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Bad Schwartau Vortrag in der Gedenkstätte über Todesmarsch
Lokales Bad Schwartau Vortrag in der Gedenkstätte über Todesmarsch
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22:36 06.04.2016
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Ahrensbök

Nach seiner Befreiung 1945 hatte Jack Fogel nur ein Ziel: Er wollte so weit wie möglich weg von Deutschland und Europa. Fogel landete in Australien, wo er sich eine Existenz aufbaute, eine Familie gründete und im Holocaust-Museum von Melbourne als Zeitzeuge Interessierten seine Geschichte des Überlebens erzählte. Vor einigen Jahren hörte er in einem Vortrag die Schilderung eines Todesmarsches durch Ostholstein und durch Ahrensbök, hörte, wie eine Rednerin die Cap-Arcona-Katastrophe in Neustadt im Mai 1945 schilderte. Fogel stellte sich nach Ende des Vortrags der Rednerin vor und sagte: „Ich bin einer der Überlebenden“.

Aus dem Buch mit dem Titel „So weit wie möglich weg von hier“ wird die Autorin Hannah Miska am Sonntag, 10. April, ab 15 Uhr in der Gedenkstätte Ahrensbök das Kapitel „Der lange Marsch in den Tod“

vortragen. Miska war die Rednerin im Museum von Melbourne, wo sie Jack Fogel und andere Opfer des nationalsozialistischen Terrors traf. Sie schrieb nach langer Forschungsarbeit die Lebenswege von zwölf Männern und Frauen auf — unter ihnen Jack Fogel — und schickte in ihrem Buch jedem Einzelschicksal sorgsam recherchierte Fakten voraus. Im Fall des Kapitels über Fogel ist das die Schilderung der vielen Todesmärsche kurz vor Kriegsende, von denen einer durch Ahrensbök und durch Ostholstein führte.

Alle Interessierten sind zu dieser Lesung mit anschließender Diskussion eingeladen. „Miskas Buch zeichnet sich dadurch aus, dass jedem Kapitel die Schilderung einer der vielen Formen der mörderischen Verfolgung jüdischer und anderer Minderheiten vorausgeht“, heißt es vonseiten der Veranstalter. So wird neben der Geschichte der Todesmärsche am Beispiel individueller Schicksale berichtet, wie Menschen im Untergrund überlebten, wie inhuman das sogenannte Altersghetto Theresienstadt tatsächlich war, wie Kinder im Holocaust litten oder wie an lebenden Menschen medizinisch experimentiert wurde.

Die Gedenkstätte ist sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Sie kann nach Anmeldung auch an anderen Tagen besucht werden. Das Gebäude liegt an der Flachsröste 16 im Ortsteil Holstendorf an der B 432, Telefon 04525/493 060, E-Mail: gedenkstaetteahrensboek@t-online.de. Eintritt und Führungen sowie Teilnahme an Veranstaltungen sind kostenfrei. Spenden sind willkommen.

LN

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