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Bad Schwartau Vorerst kein neues Personal für den Baubetriebshof
Lokales Bad Schwartau Vorerst kein neues Personal für den Baubetriebshof
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22:40 17.11.2016
Jörg Thielemann und Holger Schreiber (r.) vom Baubetriebshof sorgen für Sauberkeit in der Bad Schwartauer Innenstadt. Auf Unterstützung durch neue Kollegen müssen sie aber weiter warten. Quelle: S. PREY

Das Thema Grünpflege und Sauberkeit ist in Bad Schwartau ein Dauerbrenner. Ebenso die personelle Situation am Baubetriebshof, denn durch den dortigen Einstellungsstopp liegt die Zahl der Mitarbeiter derzeit bei 19. Im Jahre 2000 waren es noch 34 Mitarbeiter. Bad Schwartaus neuer Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) kündigte unlängst an, ein Zeichen setzen zu wollen. „Wir werden die Pflege des Kurparks wieder in eigene Hände nehmen und nicht mehr an externe Firmen vergeben“, erklärte Brinkmann jüngst. Und dafür sollte das Personal beim Baubetriebshof um zwei Gärtnerstellen aufgestockt werden. Der entsprechende Wirtschaftsplan 2017 mit zwei zusätzlichen Stellen wurde jetzt aber vom Ausschuss für Energie und Versorgung einstimmig nicht angenommen. Grund: Die finanziellen Auswirkungen durch die neuen Gärtnerstellen sind dort nicht ausreichend dokumentiert.

Ausschuss bremst Verwaltungsvorlage aus – Keine neuen Gärtnerstellen.

Heinz-Günter Schäfer, Leiter der Städtischen Betriebe erklärte, dass die externe Kurparkpflege die Stadt jährlich rund 85 000 Euro kostet. Das entspreche dem Gehalt von zwei Gärtnern im Baubetriebshof. Entsprechend sei es durchaus sinnvoll neues Personal einzustellen, denn dadurch könne man auch die Arbeiten und Mitarbeiter flexibler gestalten und einsetzen. Der Stundenlohn für einen städtischen Gärtner liege bei rund 41 Euro und bei externen zwischen 43 bis 45 Euro, so Schäfer. Auf den ersten Blick eine nachvollziehbare Rechnung. Allerdings ließen sich die Zahlen so nicht verifizieren, denn der Stundenlohn wurde lediglich anhand des Leistungsverzeichnisses für die Kurparkpflege hochgerechnet. Zudem rechneten die Ausschussmitglieder vor, dass die Beschäftigung von zwei zusätzlichen Gärtnern bei einer tariflichen 39-Stundenwoche à 41 Euro weit über 100 000 Euro liege. Frank Schumacher (CDU): „Aufwand und Erlös kann man so nicht gleich stellen. Das ist eine Milchmädchenrechnung.“

Ob dieser eher unklaren Lage verständigten sich der Ausschuss vorerst darauf, keine neuen Stellen zu schaffen. Der Ausschussvorsitzende Hans Tylinski (SPD): „Das Thema ist nicht vom Tisch. Aus unserer Sicht ist eine Umstrukturierung dringend notwendig. Die Kostenrechnung muss aber konkreter sein.“ Jörg-Reiner Zacharias (WBS): „Uns stört in erster Linie, dass es noch immer kein Konzept zur Grünpflege gibt. Nur zwei neue Leute einstellen, ist zu wenig.“ Das sah auch Folkert Jeske (Grüne) so: „Ohne ein neues Gesamtkonzept machen zwei neue Stellen wenig Sinn.“

Clara Witaszak stellte zudem klar, dass die CDU nicht grundsätzlich gegen die personelle Aufstockung des Baubetriebshofs sei. „Die Grundlage auf der die Zahlen ermittelt werden, muss aber nachvollziehbar sein. Außerdem sollte man erst planen und dann einstellen“, so Witaszak.

Bürgermeister Uwe Brinkmann, der die Veränderungen im Rahmen einer Amtsleiter-Klausurtagung entwickelt hatte, konnte für seine Pläne allerdings nicht persönlich werben. Krankheitsbedingt fehlte der Verwaltungschef bei der Sitzung.

Betriebsergebnis

Die Städtischen Betriebe haben 2015 in den Bereichen Wasserversorgung (110 000 Euro), Abwasserbeseitigung (180 000 Euro) und Baubetriebshof (93 000 Euro) Gewinne gemacht. Lediglich beim Betriebszweig Hallenbad wurde ein Minus von insgesamt 191 000 Euro verzeichnet.

Angesichts der Zahlen wurde jetzt der Gebührensatz für die Niederschlagsabwasserbeseitigung um zehn Cent pro Quadratmeter-Grundstücksfläche auf 0,71 Cent je Quadratmeter gesenkt.

 Sebastian Prey

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