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Bad Schwartau Von der HSH Nordbank bis zur Schulbank
Lokales Bad Schwartau Von der HSH Nordbank bis zur Schulbank
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20:44 01.03.2018
Bildungsministerin Karin Prien war am Mittwochabend in Stockelsdorf, um ihren Parteikollegen Christian Fischer (CDU), der für das Bürgermeisteramt kandidiert, im Wahlkampf zu unterstützen. Quelle: Fotos: Dd

Christian Fischer (40) setzt in seinem Wahlkampf auf direkte Begegnungen mit Bürgern, aber auch von Gesprächen mit Prominenten im Wahlkampf erhofft er sich Rückenwind. Zum Auftakt vor wenigen Wochen kam Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Ole von Beust (die LN berichteten). Und nun also Karin Prien, die seit knapp 250 Tagen Bildungsministerin in Kiel ist.

„Ich fühle mich manch- mal im Stich gelassen.“Jörg Rosenberger Schulleiter Grundschule am Koggenweg, Lübeck

Christian Fischer kennt sie jedoch schon etwas länger und zwar aus der Zeit, als Prien im Hamburger Senat saß. Der Jurist Christian Fischer trat 2010 in den Höheren Staatsdienst in Hamburg ein und ist dort seit zwei Jahren tätig für die Hamburger Finanzbehörde. Ganz konkret hat Fischer sich mit einem Team von Mitarbeitern um die Sanierung beziehungsweise Abwicklung der HSH Nordbank gekümmert.

Und genau diese Bank war am Mittwoch das Thema des Tages, so dass auch Karin Prien es kurz anschnitt, bevor es um das eigentliche Thema Bildung ging. „Dieser Tag ist schon ein besonderer Tag“, erklärte Prien, „denn wir haben heute den Beschluss zur HSH Nordbank gefällt.“ Und dieser sieht vor, diese Bank mit Verlusten in zweistelliger Milliardenhöhe zu Lasten des Steuerzahlers zu verkaufen.

„Ich bin froh, dass das Kapitel HSH Bank abgeschlossen ist“, erklärte Fischer, der an der Regierungserklärung zur HSH Bank mitgearbeitet habe, wie er sagte. Fischer hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass das Projekt HSH Bank Ende Februar abgeschlossen sein würde. Und die knapp zwei Wochen später terminierte Bürgermeisterwahl in Stockelsdorf würde für ihn gut passen.

Von den rund 50 Gästen, die zu dem Gespräch mit Karin Prien in die Gerhart-Hauptmann-Schule kamen, waren gut die Hälfte Lehrer – und zwar nicht nur aus Stockelsdorf. Und einige nutzten die Gunst der Stunde, der Bildungsministerin einmal direkt und ungeschminkt zu erklären, wie die Zustände an Schulen tatsächlich sind, warum so viele Lehrer krank werden und wie es immer wieder zu Unterrichtsausfall kommt. Auch eine Mutter erklärte, dass die wichtigste App auf ihrem Handy die sei, mit der ihr die Unterrichtsausfälle ihrer beiden Kinder mitgeteilt wird: „Ich bin den ganzen Tag am Organisieren, wie ich das alles handhaben soll.“

„Es gibt zu wenig Lehrkräfte. Und wir werden auch etwas tun müssen bei der Entlastung der Grundschullehrer“, erklärte Prien, „denn die leisten Herausragendes.“ Und deswegen stünden auf der Agenda der Bildungsministerin Sachen wie die spürbar bessere Gehaltsstufe A13 und mehr Plan- und Entlastungsstunden.

Allerdings gleich mit dem Hinweis versehen, dass man diese Dinge nicht von jetzt auf gleich realisieren könne. Heidi Gunkel, Schulleiterin an der Grundschule Ravensbusch in Stockelsdorf, brachte die Lehrer-Problematik auf den Punkt: „Beim Thema Inklusion sind nicht die Kinder mit Behinderungen das Problem, sondern die Kinder mit sozial-emotionalem Förderbedarf. So ein Kind kann es schaffen, eine ganze Klasse zu torpedieren.“ Denn als Lehrer, der in erster Linie Wissen vermitteln soll, habe man nur wenige Möglichkeiten, mit solchen Kindern umzugehen. An dieser Stelle gab es heftigen Beifall, der noch einmal unterstrich, wo wirklich das Stress-Krankheits- und Unterrichtsausfall-Problem liegt. „Es ist teilweise so, dass die Kollegen auf dem Zahnfleisch kriechen“, schilderte Jörg Rosenberger, Schulleiter der Grundschule am Koggenweg in Lübeck, „und ich fühle mich manchmal sehr im Stich gelassen.“ Zudem sei das Belobigungssystem an Schulen für Lehrer, die sich dennoch außerordentlich engagieren, „nicht gerecht“, kritisierte Rosenberger. Auch dafür gab es Applaus.

Und so dürfte die Bildungsministerin beim Wahlkampf in Stockelsdorf aus erster Hand erfahren haben, wo es tatsächlich knirscht an den Schulen. Karin Prien versprach nur so viel: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran.“

Christian Fischer arbeitet unterdes mit Hochdruck daran, Bürgermeister von Stockelsdorf zu werden. Heute Nachmittag klingelt er in Begleitung des Stockelsdorfer CDU-Chefs Hartmut Hamerich an Haustüren in Dissau, um die Wähler von sich zu überzeugen.

Gespräch mit Prominenten als Wahlkampf-Akzent

Die Stockelsdorfer CDU hat vor zwei Jahren mit den „Terrassengesprächen" im Stockelsdorfer Herrenhaus begonnen, die von Bürgervorsteher Harald Werner (CDU) initiiert wurden.

Die „Stockelsdorfer Gespräche“ hat Christian Fischer darauf aufbauend im Rahmen des Bürgermeisterwahlkampfs ins Leben gerufen. Seine drei Gesprächspartner, alle ebenfalls CDU-Mitglieder, hat er dabei selbst ausgewählt und eingeladen: Ole von  Beust, Karin Prien und Tobias Koch.

Doreen Dankert

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