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Bad Schwartau Von Wissenschaft und Whisky
Lokales Bad Schwartau Von Wissenschaft und Whisky
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18:10 15.10.2015
Peter Seidel, Henning Beck, Christian Peifer, Michael Derlin, Heinz Lange und Ulrich Lüning (v.l.) genießen gemeinsam ein Glas Aberlour, ein schottischer Whisky aus dem Sherry-Bourbon-Fass. Quelle: Maike Wegner
Bad Schwartau

Genussvoll schwenkt Ulrich Lüning sein Glas, riecht an dem zwölf Jahre alten Whisky und nippt vorsichtig. „Ein guter Whisky ist was Schönes“, sagt er, „aber Genuss macht mehr Spaß, wenn man Wissen hat.“ Der Kieler Professor und sein Kollege Christian Peifer haben sich dieses Wissen rund um die Herstellung des edlen Tropfens über Jahrzehnte angeeignet. Im Schießsportzentrum konnten jetzt auch 25 Bad Schwartauer bei einem Vortrag der Uni-Gesellschaft mehr über das Edelgetränk lernen. Peifer war bereits mehrfach in Schottland und hat dort viele Destillerien besucht. Für die Herstellung des Whiskys braucht es nur Wasser, Gerste, Hefe und gegebenenfalls Torf.

Die Herstellung beginnt mit dem Mälzen der Gerste, anschließend wird das Getreide getrocknet. „Um einen rauchigen Geschmack zu erhalten, setzten viele Destillerien als Brennmaterial Torf ein“, erklärt Peifer. Anschließend wird die Gerste gemahlen und mit heißem Wasser vermischt. „Hefe wandelt dann den Zucker in Alkohol um“, so der Professor, „zunächst wird aber nur ein Alkoholgehalt von fünf Prozent erreicht.“ Erst mit der Destillation beginnt der eigentliche Prozess des Brennens. Nach zwei Durchgängen hat die Mischung einen Alkoholgehalt von rund 78 Prozent.

Gutes Zuhören zahlte sich übrigens aus. Immer wieder gab es Fragen, die die Gäste mit Hilfe einer Fernbedienung beantworten konnten. Die drei erfolgreichsten Mitrater erhielten am Ende je eine Flasche Whisky. Natürlich durften die Besucher auch selbst einige Sorten testen. Zunächst schenkte Michael Derlin vom „Smokers Corner“ aus Lübeck einen zwölf Jahre alten Old Pulteney ein. Ein fruchtiger Einstieg in den Abend. „Aber zu viel will ich über den Geschmack auch gar nicht verraten“, sagte Derlin, „jeder soll selber herausfinden, wie der Whisky schmeckt.“

Anschließend gab es einen Aberlour, einen Talisker Port Ruighe und zum Höhepunkt des Abends einen Laphroaig Quarter Cask. „Zwölf Jahre ist die Untergrenze, die Whisky gelagert werden muss“, erklären die Experten derweil. Die Farbe bekommt das Getränk erst während der Lagerung im 250 Liter großen Holzfass. Mit der Zeit verdampft gut die Hälfte der Flüssigkeit, auch der Alkoholgehalt sinkt. „Der erste Whisky war der Beste. Nicht zu rauchig und schön fruchtig“, urteilte Heinz Lange zufrieden, „ein schöner Whisky macht richtig Freude.“ Auch Henning Beck von der Uni-Gesellschaft war zufrieden:

„Eigentlich ist so eine Veranstaltung ja nicht typisch für uns, aber das war doch ein toller Abend.“

Whisky oder Whiskey?

108 aktive Whisky-Brennereien gibt es in Schottland derzeit. 1544 sind es weltweit.


Der schottische Whisky, sowie der deutsche, der französische und der japanische Whisky werden ohne „e“ geschrieben. In Irland und Amerika dagegen heißt es „Whiskey“.


Das Wort bedeutet in Schottland soviel wie „Wasser des Lebens“.

mwe

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