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Bad Schwartau Von der Terrasse ins Trauzimmer
Lokales Bad Schwartau Von der Terrasse ins Trauzimmer
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19:13 11.07.2016
Daniel Günther, Harald Werner und Hartmut Hamerich (v.l.) auf der Herrenhaus-Terrasse. Quelle: Prey

Mit einem neuen Format will die CDU in Stockelsdorf an frühere erfolgreiche Stammtisch-Zeiten anknüpfen. „Damals kamen bis zu 100 Interessierte“, berichtete der Ortsvorsitzende Hartmut Hamerich, der jetzt gemeinsam mit Moderator und Bürgervorsteher Harald Werner das erste Terrassengespräch eröffnete. Knapp 30 Zuhörer – darunter auch Vertreter aus Ortsverbänden in der Umgebung – waren gekommen, um Daniel Günther zuzuhören und Fragen zu stellen. Der CDU-Fraktionschef im Kieler Landtag wirkte aufgeräumt und sehr entspannt. Dabei spielte ihm nicht alles in die Karten. Sein Navi führte ihn zunächst in die Dorfstraße nach Curau und nicht ins Stockelsdorfer Herrenhaus, dann musste er auf einem roten Drehstuhl Platz nehmen (Hamerich versicherte: „Der kommt aber nicht von der SPD.“) und Werner fragte so ziemlich zum Auftakt, was die aktuelle Kieler Regierung denn so alles ganz gut mache. Manch einem Oppositionspolitiker wäre da schon der Kragen geplatzt. Günther nicht. Auch der einsetzende Regen und der spätere Umzug von der Terrasse ins Trauzimmer machte dem Polit-Profi sichtlich nichts aus. „Nicht alles in Schleswig-Holstein läuft schlecht. Bei der Energiepolitik sind wir 1:1 auf einem Weg“, so Günther. Er lobte sogar Energiewendeminister Robert Habeck. „Der macht bei der Deponie-Suche einen guten Job.“

Die Kritik überwog dann aber doch. Insbesondere bei der Bildungspolitik sieht der junge Vater von einer vier Monate alten Tochter große Versäumnisse. „Es müssen nicht alle Abitur machen. Wir sollten den Mittleren Bildungsabschluss wieder stärken. Der Fachkräftemangel entsteht nämlich im Bereich der Ausbildungsberufe“, unterstrich Günther, der sich zudem mehr Mut wünscht. „Die aktuell gigantisch gute Haushaltslage sollte genutzt werden, um in Breitband-Ausbau, Krankenhäuser und auch Bildung zu investieren“, schlug Günter, der nach eigenen Angaben nie Politiker als Berufsziel angestrebt hat, vor. Zudem wünscht sich Günther, dass Verkehrsprojekte in Schleswig-Holstein mal wieder umgesetzt werden. So bezeichnete er die Gegner der Festen Fehmarnbeltquerung als „Nörgler“. Mit dieser eher flapsigen Bezeichnung konnte sich Bad Schwartaus CDU-Fraktionschefin Ellen Brümmer aber gar nicht anfreunden. „Das Projekt an sich ist eine Sache, aber wie die Bahn bei der Hinterlandanbindung mit Bad Schwartau umgeht, ist nicht akzeptabel. Es werden Zusagen gemacht und wieder zurückgezogen und mit Zahlen von vor 30 Jahren gearbeitet“, monierte Brümmer und legte sogleich nach: „Der Nutzen an den beiden Enden dürfe nicht zu Lasten der Menschen entlang der Strecke gehen.“ Günther konnte aber auch das nach dem witterungsbedingten Umzug ins Trauzimmer wieder glattbügeln. „Mit Nörglern meinte ich auch nicht die Menschen, die sich vor Ort für die Interessen einsetzen.“ Etwas Kitt hatte auch Landtagskollege Hamerich dabei. „Wir im Wirtschaftsausschuss sind in guten Gesprächen mit der Bahn.

Es darf auch nicht sein, dass Kommunen, die nur Nachteile haben, auch noch zusätzlich belastet werden. Das wird auch nicht passieren“, versprach Hamerich.

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