfer Strand) gegenseitig aufzuhübschen. Die Arbeit als Friseur komme für sie dennoch eher nicht in Frage, sagen die beiden. In diesem Fall gilt also das Ausschlussprinzip.

Maik dagegen scheint mit seiner Stand-Wahl ins Schwarze getroffen zu haben. Der 14-Jährige von der Gemeinschaftsschule Stockelsdorf hat nach seinem Gespräch mit Mats Eckert (22), Auszubildender bei den Schwartauer Werken, ein ziemlich genaues Bild von der Tätigkeit als Informatik-Kaufmann und sagt: „Eine solche Ausbildung könnte ich mir schon vorstellen.“

Svea hat sogar schon eine sehr konkrete Vorstellung im Kopf, als sie an den Info-Stand vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Bad Schwartau herantritt. MRT-Assistentin möchte sie werden, erzählt die 15-Jährige, die in diesem Bereich auch schon ein Praktikum an der Lübecker Uniklinik gemacht hat. Die DRK-Retter hat sich die Jugendliche entsprechend ganz gezielt als Gesprächspartner ausgesucht — zur Freude von Bereitschaftsleiterin Sabine Bösger (34), die direkt eine potenzielle Verstärkung wittert: „Schließlich kann man schon ab 16 bei uns mitmachen.“ Zwar geht es hier — anders als bei den weiteren Ausstellern — um ein Ehrenamt, das Ziel aber ist überall das gleiche: Nachwuchs werben.

Denn nicht nur für die Schüler ist die Veranstaltung von Vorteil: Für die Firmen birgt sie die Chance, junge Menschen für den eigenen Beruf beziehungsweise den eigenen Betrieb zu begeistern. Und es scheint, als hätten die Unternehmen damit Erfolg: „Die Rückmeldungen sind sehr positiv“, bilanziert Organisator Axel Frieb-Preis von der ESG zufrieden. Die Messe sei ein Erfolg gewesen; sie habe sich für beide Seiten gelohnt.

Das Konzept
6 Schulen aus dem Kreis Ostholstein haben sich zusammengeschlossen, um einmal jährlich gemeinsam die „Berufsorientierungsschau an Schulen“ (kurz: Boss) durchzuführen. Sie wechseln sich als Gastgeber ab.
2010 fand die erste Messe dieser Art in Timmendorfer Strand statt — damals mit vier Schulen. Seit 2011 ist die ESG dabei. Außerdem beteiligen sich Cesar-Klein-Schule (Ratekau), GR Strand (Timmendorfer Strand), Gemeinschaftsschule Stockelsdorf, Gemeinschaftsschule Pönitz und Schule Arnesboken (Ahrensbök).

Jennifer Binder

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